Rauchen, Abnehmen, Sparen

So halten Sie ihre Neujahrs-Vorsätze durch

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München - Die guten Vorsätze fürs neue Jahr haben mindestens genauso Tradition wie bei vielen Menschen der Fakt, dass sie nicht umgesetzt werden. So schaffen Sie es trotzdem!

Endlich abnehmen und gesünder leben. Mehr sporteln, Geld sparen und mit dem Rauchen aufhören. Ach ja: Und mehr Zeit für sich – das wär doch auch schön. So wünschen es sich die meisten Menschen – und nehmen sich an Neujahr viel vor. Für 2017 und überhaupt. Tatsächlich aber halten die guten Vorsätze meist nur ein paar Tage an. Warum? Weil es an der Umsetzung der neuen Lebenspläne und am Durchhaltevermögen hapert. Aber heuer wird alles anders – versprochen! Die tz hat fünf Experten nach ihren besten Tipps befragt – für die jeweils wichtigsten Alltags-bereiche. Jeder einzelne Rat lässt sich konkret umsetzen. So schaffen Sie, was Sie sich vornehmen – und 2017 wird Ihr Jahr!

Schluss mit Rauchen

Mit den Tipps von Michaela Goecke (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) fällt es leichter, durchzuhalten: Wer aufgehört hat zu rauchen, sollte viel Sport treiben. Einerseits werden dadurch Entzugserscheinungen gemindert, andererseits hilft die Bewegung natürlich auch gegen eine unerwünschte Gewichtszunahme. Ergänzend dazu: gesund ernähren! Größte Rückfallgefahr besteht durch Alltagsstress, hier helfen die vier „A-Tipps“: aufschieben (bei Verlangen erst mal zehn tiefe Atemzüge!), ausweichen (Raucherecke meiden!), abhauen (für einen Moment zurückziehen!) und ablenken (überlegen Sie sich eine schöne Alternative!).

Paffen – ein Ritual

Mein Vorsatz ist es, mit dem Rauchen aufzuhören – aber nicht in diesem Jahr. Das ist einfach noch nicht fest geplant. Ich rauche eigentlich auch mehr bei der Arbeit, da geht es viel um Rituale: Warten, Zigarette drehen und so. Daheim habe ich immer was zu tun, da rauche ich weniger. Meine Frau Karin hat selber auch schon aufgehört, da werde ich wohl einmal nachziehen müssen ... Gerhard Schaper (59), Kraftfahrer

Abnehmen

Endlich schlanker werden: Das klappt, wenn man es langsam, aber kontinuierlich umsetzt. „Außerdem ist es gesünder und effektiver“, weiß Patricia di Noi aus jahrelanger Erfahrung als Ernährungscoach und Personal  Trainer. 

Nach den Feiertagen rät sie zur Entschlackung: Ideal wäre, auf Zucker und Süßigkeiten sowie  Fertigprodukte und Geschmacksverstärker ganz zu verzichten. Und stattdessen lieber Suppen oder Smoothies aus grünem Gemüse zuzubereiten. In der Früh und über den Tag verteilt hilft  viel warmes Wasser und grüner Tee (gerne auch in Kombination), den Körper von den fetten Festmahlen zu entgiften. Gerade jetzt im Winter braucht das Immunsystem auch viel Vitamin C: Das steckt vor allem in Kiwis, Äpfeln und Orangen. „Das sättigt und stärkt“, sagt Patricia di Noi. 

Spaziergänge zwischen 30 und 45 Minuten helfen, den Stoffwechsel anzuregen. Außerdem rät die Ernährungsexpertin dringend zur Entspannung. Denn was kaum einer weiß: „Stress hemmt die Fettverbrennung.“ Wer immer unter Strom  steht, kann nicht abnehmen - und greift öfter zu Snacks

Weniger Fleisch essen 

Ich gebe mir Mühe, weniger Fleisch zu essen. Ich möchte nicht vegan leben, aber ich will lieber mal zum Metzger, um gutes Fleisch zu kaufen. Das schmeckt dann wenigstens. Mit Gemüse ist es aber eigentlich genauso. Lieber vom Markt als aus dem Supermarkt. Gehrmann K. (74), Rentner

Zeit für sich und die Familie

„Die meisten Vorsätze gelingen nicht, weil man sie nicht konkretisiert“, weiß Psychotherapeutin Prof. Anna Schoch. Wenn man zum Beispiel Italienisch lernen will, um sich im nächsten Urlaub unterhalten zu können, sollte man seiner Familie sagen: „Ich gehe jetzt zweimal pro Woche in einen Kurs und wünsche mir von euch, dass ihr mich unterstützt.“ So gewinnt man Zeit für sich! Anderes Beispiel: der Wunsch, eine Stunde täglich für sich zu haben, um zu meditieren und ganz gezielt zu entspannen. Schoch rät: Ein Schild an die Tür hängen und sich nicht stören lassen - wie im Hotel. Was auch hilft: „Man kann den Wecker stellen, um zu beginnen. Und den Termin mit sich selbst in den Kalender eintragen.“ Wichtig ist, unbedingt konsequent zu bleiben. „Nach kurzer Zeit wird das dann im eigenen Umfeld sehr gut akzeptiert.“ 

