+
Einige Werbe-Plakate von "true fruits" wurden in München zensiert

München zu prüde für "Oralverzehr"?

Stadt verbietet drei Werbesprüche - Smoothie-Hersteller sauer

München- Mit Sprüchen wie "Bei Samenstau schütteln" oder "Oralverzehr" sorgt der Smoothie-Hersteller "True Fruits" seit einigen Tagen für Aufruhr. In München wurden Werbe-Plakate jetzt entschärft.

Wie am Montag berichtet, wirbt die Firma "True Fruits" neuerdings mit witzig-obszönen Sprüchen für Gesundes aus dem Mixer. Slogans wie "Oralverkehr - schneller kommst du nicht zum Samengenuss" zieren Plakate in München und anderen Städten. Das Unternehmen sei für freche Sprüche bekannt, und die Sprüche seien intern gut angekommen, so Mitgründer und Marketingchef Nicolas Lecloux zum Magazin Meedia

Ist München verklemmt?

In der bayerischen Hauptstadt scheinen die pikanten Sprüche allerdings zu stören. Die Stadt untersagte die Plakatierung von drei Motiven und genehmigte lediglich den Slogan "Besamt & befruchtet". Inzwischen hängt über einigen Werbe-Plakaten ein Zensur-Schild, auf denen "True Fruits" mitteilt, dass sie verpflichtet wurden, die Plakate zu zensieren. Diese sollen "anstößige & geschmacklose Äußerungen enthalten". 

"True Fruits"-Mitgründer und Marketingchef Nicolas Lecloux ist empört: "Warum dürfen wir als Unternehmen nicht so kommunizieren, wie wir es auch privat machen? Wir finden die Sprüche lustig. Als wir erfuhren, dass München unsere Plakate nicht erlaubt, wollten wir der Stadtverwaltung nicht klein beigeben und haben auf diese Weise gehandelt. Wir lassen uns den Mund und Humor nicht verbieten."

Plakate auf Privatgrundstücken erlaubt

In München werden die Kampagnenmotive (269x "Zensiert", 308x "Besamt & befruchtet") circa zehn Tage lang an hochfrequentierten Orten zu sehen sein. Auf Privatgrundstücken können Fans der lustigen Sprüche diese wohl noch länger betrachten: Dort ist die Plakatierung nämlich erlaubt. Auf der Brienner Straße (99m² Plakatfläche) und auf der Leopoldstraße (120 m²) können jeweils zwei Riesenposter mit dem Slogan "Oralverzehr - schneller kommst Du nicht zum Samengenuss" betrachtet werden. 

Übrigens: Andere deutsche Städte sind in dieser Hinsicht nicht so prüde: In zehn weiteren deutschen Städten, darunter Hamburg, Dresden, Frankfurt und Berlin wurden alle Motive genehmigt.

So reagieren die Kunden via Facebook

Der Marketingchef Lecloux meinte auf der diesjährigen Facebook-Konferenz in München, ein Shitstorm sei wichtig, um erfolgreich zu sein. Zu provozieren, sei Strategie. Nach einem Shitstorm wegen eines "grenzwertigen" Facebook-Posts hatte sein Start-up mehr Facebook-Fans als vorher, behauptet er. Die Reaktionen der Facebook-User auf die pikanten Sprüche sind allerdings unterschiedlich: Die einen finden's wirklich eklig, die anderen hätten die Werbe-Plakate sogar gerne in ihrer Stadt.

Smoothie-Hersteller wirbt mit zweideutigen Samen-Slogans

Smoothie-Hersteller wirbt mit zweideutigen Samen-Slogans

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Olympiapark als Weltkulturerbe: Chance oder Last?
Soll der Olympiapark zum Weltkulturerbe werden? Eine Münchner Initiative setzt sich dafür ein, die Ausschussgemeinschaft Linke/ÖDP unterstützt in einem Antrag den …
Olympiapark als Weltkulturerbe: Chance oder Last?
Dritte Startbahn: Harte Kritik an Siemens-Chef
Kürzlich drohte Siemens-Chef Joe Kaeser:  Wenn die dritte Startbahn nicht komme, könnte sein Unternehmen wegziehen. Nun geht ihn der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von …
Dritte Startbahn: Harte Kritik an Siemens-Chef
Faschingsbälle in München: Die große Übersicht
München - Der Fasching setzt zum Endspurt an, und Münchens Narren sind noch einmal gefordert: Der Terminkalender ist bis zum Faschingsdienstag dicht gefüllt mit …
Faschingsbälle in München: Die große Übersicht
Schauburg will Pouya aus Afghanistan retten
Womöglich kann Pouya bald wieder aus Afghanistan raus: Die Münchner Schauburg will den Künstler unter Vertrag nehmen. 
Schauburg will Pouya aus Afghanistan retten

Kommentare