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Siebeneinhalb Jahre Haft für versuchten Mord

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Kempten - Wegen versuchten Mordes mit gefährlicher Körperverletzung ist ein 29-jähriger Arbeiter aus Kaufbeuren vom Landgericht Kempten zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 29-Jährige hatte gestanden, im November 2007 sein 62 Jahre altes Opfer mit einem gezielten Messerstich in den Hals schwer verletzt zu haben.

Er habe Rache üben und die Ehre seiner Familie retten wollen. Auslöser für die Tat vor einem Einkaufszentrum in Kaufbeuren war ein Streit, der knapp zwei Jahre zuvor zwischen den beiden türkischen Familien entbrannt war. Dabei war der 29-Jährige von seinem späteren Opfer tätlich angegriffen worden.

Die blutende Kopfverletzung, die der Angeklagte dabei davongetragen hatte, wog für ihn allerdings weniger schwer als die massiven Beleidigungen. Laut Staatsanwaltschaft fasste der Angeklagte daraufhin den Entschluss, den älteren Mann zu töten. Davon ließ er auch nicht ab, nachdem sich dieser etwa zehn Tage später bei ihm entschuldigt hatte.

Knapp zwei Jahre beobachtete der Angeklagte den 62-Jährigen und spionierte dessen Lebensgewohnheiten aus. Am 16. November 2007 lauerte er dem an Krücken gehenden Mann auf und stach ihm auf offener Straße mit einem Klappmesser von hinten durch den Hals. Er ließ das Opfer alleine zurück und ging direkt zur Polizei.

"Heute bereue ich, was ich getan habe", sagte der Angeklagte vor Gericht. Er entschuldigte sich beim Geschädigten, der die Verletzung durch glückliche Umstände ohne Folgeschäden überlebt hat. "Ich bin nicht böse auf ihn und vergebe ihm", sagte der 62-Jährige und bedachte den Angeklagten zur Überraschung aller Anwesenden im Gerichtssaal mit einem versöhnenden Wangenkuss.

Der Vorsitzende Richter betonte, das umfassende Geständnis des Angeklagten und die Tatsache, dass er sich unmittelbar nach dem Mordversuch der Polizei stellte, hätten sich strafmildernd ausgewirkt. Gegen den Angeklagten habe gesprochen, dass er aus Heimtücke gehandelt habe. Er habe wegen eines nichtigen Anlasses einen Menschen töten wollen.

dpa

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