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Luftverschmutzung

Riesenstaubsauger für Münchens Luft

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In München liegt der Feinstaub in der Luft. Eine kuriose Maschine aus Rotterdam soll helfen, sie wieder sauberer zu machen.

Eine Erfindung aus Rotterdam soll helfen, Münchens Luft sauberer zu machen. Das regt die Stadtratsfraktion für Freiheitsrechte, Transparenz und Bürgerbeteiligung an. Die Stadträte von FDP, HUT und Piraten haben Gefallen am „Smog Free Tower“ gefunden, den der niederländische Designer Daan Roosegaarde in Rotterdam konstruiert hat.

Die sieben Meter hohe, mit Blechlamellen überzogene Konstruktion, so haben die Freiheitlichen einem Internet-Magazin entnommen, sei am 5. September auf einer Wiese in der holländischen Hafenstadt in Betrieb genommen worden. Es solle „eine 60 Meter umspannende smogfreie Blase erzeugen“. Das erledigt der „Smog Free Tower“, der in Kooperation mit der Universität Delft entstanden ist, mit Technik, wie sie auch in den Filtern großer Kraftwerke eingesetzt wird: Der Feinstaub in der Luft wird mit Spulen elektrisch aufgeladen und dann von Filterflächen mit entgegengesetzter elektrischer Ladung angezogen. Die Luft strömt gesäubert wieder aus der Konstruktion heraus. Den gesammelten Feinstaub will Roosegaarde, der vor allem mit spektakulären Lichtinstallationen bekannt geworden ist, in kleine transparente Würfel gießen.

Zunächst einmal will Roosegaarde mit seinem mechanischen Saubermann auf Tour durch die Metropolen dieser Welt gehen. Dann könnten „nach und nach“ fest installierte Türme folgen. Zehn seien in den nächsten Jahren möglich, zitiert der Stadtrats-Antrag.

Die Freiheitlichen würden diese Türme gern in München sehen. „Zwar stellen die Feinstaubwerte nicht mehr das Hauptproblem der Umweltbelastung dar“, heißt es in dem Antrag. „Trotzdem wären Reduzierungen im Interesse der Münchner wünschenswert.“ Die Stadtverwaltung solle mit der Stadt Rotterdam und dem Designer Kontakt aufnehmen und Standorte in München vorschlagen – „insbesondere im Bereich des stark belasteten Mittleren Rings und möglichst an der Tunnel-Ein- / Ausfahrt an der Landshuter Allee“.

30 000 Kubikmeter pro Stunde kann der „Smog Free Tower“ laut seinem Erfinder reinigen. Das klingt nach viel und ist doch wenig angesichts der Luftmassen über München. Münchnens Straßen, Wege und Plätze nehmen etwa ein Siebtel des Stadtgebiets ein. Allein um die Luft über diesen Flächen auch nur einmal am Tag bis in sieben Meter Höhe durch solch einen Filter zu pumpen, bräuchte man rund 400 „Smog Free Towers“. Was das kosten würde, steht in dem Antrag nicht.

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