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Professor Siegfried M. (61) fühlt sich zu Unrecht beschuldigt – er will im Prozess ausführlich aussagen.

Verhandlung am Mittwoch

Sex-Prozess: Musikprofessor lässt Tätigkeit am Mozarteum ruhen

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 München - Neun Jahre lang war er Rektor der Hochschule für Musik und Theater, wechselte dann ins ehrwürdige Mozarteum nach Salzburg. Jetzt erschüttern Sex-Vorwürfe den Ruf von Professor Siegfried M. (61). Der Pianist steht am Mittwoch wegen sexueller Nötigung vor Gericht.

Wie berichtet, soll er zwei Kolleginnen bedrängt und begrapscht haben. Aus der Affäre zieht der Rektor die Konsequenz: „Bis zur Klärung der Vorwürfe gegen meine Person habe ich mich entschlossen, mit sofortiger Wirkung und bis auf Weiteres Urlaub anzutreten“, teilt er in einem Schreiben an seine Uni-Kollegen mit, das unserer Zeitung vorliegt.

„Ich setze diese Maßnahme auch in meiner Verantwortung für das Haus um, da ich vermeiden möchte, dass die Universität Mozarteum Salzburg durch die gegen mich erhobenen, wenn auch ungerechtfertigten, Vorwürfe Schaden nimmt“, schreibt der Rektor weiter. Der Universitätsrat hat diese Entscheidung bereits akzeptiert. Die Geschäfte des Mozarteum führt „ab sofort und bis auf Weiteres“ Vizerektorin Brigitte Hütter, wie die Uni mitteilt.

Nach einer baldigen Rückkehr von Siegfried M. klingen diese Worte jedenfalls nicht. Von einem offiziellen Rücktritt will das Mozarteum aber nichts wissen. „Er hat sich auch nicht von den Mitarbeitern verabschiedet, sondern lediglich eine Stellungnahme abgegeben“, sagt Sprecher Thomas Manhart.

Wie seine Verteidiger Alexander Stevens und Stephan Lucas mitteilen, wird Siegfried M. sich am Mittwoch umfassend äußern – nicht nur zu den Vorwürfen der Nötigung, sondern auch dazu, welches Treiben an der Uni geherrscht habe. M. selbst schreibt, er fühle sich durch die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft „sehr belastet. Aus meiner Perspektive wurden völlig unverfängliche Begegnungen mit zwei Kolleginnen vor sieben und drei Jahren völlig unerwartet im Mai 2015 in München angezeigt. Ich habe mir in diesem Zusammenhang nichts vorzuwerfen.“ Im Gegenteil: Er sei froh, dass sich nun ein Gericht mit seinem Fall befasse. Er sei „zuversichtlich, dass das Gericht im Sinne der Gerechtigkeit zu einer entsprechenden Entscheidung findet“.

Am Mittwoch könnte es für den Professor unangenehm werden: Bei dem Strafprozess werden die beiden Kolleginnen aussagen, die ihn schwer belasten.

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