Siemens-Mitarbeiter protestieren: „Wir lassen uns nicht entsorgen“

München - Hunderte Siemens-Mitarbeiter haben am Mittwoch auf dem Odeonsplatz gegen den Stellenabbau beim größten deutschen Elektrokonzern protestiert.

Siemens: Proteste gegen Stellenabbau in München

Siemens: Proteste gegen Stellenabbau in München
Siemens: Proteste gegen Stellenabbau in München
Siemens: Proteste gegen Stellenabbau in München
Siemens: Proteste gegen Stellenabbau in München
Siemens: Proteste gegen Stellenabbau in München

Die Kundgebung fand parallel zur Aufsichtsratssitzung des Konzerns in München statt. Die Beschäftigten waren aus ganz Deutschland gekommen: München, Erlangen, Berlin und anderen Siemens-Standorten. Sie warfen dem Konzern vor, systematisch Stellen abzubauen und dies unter dem Schlagwort „Portfoliopolitik“ zu verschleiern.

„Portfoliopolitik hat Chancen, das Unwort des Jahres zu werden“, sagte der Unternehmensbetreuer der IG Metall, Dieter Scheitor, unter dem Applaus der Beschäftigten. Der Begriff klinge klinisch sauber, bedeute in Wahrheit aber, Mitarbeiter auf schmutzige Art zu entsorgen. „Bei Siemens ist nichts mehr sicher“, rief die Siemens- Konzern-Betriebsratsvorsitzende Bettina Haller den Beschäftigten zu. Sie forderte die Belegschaft zum weiteren Zusammenhalt auf.

An der Demonstration auf dem Odeonsplatz nahe der Siemens-Konzernzentrale in der Innenstadt beteiligten sich unter anderem Beschäftigte der Siemens-Sparte Electronic Device Manufacturing (EDM), von Siemens IT Solutions and Services sowie des Gemeinschaftsunternehmens Nokia Siemens Networks, das besonders stark von einem Stellenabbau betroffen ist.

„Stoppt den Kahlschlag bei Nokia Siemens Networks“, hieß es auf Transparenten und „Wir lassen uns nicht entsorgen“. Auf ein Plakat hatten die Mitarbeiter einen Holzfäller mit einer Axt gezeichnet: „Portfoliopolitik nach Siemens-Art“.

Die Gewerkschaft sprach am Mittwoch von rund 700 Kundgebungs-Teilnehmern. „Das war ein guter Auftakt“, betonte ein Sprecher der IG Metall München. Wann die nächsten Proteste geplant sind, war gestern aber noch offen.

dpa

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