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Redakteurin Petra Fischer (48): „Die hohen Preise überall in München drängen die Mittelschicht aus der Stadt. Dazu tragen auch die hohen Parkgebühren bei. Ich wünsche mir, dass zumindest die MVV-Preise sinken.

Grüne: Da ist noch Luft nach oben

Sind 10 Euro zu viel? Rathaus-Zoff um die Parkgebühren

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Im Stadtrat zeichnet sich ein Streit über die geplante Erhöhung der Parkgebühren ab. In einigen zen­trumsnahen Bezirken soll das Tagesticket künftig zehn Euro kosten. Die CSU: „Da machen wir nicht mit.“ SPD und Grüne sind dafür. 

München - Die einen sprechen von Abzocke, für die anderen sind die Parkgebühren in München viel zu günstig. Heute muss der Planungsausschuss des Stadtrats Farbe bekennen. Allerdings: Die Er­höhung soll gar nicht für das gesamte Stadtgebiet gelten, sondern nur probeweise für vier Parklizenzgebiete im ­Bezirk Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt und in Untersendling. Dort soll neben dem teureren Tagesticket auch der Stundensatz im Zeitraum von 18 bis 23 Uhr von ein auf zwei Euro steigen.

SPD, Grüne und FDP begrüßen die Reform. Die Grünen bezeichnen den Schritt sogar als „viel zu verhalten“. Stadtrat Paul Bickelbacher: „Da wäre noch Luft nach oben.“ Bickelbacher ­erinnert daran, dass die MVV-Preise in den vergangenen 20 Jahren um 50 Prozent gestiegen seien, während die Parkgebühren stabil blieben. Heide Rieke (SPD) und Michael Mattar (FDP) sagen, Ziel des Parkraummanagements sei es, den Individualverkehr aus den Lizenzgebieten herauszuhalten und ­vor allem Pendler zum Umstieg auf ­öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. „Diese Wirkung muss über den Preis gesteuert werden“, erklärt Rieke. Und Mattar ergänzt: „Sechs Euro nehmen Pendler locker in Kauf.“

CSU: Parkgebühren sollen Leute nicht abzuschrecken

Ganz anders denkt die CSU. „Die Parkgebühren sind nicht dazu da, um die Leute abzuschrecken, sondern nur um den Verwaltungsaufwand abzudecken“, sagt Walter Zöller, planungs­politischer Sprecher der Stadtratsfraktion. Die CSU sträubt sich auch gegen einen anderen Plan der Rathausverwaltung: So will die Stadt beim Freistaat den Antrag stellen, die derzeit auf 2,60 Euro festgelegte Höchstgrenze für den Stundenpreis beim Parken aufzuheben. Aktuell bezahlen Autofahrer in der Altstadt und im Hauptbahnhofviertel 2,50 Euro pro Stunde. Zu wenig, sagen auch hier SPD, Grüne und FDP.

Der Planungsausschuss will heute auch die Erweiterung der Lizenzgebiete beschließen. Hinzukommen sollen die Gebiete Rotkreuzplatz Thalkirchen, Alte Heide, Schönstraße, Tierpark und Wettersteinplatz. Und zur Förderung der Elektromobilität sollen in den Testlizenzgebieten in der Ludwigsvorstadt weitere E-Auto-Stellplätze eingerichtet werden.

Das meinen Münchner Autofahrer

Iris Mann (56).

Iris Mann (56, Goldschmiedin): „Strafzettel, Blitzer, Parkgebühren – das sind die Einnahmequellen der Stadt. Die Politik will die Autos aus der Stadt bekommen, ich bin aber auf mein Auto angewiesen. Außerdem spart man sich auch kein Geld, wenn man die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt – zu teuer!“

Robert ­Redweik (34)

Musiker Robert Redweik meint, dass die Stadt so ihr Geld verdient: „Die Stadt München ist sehr reich, trotzdem muss sie Geld dazuverdienen – auch durch Parkgebühren. Vielleicht parken dann nicht mehr so viele Leute in der Innenstadt. Überhaupt werden die Autos auf Münchens Straßen weniger – Carsharing ist beliebt.“

Lesen Sie auch: Die Stadt München plant Verdopplung der Parkgebühren

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