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Mit nur 42 Jahren gestorben: Silvia Seidel - bekannt als Ballerina "Anna" - ist in München gestorben.

Schauspielerin ("Anna") stirbt mit 42 Jahren

Silvia Seidel: Der einsame Tod der Ballerina

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München - Jeder kannte sie: Als Ballerina "Anna" begeisterte Silvia Seidel die Nation. Im Alter von 42 Jahren ist die Schauspielerin in München gestorben.

Sie war Münchens Primaballerina, tanzte sich mit nur 18 Jahren in die Herzen vieler Fans. Silvia Seidel war ein umjubelter Star. In der Rolle als Anna Pelzer in der ZDF-Weihnachtsserie „Anna“ wurde die schöne Schauspielerin Ende der Achtzigerjahre schlagartig berühmt. Doch jetzt nahm ihr Leben ein jähes Ende. Nach „tz“-Informationen wurde die 42-Jährige vergangene Woche tot in ihrer Küche aufgefunden. Daneben lag ein Abschiedsbrief, die Ermittler gehen von einem Selbstmord aus: „Es gibt keine Anhaltspunkte auf ein Fremdverschulden“, sagt Peter Preuß, Sprecher der Staatsanwaltschaft München I.

Silvia Seidel ist tot: Bilder aus ihrem Leben

Silvia Seidel ist tot: Bilder aus ihrem Leben

Der traurige Tod der Ballerina im Glockenbachviertel schockt Wirtin Maria Mukalovic. In ihrer Eckkneipe war Silvia Seidel Stammgast. „Sie war ein so liebes Mädchen, jeder im Viertel hat sie gekannt“, sagt die Wirtin. „Sie kam jeden Tag hier her, meist am Nachmittag. Wir waren gut befreundet, fast wie eine Familie.“ Doch als die Schauspielerin vergangene Woche tagelang nicht auftaucht, da wird die Wirtin stutzig. „Ich kann ja von der Kneipe aus in ihr Fenster sehen. Da brannte die ganze Zeit das Licht. Ich dachte: Vielleicht lernt sie wieder für eine Rolle.“

Doch damit liegt sie falsch. Der einstige Fernsehstar hatte schon länger keine großen Engagements mehr. Nach ihrem Durchbruch als Anna Pelzer spielte die gebürtige Münchnerin noch die Hauptrolle im gleichnamigen Kinofilm an der Seite von Patrick Bach, erhielt dafür sogar einen Bambi. Viele Mädchen wurden von der wunderbaren Geschichte der Ballerina Anna gefangen genommen, deren Karriere wegen eines Autounfalls zu platzen droht. Doch am Ende erobert sie die berühmten Pariser Bühnen.

Im wahren Leben hat die Geschichte von Silvia Seidel kein Happy End. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter Hannelore im Jahr 1992 leidet auch die Karriere unter langen Durststrecken. In Produktionen wie „Um Himmels Willen“ (2002), „Soko Leipzig“ (2005) und „Sturm der Liebe“ (2007) bekam Silvia nur noch kleinere Nebenrollen, gelegentlich spielte sie Theater.

Vom einstigen Erfolg ist nicht viel übrig. „Ich bin oft arbeitslos und weiß dann nicht, wovon ich die Miete bezahlen soll. Ich bin froh, überhaupt noch Arbeit zu bekommen, muss nehmen, was ich kriegen kann. Es ist schwer, davon zu leben“, sagte sie in einem Interview. Wirtin Maria bestätigt das: „Silvia hatte Geldprobleme. Sie sagte, das Guthaben aus ihrer Lebensversicherung reiche nur noch ein paar Monate. Sie wollte kein Sozialfall werden, dafür war sie zu stolz.“

Maria Mukalovic fängt an, sich Sorgen um die labile Schauspielerin zu machen: „Ich war sicher, dass etwas nicht stimmt.“ Also nimmt sie ihren Mut zusammen und klingelt im Haus gegenüber. Die Schauspielerin öffnet nicht, aber ein Nachbar lässt sie herein. „Ich habe an ihrer Wohnungstür geklopft und gerufen: Silvia, mach die Tür auf – ich bin es doch, deine Maria.“ Eine halbe Stunde lang probiert es die Wirtin, dann geht sie verzweifelt zurück. „Ich habe einen Freund gebeten, die Polizei zu rufen.“

Wenig später finden die Beamten die Schauspielerin leblos in ihrer Wohnung. „Die geballte Aufmerksamkeit war für mich wie ein Fluch“, sagte Silvia einmal über den Hype, den „Anna“ ausgelöst hatte. Doch in den letzten Jahren war sie allein, verbittert vom Jobfrust, auch die Beziehung zu Lebensgefährte und Autor Patrick McGinley ging in die Brüche. Es ist der einsame Tod der Ballerina.

thi, arb

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