Danach sollte man sich selbst loben und sich bei der Familie bedanken. Wenn beide Eltern arbeiten, gilt es, die gemeinsame Zeit qualitativ besser zu nutzen. Eine halbe Stunde bewusst den Kindern zuzuwenden, ist besser als zwei Stunden mit ihnen fernzusehen. Für abends: eine Kerze anzünden, dazu ein Glas Wein trinken und auf den gelungenen Tag anstoßen

Mir etwas gönnen 

Ich möchte eigentlich mein Leben mehr nach mir ausrichten. Also mehr Dinge machen, die mir gut tun. Beispielsweise mehr in der Natur sein. Nach Möglichkeit täglich draußen sein. Dazu will ich einmal in der Woche Sport machen. Nadja S. (41), Coach

Sporteln

Mehr Sport – das nimmt sich fast jeder vor. Entscheidend ist aber: Warum will ich das machen? Und was genau überhaupt? Ab sofort dreimal pro Woche joggen, obwohl mir das keinen Spaß macht? So wird das nichts! Erfolg hat eher, wer sich Ziele setzt und darin einen persönlichen Sinn sieht, rät Sebastian Kneißl (33), Mental- und Motivationstrainer. Wer 2017 einen Marathon laufen will, braucht einen Plan – und konkrete Zwischenziele. „Es wird Tage geben, wo man keine Lust auf Sport hat. Dann muss man wissen, wofür man den Aufwand betreibt.“ Für weniger Gewicht etwa, einen gesunden Rücken oder bessere Blutwerte. Ideal ist ein messbares Ergebnis – und der Wille, auch Opfer zu bringen, etwa morgens früher aufzustehen. 

„Für sein Ziel sollte man innerlich brennen“, weiß Kneißl als Ex-Fußballprofi. Er rät, sich auszuprobieren: Egal, ob Radeln oder Schwimmen – „wichtig ist, dabei auf seinen Körper und seine Emotionen zu achten“. Wenn’s Spaß bringt: dranbleiben! Wenn nicht: abhaken und weiter testen. Tipp: den Fortschritt in einem Tagebuch festhalten.

Realistische Ziele 

Ich habe mir vorgenommen, einmal in der Woche Sport zu machen. Das ist ein realistischer Vorsatz, alles andere schafft man ja doch wieder nicht. Dazu muss ich mich ja auch um den Kleinen kümmern. Ich muss mich unbedingt auf Rückentraining fokussieren, das hat gesundheitliche Hintergründe, sozusagen eine kleine Reha. Elisabeth H., 41, Mutter

Geld einsparen

Wie bleibt am Monatsende Geld übrig? Ganz einfach: Wenn man nicht alles ausgibt, was man einnimmt. Merten Larisch (53) weiß, wie man das umsetzt. „Zunächst sollte man sich Einsparthemen suchen“, sagt der Finanzberater der Verbraucherzentrale Bayern. Schritt zwei: eine Übersicht aller Ausgaben erstellen und sie in die wichtigsten Kategorien unterteilen (etwa Miete, Haushalt, Handy). Wer seine Verträge prüft, findet schnell die wunden Punkte: „Bei den Kosten für Strom, Internet oder Auto kann man bis zu 200 Euro monatlich einsparen.“ 

Ein Haushaltsbuch schafft Orientierung, wofür man im Alltag Geld ausgibt – dafür gibt es auch Gratisprogramme und Apps. Sparen lässt sich auch in der Kantine (Essen mitbringen!), bei Kleidung (Stichwort Überfluss) oder dem Handyvertrag (Angebote vergleichen!). Mögliche Ziele: Das Konto ins Plus bringen, einen Urlaub buchen oder ein Auto kaufen. Experten können helfen, den eigenen Lebensstandard zu prüfen.

Auf Unnötiges verzichten!

Eigentlich will ich versuchen, dieses Jahr ein wenig zu sparen. Dazu will ich unnötige Ausgaben für Essen und Trinken reduzieren, so werde ich beispielsweise weniger Coffee-to-go kaufen, den man ständig zwischendurch mitnimmt. Oder auf Fast Food verzichten, da hat man ohnehin nach einer Stunde auch schon wieder Hunger. Patrick F. (21), Student

Rubriklistenbild: © dpa

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