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Stattliches Anwesen: Schloss Fürstenried ist im Besitz der katholischen Kirche.

Moon-Bewegung wirbelt Staub auf

Schloss Fürstenried: Die Sekte war schon öfter hier

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München - Die zur umstrittenen Moon-Bewegung gehörende „Universal Peace Federation“ (UPF) gastiert offenbar nicht zum ersten Mal in Schloss Fürstenried. Der katholischen Kirche ist das peinlich.

„Wir haben in Schloss Fürstenried  in den letzten Jahren regelmäßig unsere Fachtagungen abgehalten, und es ist immer klar gewesen, dass wir die UPF sind“, sagte UPF-Deutschlandchef Karl-Christian Hausmann. „Es hat nie irgendwelche Probleme gegeben.“ Von kirchlicher Seite wollte man sich dazu am Freitag nicht äußern.

Wie berichtet, sieht man die Tagung zum Thema „Verwirrung im westlichen Wertesystem und die Bedeutung der Familie für die Gesellschaft“ im Erzbischöflichen Ordinariat äußerst kritisch. Die UPF gilt als Tarnorganisation der Moon-Sekte, der Kritiker indoktrinierende Bestrebungen vorhalten. Hätte man davon gewusst, hätte man das der Kirche gehörende Schloss Fürstenried nicht zur Verfügung gestellt, beteuerte Ordinariats-Sprecher Christoph Kappes. Die Verträge seien jedoch bereits unterschrieben gewesen, als die Verflechtung mit der Moon-Bewegung bekannt geworden sei.

Veranstalter Hausmann laufen unterdessen die Referenten davon. Schon am Donnerstagabend teilten Karl-Heinz B. van Lier von der renommierten Konrad-Adenauer-Stiftung sowie der Europapolitiker Arne Gericke (Familienpartei) auf Anfrage mit, dass sie nicht an der Tagung teilnehmen würden. Am Freitag zog sich auch die konservative Soziologin, Publizistin und Schriftstellerin Gabriele Kuby zurück. Die 71-Jährige, Kuratoriumsmitglied im Forum Deutscher Katholiken, glaubt zwar, dass es in Deutschland „größere Probleme gibt als die Moon-Bewegung.“ Doch nachdem sie sich wegen des derzeit in Berlin laufenden Theaterstücks „Fear“ „aus völlig haltlosen Gründen in die Nähe der NPD gerückt“ sehe, wolle sie verhindern, „dass ich auch noch in die Nähe der Moon-Sekte gerückt werde, was mir vollkommen fremd ist.“

Dem Eindruck, er habe seine CDU-Mitgliedschaft genutzt, um Referenten wie beispielsweise den jetzt abgesprungenen van Lier zu gewinnen, weist Veranstalter Hausmann zurück. Es sei möglich, dass van Lier ihn bei einem Treffen im Umfeld der Adenauer-Stiftung „in erster Linie als CDU-Mann wahrgenommen“ habe. Er habe jedoch die UPF als Veranstalter nie verschwiegen. Im Vorstand des Stuttgarter CDU-Kreisverband, dem Hausmann derzeit als Beisitzer angehört, rümpft man die Nase. Hausmann habe in der Vergangenheit bei Demonstrationen „offen auf seine CDU-Vorstandsposition hingewiesen“, verlautete aus der Geschäftsführung. „Wenn er auch für die UPF als CDU-Mitglied wirbt, würde uns das irritieren.“

Peter T. Schmidt

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