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Für Johanna M. (35) war die Schönheits-OP der reine Horror.

68.000 Euro Schmerzensgeld!

Sie klagt an: Arzt hat meinen Busen verpfuscht

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München - Sie wollte ihren Körper verschönern lassen. Aber am Ende hatte Johanna M. nur Ärger – und musste am Montag sogar vor Gericht.

„Dieser Arzt hat meinen Busen verpfuscht“, sagt sie über den Münchner Schönheits-Chirurgen Dr. Thomas S. (47). Bei ihm hatte sie sich am 16. März 2015 auf den OP-Tisch gelegt. „Ich wollte meine Brüste verkleinern lassen“, so der Wunsch der Patientin. 320 Gramm Silikon hatte sie bereits auf jeder Seite in der Brust. Weil Johanna M. aber Rückenschmerzen bekam, sollten die Implantate leichter werden. Die Kosten: 12.000 Euro. Die OP – für Johanna M. der reine Horror.

„Ich wachte währenddessen auf und hatte Schmerzen. Es war ein Brennen – so stark, als ob man die Finger auf eine Herdplatte legt. Ich dachte, er reißt mir die Brüste heraus.“ Eine Krankenschwester versuchte, Johanna M. zu beruhigen. „Dann bekam ich Narkose-Mittel nachgespritzt. Aber zu viel. Nach der OP war ich noch einen Tag lang benommen und musste mich übergeben.“

Erst daheim bemerkt die Patientin, dass die OP wohl schiefgelaufen ist. „Meine Brüste waren plötzlich größer statt kleiner.“ Statt 200 Gramm, wie geplant, hatte S. ihr 440 Gramm eingesetzt. „Und die Knoten, die der Chirurg rausschneiden sollte, waren noch da. Er hatte den Eingriff nicht unter Kontrolle.“

Folgenschwer: Johanna M. erlitt eine Infektion. Ihre Implantate musste sie operativ entfernen und auch die Narben glätten lassen. Der eigentliche Skandal aber: Thomas S. hatte gar keine Zulassung mehr als Arzt, das Gesundheitsreferat hatte sie ihm schon vor der OP entzogen!

Verurteilt: Dr. Thomas S.

„Meiner Mandantin hat er sein OP-Verbot aber verschwiegen und damit ihre Zustimmung unrechtmäßig erschlichen“, sagt Anwalt Philip Christmann. Das Landgericht sprach ihr deshalb ein Schmerzensgeld in Höhe von 68.000 Euro zu. Thomas S., der sich vor dem Prozess drückte, muss nun auch für alle später auftretenden Schäden haften.

Jetzt ermittelt der Staatsanwalt

Busen-Pfusch beim Schönheits-Chirurgen – der Fall von Johanna M. ist nicht der erste seiner Art in München. Immer wieder tauchen Klagen über fehlerhafte Eingriffe gegen den Arzt Thomas S. auf. In dem Zivilprozess am Landgericht musste er ein üppiges Schmerzensgeld zahlen. Jetzt drohen dem Schönheits-Chirurgen aber auch noch strafrechtliche Konsequenzen und im schlimmsten Fall noch eine Haftstrafe.

Denn seit Juli 2015 ermittelt die Staatsanwaltschaft München I gegen Thomas S., bestätigt Sprecherin Judith Henkel auf Nachfrage. „Der Tatvorwurf lautet Körperverletzung.“ Mutmaßlich hat S. trotz OP-Verbots weiter Frauen operiert – so wie es Johanna M. beschrieben hat. Nach tz-Informationen haben sich bereits mehr als zehn geschädigte Frauen bei der Staatsanwaltschaft gemeldet. Es könnten noch einige hinzukommen. „Die Ermittlungen dauern an“, sagt Judith Henkel.

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