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Näherin Margarethe Kemer (84) mit einem Teller selbst gebackener Plätzchen.

Margarethe Kemers Fall sorgt für Aufsehen

Sie sollte 7715,41 Euro Rente zurückzahlen - so ging es weiter

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Margarethe Kemers Fall sorgte 2017 für Aufsehen: Sie sollte 7715,41 Euro Rente zurückzahlen. Wir haben nun erneut mit ihr gesprochen.

München - Als wir Margarethe Kemer im August in ihrer kleinen Wohnung besucht haben, hat uns eine Frau die Tür geöffnet, auf deren Gesicht sich ein finsteres Kapitel eingeschrieben hatte: Um über die Runden zu kommen, hatte sich die 84-Jährige vor sieben Jahren in einer Änderungsschneiderei anstellen lassen. Mit ihrem Zuverdienst von mal 100, mal 400 Euro im Monat landete sie schließlich über der schmalen Einkommensgrenze, die hierzulande als Höchstwert gilt. Vor etwa drei Jahren bekam die Rentenversicherung Wind von Kemers Minijob und reagierte prompt: halbierte ihre Witwenrente und stellte eine Rückzahlungsforderung von 7715,41 Euro!

Die darauf folgenden schlaflosen Nächte hatten dunkle Schatten unter ihren Augen hinterlassen. Die Sorgen haben sich unter ihre Haut gegraben und ihre Wangen zum Einfallen gebracht. „Ich war müde“, erzählt Kemer, „richtig ausgelaugt.“

Heute ist von der alten Margarethe Kemer nicht mehr viel übrig. Verschwunden sind die dunklen Schatten unter ihren Augen, die feinen Fältchen um die Nase, die fahle Haut. Verschwunden sein könnten bald auch ihre Schulden. Denn auch, wenn der Ausgang des laufenden Gerichtsverfahrens momentan noch offen ist; Kemers Anwalt ist „guter Dinge, dass das Gericht zu ihren Gunsten entscheiden wird.“ Außerdem haben sich infolge unseres Artikels etliche Münchner gemeldet, die der Seniorin helfen wollen. „Ich muss ein starkes Herz haben“, sagt die Seniorin heute. Ja, liebe Frau Kemer, das haben Sie… 

sb

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