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Professor Siegfried M. (61) fühlt sich zu Unrecht beschuldigt – er will im Prozess ausführlich aussagen.

Prozess am Mittwoch

Sex-Vorwürfe: Musik-Professor streitet alles ab

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    Tobias Scharnagl
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München - Dieser Prozess könnte sich zu einem riesigen Sex-Skandal ausweiten! Am Mittwoch muss Professor Siegfried M. vor Gericht. In der tz äußert sich der 61-Jährige zu den Vorwürfen.

Gegen ihn erhebt die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe: Der ehemalige Präsident der Hochschule für Musik und Theater München am Gasteig (2003 bis 2014) soll in zwei Fällen Kolleginnen sexuell genötigt haben. Gegenüber der tz bestreitet der Angeklagte aber alle Vorwürfe.

Die konkreten Anschuldigungen: Ende April 2009 soll M. einer Professorin während eines Gesprächs in seinem Büro zu nahe gekommen sein. Laut Staatsanwaltschaft drückte Siegfried M. seine Kollegin mit dem Körper gegen die Tür, sobald die in sein Büro gekommen war. Laut Anklage hat der Pianist die Frau an den Schultern gepackt und seine Zunge in ihren Mund geschoben. Diese habe Widerstand geleistet und es so geschafft, dass der Professor von ihr abließ. In der Folge soll Siegfried M. die Frau ein weiteres Mal gepackt haben. Sie wehrte sich erneut. M. soll versucht haben, die Frau zu entkleiden.

Zweiter Fall geschah angeblich im Sommer 2012

Der zweite Fall ereignete sich laut Ermittlungsakten im Sommer 2012. Hintergrund ist ein Musikprojekt des Angeklagten, seiner Frau und einer Bekannten. Dabei handelte es sich um eine Dozentin und das spätere Opfer. Laut Staatsanwaltschaft war am 15. Juli 2012 eine Probe angesetzt. Das Opfer fuhr mit dem Rad zur Hochschule, geriet in einen heftigen Regenschauer und kam völlig durchnässt an. Als sie so in das Büro ihres Vorgesetzten kam, soll Siegfried M. sie aufgefordert haben, sich doch auszuziehen. Die Frau, eine gute Bekannte des Musikers, tat dies als Scherz ab.

Daraufhin soll er ihr an die Brust gefasst haben. Die Frau aber packte ihre ca. 15 000-Euro-Gitarre aus – und fing an zu proben. Nach einiger Zeit soll Siegfried M. aufgesprungen sein – und die Frau mit einem Zungenkuss bedrängt haben. Laut Anklage soll er ihr unter anderem seine Hand unter die Bluse geschoben haben. Die Frau war laut Staatswaltschafts traumatisiert, dass sie später auf dem Nachhauseweg einen Unfall verursacht habe, bei dem sie sich den Knöchel brach.

Auf tz-Nachfrage sagen M.’s Anwälte: „Unser Mandant streitet alle Vorwürfe ab.“ Laut Verteidiger Stephan Lucas werde sich M. auch vor Gericht äußern. „Die Anklage liest sich wie ein Softporno – viel Erotik, wenig strafrechtlich Relevantes“, sagt Rechtsanwalt Alexander Stevens. Sie vermuten eine Intrige gegen ihren Mandanten. „Dem ganzen Fall geht eine jahrelange Fehde voraus“, sagt Stevens. Er vergleicht die Hochschule mit Sodom und Gomorrha. „An der Musikschule sind sexuelle Affären ja anscheinend üblich – und zwar nicht ausgehend von unserem Mandanten.“

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