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Der Münchner Comedian Simon Pearce erzählte uns von seinen negativen Erfahrungen - und bewegte mit seiner Geschichte die Leser.

Viraler Internet-Hit

Simon Pearce: So trifft sein Beitrag den Nerv der Menschen

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München - Diskriminierung gehört zum Leben von Simon Pearce. Der schwarze Comedian erzählte uns von seinen Erfahrungen. Er erntete dafür einen Like-Sturm und schaffte es bis auf die Seite eines Fernsehsenders.

Der gebürtige Münchner Simon Pearce hat mit seinem Gastbeitrag "An alle Münchner, die glauben, in ein toleranten Stadt zu leben" einen Nerv getroffen. Seine Botschaft ist wichtig. Und sie bewegt die Menschen. Sein Artikel wurde deshalb auf Facebook mehrere hundert Male geliked und geteilt. Der Comedian, der Sohn der bayerischen Volksschauspielerin Christiane Blumhoff und eines Nigerianers ist, beschreibt Situationen, in denen er in München angefeindet und diskriminiert wurde. Es sind Situationen, die wütend machen. Und traurig. Pearce wurde vor einem Monat am Ostbahnhof als "Drecksneger" beschimpft und geschlagen. In der Tram setzen sich die Leute von ihm weg und umklammern ängstlich ihre Taschen. Und wenn jemand im Zug seinen Personalausweis zeigen soll, dann meist nur er.

Sein Gastbeitrag für uns bei Bayern 3

"Puls", der junge Sender des BR, brachte am Tag als Pearce' Beitrag online ging, spontan ein Video auf Facebook heraus: In dem Video erzählt Pearce von seinem Beitrag auf tz.de/Merkur.deund verweist auf ein Mixtape, das er als Willkommensgeschenk an Flüchtlinge zusammengestellt hat. Unter dem Hashtag #vielfaltfetenmix sucht Puls Songs für Toleranz und Vielfalt. Pearce hat seinen Beitrag bereits geliefert, zu hören gibt es ihn auf Spotify und Deezer. Die Links dazu finden Sie auf der Homepage von Puls. Und am Donnerstagabend sprach Pearce im Radio bei Bayern 3 und Puls über seinen Gastbeitrag und das riesige Feedback darauf.

„Du bist kein richtiger Neger. Du bist doch der Simon.“ Simon Pearce hat in seinem Artikel über den alltäglichen...

Posted by PULS on Donnerstag, 27. August 2015

Beitrag schafft es sogar auf Fernsehsender-Seite

Auf Simons öffentlicher Facebook-Seite wurde der Gastbeitrag bereits mehr als tausend Mal geteilt, mehr als 500 User haben ihn geliked. Die Kommentare sind überwiegend positiv, viele User schämen sich sogar, in einer so intoleranten Stadt wie München zu leben.

Weltstadt mit Herz. A bissl was geht da scho no

Posted by Simon Pearce on Donnerstag, 27. August 2015

Auch der Fernsehsender 3sat teilte Pearce' Beitrag auf seiner Facebookseite. Dort wurde er ebenfalls hundertfach geteilt und geliked. Im Januar hatte der Comedian in der Sendung "Happy Hour" von seinen heftigen Erfahrungen in München erzählt.

Simon Pearce schreibt einen Brief an alle Münchner. Vor einem Monat ist der Comedian am Ostbahnhof geschlagen und als "...

Posted by 3sat on Donnerstag, 27. August 2015

Das Magazin "Krautreporter" berichtete in seinen drei wichtigsten Nachrichten des Tages über den Artikel. Das Portal "Auch ich bin Deutschland"von der Deutschlandstiftung Integration teilte den Artikel mit den Worten "Es gibt solche und solche Neger" und erntete 150 Likes dafür. Die Seite "Interkulturelle Germanistik", eine Informationsseite für das gleichnamige Studienfach mit fast 2000 Fans, teilte den Artikel ebenfalls.

Auf Twitter wurde der Simons Beitrag ebenfalls verbreitet, unter den Retweetern fand sich sogar ein prominentes Fernsehgesicht: Bernhard Goodwin, bekannt als "Doktor Birnbaum" aus der Sendung "Walulis sieht fern" teilte den Artikel mit den Worten "So schaut sie leider manchmal aus , unsere Stadt". Auch die Seite "München entdecken", die mehr als 1000 Follower zählt, teilte die bewegende Geschichte des 34-Jährigen. 

Nicht zuletzt als Reaktion auf Pearce' Erzählungen ist der Auftritt des Kabarettisten am 1. September im Lustspielhaus München übrigens schon ausverkauft. Er hat prompt einen neuen anberaumt: Am 31. Januar wird er erneut dort sein Programm präsentieren.

Der Gastbeitrag von Simon Pearce trifft einen Nerv. Das freut uns. Weil er wichtig ist. Verbreiten Sie ihn gerne weiter. Auch er selbst ist überrascht vom medialen Feedback:

Wow! Damit hab ich nicht gerechnet. Ich teile das jetzt nicht, um mir auf die Schulter zu klopfen. Im Gegenteil. Ich war...

Posted by Simon Pearce on Freitag, 28. August 2015

sb



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