+
München feiert ins neue Jahr - hier im Jahr 2014 sogar mit Schnee.

Über Herkunft und Bedeutung

Am 31. Dezember: Wieso feiern wir eigentlich Silvester?

  • schließen

München - Am 31. Dezember feiern wir Silvester mit lauten Böllern und buntem Feuerwerk. Aber wissen Sie, woher der Name Silvester überhaupt kommt – und welche Bedeutung das Feuerwerk ursprünglich hatte? Hier gibt es Wissen zum Angeben für die Silvesternacht.

Jedes Jahr wieder lassen wir an Silvester die Korken knallen, zünden Raketen und stoßen feierlich vor der Böller-Kulisse an. In den unterschiedlichsten Teilen der Welt haben sich verschiedene Bräuche etabliert, mit denen das neue Jahr eingeleitet wird. Bei uns verbringen die meisten den Abend mit Freunden oder auf einer Feier, um Mitternacht wird dann der Nachthimmel von buntem Feuerwerk erleuchtet. Aber warum feiern wir eigentlich ausgerechnet so in das neue Jahr? Und wieso heißt der letzte Tag im Jahr überhaupt Silvester? Wir haben ein paar interessante Fakten für Sie zusammengefasst, damit Sie auf der Silvesterparty passendes Hintergrundwissen zum Angeben haben.

Die Bedeutung von Silvester: Woher kommt der Name?

Papst Silvester I.

Warum wir den letzten Tag im Jahr heute Silvester nennen, hat einen kirchlichen Hintergrund. Der Name geht nämlich auf Papst Silvester I zurück, der bis zum Jahre 335 in Rom als kirchliches Oberhaupt regierte. Papst Silvester I hatte dabei eine außerordentliche „Bindung“ zum 31. Dezember: Im Jahr 314 wurde er an diesem Tag zum Papst ernannt und verstarb genau 21 Jahre später, am 31. Dezember.

Einige Jahrhunderte später, 1582, wurde der julianische Kalender von dem gregorianischen abgelöst, den wir auch heute noch nutzen. Dieser brachte ein paar dringend benötigte Reformen, insbesondere Regelungen, die das Schaltjahr betreffen. Als damit auch der letzte Tag des Jahres vom 24. auf den 31. Dezember gelegt wurde, erinnerte sich der amtierende Papst Gregor XIII wohl an den inzwischen heiliggesprochenen Papst Silvester I.: Von hier an wird der 31. Dezember nämlich zu Ehren des Heiligen Silvester gefeiert und kam dadurch auch zu seinem heutigen Namen.

Der erste Papst war Namenspatron für unser heutiges Silvester

Der Name Silvester kommt, für einen Papst nicht gerade unüblich, aus dem Lateinischen. Er bedeutet „Waldbewohner“ und stammt von dem lateinischen Wort „silva“ (Wald) ab. Bei Papst Silvester I geht dieser Name aber noch auf eine andere Legende zurück: Er soll durch Handauflegen den erkrankten Kaiser Konstantin geheilt haben. Dieser ließ sich daraufhin von ihm taufen und erkannte ihn offiziell als kirchliches Oberhaupt an.

Der Heilige Silvester gilt im Übrigen auch als Schutzpatron der Haustiere. Sicherlich nicht mit diesem Hintergedanken gewählt, aber aus heutiger Sicht durchaus passend: Die Nacht zwischen Feuerwerk und lautem Geböller ist für unsere Begleiter auf vier Pfoten schließlich nicht wirklich angenehm – einen Schutzpatron können sie dementsprechend am 31. Dezember auf gewisse Weise besonders gut gebrauchen.

Achtung, Rechtschreibung: Silvester oder Sylvester?

Sylvester Stallone hat nichts mit Silvester zu tun.

Nicht selten sieht man die Schreibweise „Sylvester“ als Bezeichnung für den 31. Dezember. Doch das hat leider nichts mit dem letzten Tag des Jahres zu tun, sondern ist schlicht und einfach ein Vorname – wie beispielsweise bei Schauspieler Sylvester Stallone. Während man den Vornamen nämlich mit i oder y schreiben kann, ist die Schreibweise für das Fest zum Jahreswechsel auf „Silvester“ festgelegt worden.

Wieso zünden wir an Silvester eigentlich Feuerwerk?

Feuerwerkskörper bevölkern zwischen den Jahren die Kaufhäuser.

