+
Minister Spaenle wehrt sich gegen den Vorwurf der Untätigkeit. 

Ärger im Haus der Kunst

Scientology-Personal: Spaenle sieht „Problem“

  • schließen

Nach Vorwürfen im Haus der Kunst verspricht das zuständige Ministerium eine Lösung. 

München – Angesichts des Scientology-Verdachts im Münchner Haus der Kunst räumt das zuständige Kunstministerium ein „Problem“ ein und stellt eine Lösung in Aussicht. Derzeit würden „Maßnahmen geprüft, um eine zielführende Lösung des Problems zu erreichen“, sagte ein Sprecher von Minister Ludwig Spaenle (CSU).Er istAufsichtsratschef der Stiftung, die das bekannte Museum führt.

Auslöser ist ein Bericht unserer Zeitung, wonach ein Dienstleister, der seit Jahren zentrale Aufgaben im Haus der Kunst wahrnimmt, bei der vom Verfassungsschutz beobachteten Scientology-Organisation aktiv ist. Spaenle bestätigte, dass der Aufsichtsrat seit Ende 2015 informiert ist. Er wehrt sich aber gegen den Vorwurf der Untätigkeit, erhoben von Ex-Minister Wolfgang Heubisch (FDP), der im Aufsichtsrat der Stiftung sitzt, und der SPD-Landtagsabgeordneten Isabell Zacharias.

Unter anderem seien alle „hauptamtlichen Mitarbeiter“ – das dürfte einen Teil des Personals umfassen – überprüft worden. „Die Geschäftsleitung hat Schritte unternommen, um verlässlich sicherzustellen, dass es keine Scientologen unter den hauptamtlichen Mitarbeitern des Hauses gibt.“ Bereits eingestellte Mitarbeiter seien befragt worden. Nach Angaben des Sprechers seien keine neuen Fälle aufgetaucht. Das habe Spaenle zudem in Absprache mit Heubisch verfügt; wenn der nun von Untätigkeit rede, sei das „selektive Wahrnehmung“.

Jenseits der Kontakte zu Scientology ist auch die Konstruktion heikel: Der „Dienstleister“ ist seit den 90ern beschäftigt, kein interner Mitarbeiter, betreut aber sensible Aufgaben. Das legt Fragen einer Scheinselbständigkeit und zum Steuer- und Sozialversicherungsrecht nahe. Ein Arbeitsgerichtsprozess könnte, je nach Ausgang, für Museum, Ministerium und Mitarbeiter unangenehm werden.cd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Vergewaltigung nach Disko-Besuch? Prozess gegen Münchner Taxler
Die Vorwürfe gegen einen Münchner Taxifahrer wiegen schwer: Auf der Heimfahrt von einer Disco soll der 42-Jährige eine Krankenschwester vergewaltigt haben. Der …
Vergewaltigung nach Disko-Besuch? Prozess gegen Münchner Taxler
Debatte um Schulschwänzer: Ist der Polizeieinsatz übertrieben oder sinnvoll?
Mehrere Anzeigen gegen die Eltern von Schulschwänzern kurz vor Ferienbeginn haben eine Debatte ausgelöst. Von der eine Seite gab‘s Lob, von der anderen Kritik.
Debatte um Schulschwänzer: Ist der Polizeieinsatz übertrieben oder sinnvoll?
Verzögerungen auf der Stammstrecke: Mann muss ärztlich versorgt werden
Zahlreiche Pendler sind auf den S-Bahn-Verkehr angewiesen. Doch immer wieder kommt es zu Störungen, Sperrungen und Ausfällen. In unserem News-Ticker informieren wir Sie …
Verzögerungen auf der Stammstrecke: Mann muss ärztlich versorgt werden
Weil Mode für Schwangere peinlich ist, haben zwei Münchnerinnen clevere Geschäftsidee
Zwei Münchnerinnen haben eine noch fast unbesetzte Nische in der Modebranche gefunden: selbstironische T-Shirts für Schwangere und Mütter - mit aufgemalten Brüsten und …
Weil Mode für Schwangere peinlich ist, haben zwei Münchnerinnen clevere Geschäftsidee

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.