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Wünscht sich mehr Beachtung für den Seniorenbeirat: Ingeborg Staudenmeyer (SPD).

„Wir sind vielen ganz schön lästig“

Münchner Seniorenbeirat fordert mehr Anerkennung 

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München - Seit 1978 gibt es den Seniorenbeirat, gedacht als Schnittstelle zwischen den über 60-Jährigen und der Stadt. Mit seiner Rolle ist der Seniorenbeirat aber nicht zufrieden. Man werde nicht ernst genug genommen, beklagt Beirats-Vorsitzende Ingeborg Staudenmeyer.

Etwa zehn Minuten dauerte es, da hatte der Sozialausschuss am Donnerstag eine neue Stelle zur Vorbereitung und Durchführung der Seniorenbeirats-Wahl beschlossen. Die große Freude blieb aber aus. Der Seniorenbeirat reagierte im Gegenteil schockiert. Nicht nur, weil die neue Stelle in seinen Augen keine Verbesserung bringt, sondern vor allem, weil es keine Mittel für die Seniorenbeiratswahl gibt. Der Punkt war von der Sitzungsliste gestrichen worden.

Ein Versehen, wie sich am nächsten Tag herausstellt. Der Punkt stand auf der Rückseite eines Änderungsantrags von CSU und SPD, über den abgestimmt wurde. „Da haben wir einfach nicht genau hingeschaut“, sagt Sozial-Bürgermeisterin Christine Strobl, SPD. Natürlich werde es ein Budget für die Wahl geben. Am Mittwoche soll der Stadrat das Budget beschließen.

"Auf viele Anfragen bekommen wir keine Antwort"

Seniorenbeirats-Vorsitzende Ingeborg Staudenmeyer (SPD) könnte also aufatmen. Dachte sie doch kurz, die Stadt wolle den Beirat ganz abschaffen. Ein Gedanke, der ihr nicht so abwegig erscheint. „Wir sind manchmal vielen ganz schön lästig“, glaubt sie. Und so richtig ernst nehme man sie auch nicht. „Auf viele Anfragen und Anträge bekommen wir keine Antwort“, beklagt Staudenmeyer. Viele Anliegen, mit denen Münchner Senioren an den Beirat herantreten, würden über Jahre ins Leere laufen.

Staudenmeyer nennt konkrete Beispiele: das MVV-Ticket für Senioren. „Seit 2005 setzen wir uns dafür ein, dass Rentner ihre MVV-Karte auch vor 9 Uhr nutzen dürfen.“ Die Regelung sei eine Zumutung für viele Senioren. „Die fahren ohnehin nur vor 9 Uhr, wenn sie unbedingt müssen, zum Beispiel weil sie einen Termin beim Arzt haben.“ Oder das Thema Wohnungstausch. „Wir wollen, dass die städtischen Wohnungsgesellschaften, wenn eine Wohnung im Erdgeschoss frei wird, sie erst mal der Seniorin im fünften Stock anbieten – zu gleichen Konditionen wie bisher.“ Etliche Anträge habe man dazu schon verschickt, an die Fraktionen, an den Oberbürgermeister. Bisher ohne Ergebnis.

Nicht alles, was gewünscht wird, ist machbar

Ihr Rederecht im Stadtrat nutzt Staudenmeyer nur noch selten: „Bringt nichts“, sagt sie. Das zeige auch die Sache mit der neuen Stelle für die Wahl. Zwei Stellen hätte sie gewollt. „Weil sich bisher immer zwei Mitarbeiter aus dem Sozialreferat und etliche Praktikanten um die Organisation der Wahl gekümmert haben.“ Künftig gibt es dafür zwar einen neuen, extra Mitarbeiter, aber eben nur einen. „Kaum zu schaffen“, glaubt Staudenmeyer.

CSU-Stadtrat Marian Ofman versteht die Bedenken, doch „das sind Steuergelder, die wir da einsetzen“, sagt er . In der derzeitigen Haushaltssituation müsse man eben sparen. Grundsätzlich aber nehme gerade die CSU den Seniorenbeirat sehr ernst. Auch wenn „viele Forderungen mit Blick auf den Haushalt nicht umgesetzt werden können“.

SPD-Stadtrat Christian Müller spricht von regelmäßigen Treffen mit dem Seniorenbeirat. Er kennt dessen Forderungen genau. Doch „es ist nicht alles machbar, was wünschenswert ist“. Zum Beispiel die MVV-Karte und die 9-Uhr-Regelung. Gerade wegen dieser Regelung sei die Karte ja so günstig. Weil es beim MVV eine Entzerrung zu den Stoßzeiten geben müsse. Da müsse man dann abwägen, was wichtiger sei.

Reibereien mit dem Sozialreferat

Von einer guten Lobbyarbeit für die Senioren spricht Bürgermeisterin Christine Strobl. Sie selbst habe guten Kontakt zu Staudenmeyer. Um die Reibereien mit dem Sozialreferat, bei dem der Beirat organisatorisch aufgehängt sei, wisse sie. Doch viele Themen würden eben das Sozialreferat betreffen. Dass der Beirat künftig direkt Oberbürgermeister Dieter Reiter, SPD, unterstellt werde, sei daher unwahrscheinlich.

Genau das fordern Staudenmeyer und ihre Kollegen. Denn vom Sozialreferat fühle sich das Gremium oft behandelt „wie ein kleines Kind“. Weil das Referat und nicht der Seniorenbeirat die Fachaufsicht über dessen Geschäftsstelle habe. Und weil man für jede Ausgabe über 50 Euro erst beim Sozialreferat um Erlaubnis fragen müsse. „Wenn nicht, kann es uns passieren, dass wir auf Kosten sitzen bleiben“, sagt Staudenmeyer.

Das könnte sich bald ändern: Der Stadtrat will noch in diesem Jahr darüber entscheiden, ob der Beirat ein selbstverwaltetes Budget bekommt. Dann wäre eine Forderung schon mal erfüllt.

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