Kommt auch der Name und die Bedeutung von Silvester aus der christlichen Geschichte, ist das bei unseren Silvestertraditionen nicht der Fall. Hier konnte sich die katholische Kirche nicht gegenüber den bereits verbreiteten heidnischen Bräuchen behaupten. So kommt der Brauch, Feuerwerke zu zünden und auch das laute Glockenläuten um Mitternacht noch aus dem vorchristlichen Glauben: Hiermit sollten böse Geister vertrieben werden und das neue Jahr mit Freude begrüßt werden.

Rote Unterwäsche, Kartenspiele und Mandarinen: So feiern Menschen aus aller Welt Silvester

Auf der ganzen Welt verteilt feiern Menschen mit den unterschiedlichsten Bräuchen in das neue Jahr – manche davon sind unseren deutschen sehr ähnlich, andere erscheinen durchaus ungewöhnlich.

In Italien feiern die Menschen den Jahreswechsel beispielsweise ähnlich wie in Deutschland mit lautem, farbenfrohen Feuerwerk. Ein Brauch, der aber nur von den Italienern zelebriert wird: In der Silvesternacht tragen die Frauen hier extra rote Unterwäsche. Diese soll beiden Geschlechtern Glück für das neue Jahr bringen.

Auf den Philippinen springen Kinder und Erwachsene während der Silvesternacht so oft in die Luft, wie es geht – um ihr Wachstum anzuregen. In Mexiko wird ein Koffer vor die Tür gestellt, damit im nächsten Jahr viele Reisen bevorstehen.

Besonders zuversichtlich sind die Griechen: An Silvester spielen diese gerne diverse Kartenspiele. Wer dabei gewinnt, hat das ganze Jahr hindurch Glück – und wer verliert, bekommt dafür Glück in der Liebe.

Obwohl die Chinesen ihren Jahreswechsel bekanntlich erst einige Wochen später feiern als wir, gibt es auch hier einige ungewöhnliche Silvester-Bräuche. So werfen unverheiratete Frauen gerne Mandarinen in das offene Meer und eine Stunde vor Mitternacht werden alle Fenster im gesamten Haus geöffnet, um das Glück hineinzulassen.

Zum Weiterlesen: Wir haben Ihnen bereits in einem anderen Artikel zusammengefasst, welche Bräuche Menschen auf der ganzen Welt an Silvester feiern

Wieso wünschen wir uns an Silvester einen „Guten Rutsch“?

„Guten Rutsch“ oder in einigen Gegenden auch mal „Rutsch gut rüber“, rufen wir uns an Silvester und den Tagen davor gerne zu. Wir wollen damit einen guten Jahreswechsel wünschen, eine schöne Feier und alles Gute für das neue Jahr. Der Ursprung dieser Redewendung kommt aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Hebräischen. Nach dem jüdischen Brauch wird das Neujahr hier „Rosch ha schana“ genannt, was wörtlich „einen guten Kopf des Jahres“ bedeutet. Hierüber sind sich Sprachwissenschaftler allerdings nicht ganz einig. Ein anderer Ansatz könnte sein, dass der Begriff des Rutschens früher in engem Zusammenhang mit dem Reisen oder Fahren gestanden habe und deswegen für diese Redewendung benutzt wurde.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Halbzeit-Bilanz exklusiv: Der OB über die GroKo und Vize Josef Schmid
Wohin führt der Weg der Großen Koalition im Rathaus? In den nächsten Tagen soll es ein Gespräch geben, in dem sich SPD und CSU auf das weitere Vorgehen verständigen. Wir …
Halbzeit-Bilanz exklusiv: Der OB über die GroKo und Vize Josef Schmid
So hilft Münchens Alt-OB Ude in Afrika
München - Jahrzehntelang hat Christian Ude in München die Geschicke geleitet. Nun kümmert sich die der Alt-OB um notleidende Mitmenschen in Afrika. Im Interview spricht …
So hilft Münchens Alt-OB Ude in Afrika
SPD-Stadtrat fordert: Turnhallen am Wochenende öffnen
Stadtratsmitglieder der SPD-Fraktion fordern die Verwaltung der Stadt München dazu auf, ein Konzept zu erarbeiten. Ziel: die Öffnung der Schulturnhallen auch am …
SPD-Stadtrat fordert: Turnhallen am Wochenende öffnen
Diese neuen Läden kommen in die Innenstadt
Gleich zwei neue Läden sollen die Münchner Innenstadt neu beleben: eine Filiale des Münchner Traditionsbetriebs Elly Seidl und  - zur Freude vieler Fans - ein Disney …
Diese neuen Läden kommen in die Innenstadt

Kommentare