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Erschöpft liegt der kleine Semen im Bett neben seiner Mutter Oxana Sukhovskii.

Spenden für Behandlung in München

Der kleine Semen ist ein Glückspilz - und braucht Hilfe der Münchner

München - Der kleine Semen aus Russland muss dringend in München behandelt werden, doch seiner Familie fehlt das Geld. Wie man helfen kann - und warum der Junge trotz allem ein Glückspilz ist. 

Hilflos und mit leerem Blick liegt der kleine Semen auf einer Matratze. Sein ausgemergelter Körper ist verkabelt, aus seiner Luftröhre ragt ein Tracheostoma. Das zweieinhalbjährige Kind ist nur noch Haut und Knochen. Ein halbes Jahr später: Der kleine Junge hat sein Gewicht verdoppelt, stützt sich aus eigener Kraft auf allen Vieren, seine blauen Augen blicken viel wacher in die Kamera. Diese Veränderung ist vielen hilfsbereiten Münchnern zu verdanken, die Mitleid mit dem Kleinkind aus Russland hatten und für seine Behandlung spendeten. Doch jetzt braucht Semen wieder Hilfe.

Seine Eltern haben über Facebook einen Spendenaufruf gestartet. Rund 40.000 Euro brauchen sie, um ihrem Kind weitere Operationen zu ermöglichen, die sein kleines Leben Stück um Stück lebenswerter machen sollen. Die Krankenkasse zahlt nicht, da die Familie aus Russland nach München eingereist ist, um ihrem Kind zu helfen. 

Sauerstoffmangel bei der Geburt - seitdem ist Semen schwer behindert

Dass Semen überhaupt am Leben ist, ist ein Wunder: Bei der Geburt in Russland erlitt er Sauerstoffmangel, fiel ins Koma, war klinisch tot, erlitt eine Hirnblutung. Danach konnte er nicht hören und sehen, musste künstlich beatmet und ernährt werden. Doch Semen ist ein kleiner Kämpfer. Er lebt immer noch - auch weil seine Eltern irgendwann ihr kleines russisches Dorf verließen und mit ihm nach München kamen. "Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass solche Kinder wie Semen in Russland einfach im Stich gelassen werden. Die Ärzte sind für solche komplizierten Fälle einfach nicht genug qualifiziert", so seine Mutter Oxana Sukhovskii. 

In München kommt der Junge, der nur noch Haut und Knochen ist, sofort in die Notaufnahme, wird mehrmals operiert. Er durchläuft verschiedene Therapien im Kinderzentrum München, bekommt eine Brille, ein Stützmieder für seinen schwachen Rumpf, eine Gaumenplatte und eine Zahnspange.

Die Familie ist mit ihren finanziellen Mitteln am Ende

Semen braucht weitere Therapien und weitere Operationen, doch die Eltern sind mit ihren finanziellen Mitteln am Ende. Ihre Wohnung in Russland und das Familienunternehmen haben sie schon verkauft. Jetzt sind sie auf die Hilfsbereitschaft anderer angewiesen und haben deshalb die Gruppe "Semen braucht Hilfe" auf Facebook gestartet. 

Oxana Sukhovskii dokumentiert dort jede neue Behandlung und jeden kleinen Fortschritt ihres Sohnes. Sie veröffentlicht auf den Cent genau, für was sie das gespendete Geld ausgibt, lädt Arztrechnungen und Rezepte für Medikamente hoch. "Semen ist ein Glückspilz", schreibt seine Mutter trotz allem. "Seine Helfer haben immer sofort auf den Hilferuf reagiert. Wir haben große Beiträge für seine Behandlung sehr schnell gesammelt." Oxana Sukhovskii hofft, dass es diesmal wieder so ist.

smu

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