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Taxifahrer Ethem B. musste sich vor dem Amtsgericht verantworten.

Vorwürfe vor Gericht

Setzte dieser Taxler einen Behinderten aus?

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München - Schlimme Vorwürfe gegen Taxler Ethem B.: Der 68-Jährige soll an einem Abend im April 2016 den geistig behinderten Georg S. (39) an der Rosenheimer Straße ausgesetzt haben.

Eigentlich sollte er in der Friedenstraße einem Betreuer übergeben werden, doch dort kam er nie an… Am Freitag musste sich B. vor Gericht verantworten – und kam glimpflich davon. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage eingestellt.

Am Ende war nicht klar, wer Schuld daran war, dass S. nicht am Restaurant Bonny u. Friends in der Friedenstraße ankam. Laut Anklage hatte Taxler B. den am Down-Syndrom leidenden S. nicht am vereinbarten Zielort abgesetzt, obwohl ihm eine Betreuerin einen Zettel mit der Adresse in die Hand gedrückt hatte. Das Problem: S. kann nicht mit anderen Menschen kommunizieren, er ist auf fremde Hilfe angewiesen. Dessen bewusst war sich auch ein Betreuer, der S. am Restaurant in Empfang nehmen wollte. Erfolglos. Zusammen mit vier Kollegen machte er sich in jener kalten Aprilnacht auf die Suche nach Georg S., der lediglich mit einem T-Shirt bekleidet gewesen sein soll. Laut Anklage herrschten in jener Nacht gerade mal sieben Grad. Erst rund drei Stunden nach Abfahrt des Taxis fand ein Passant Georg S. wohlauf nahe des Ostbahnhofs.

Ethem B. sagte, er habe S. sehr wohl am Restaurant abgeliefert, von einer Übergabe an andere Menschen im Restaurant habe ihm aber niemand etwas gesagt. Das Verfahren wurde eingestellt. Ethem B. muss 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

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