+
Auch 2003 faszinierte eine partielle Sonnenfinsternis die Münchner.

Sonnenfinsternis am Müncher Himmel

München - Kurz nach dem Jahreswechsel steht München ein wahrhaft kosmisches Ereignis bevor: Eine partielle Sonnenfinsternis, wie es sie lange nicht mehr geben wird. Was Sie alles wissen müssen:

Sternengucker Peter Stättmayer (65) von der Volkssternwarte. Als Anerkennung für seine Verdienste um die astronomische Bildung taufte die Internationale Astronomische Union einen Kleinplaneten "Stättmayer"

Am 4. Januar steht München ein wahrhaft kosmisches Ereignis bevor: Experten rechnen mit einer eindrucksvollen morgendlichen Sonnenfinsternis. In der Nacht davor sollen obendrein hunderte von Sternschnuppen über den Himmel huschen. Kaum jemand freut sich mehr darauf als Peter Stättmayer (65), Leiter der Volkssternwarte München. Er ist ein erfahrener Sternegucker, nach ihm wurde sogar ein Kleinplanet benannt. Wir fragten ihn, wie die Münchner die himmlischen Höhepunkte am besten genießen können.

Die Sonnenfinsternis wird sich am Dienstag, 4. Januar, ereignen. Sind Sie schon aufgeregt?

Durchaus! Ich bin sehr gespannt, vor allem, ob das Wetter mitspielt. Diese Finsternis könnte die grandioseste werden, die wir in den nächsten 15 Jahren sehen.

Was macht diese Finsternis so besonders?

Das Tolle ist, dass die Sonnenfinsternis sehr tief über dem Horizont zu sehen sein wird. Schon wenn die Sonne um kurz nach 8 Uhr morgens aufgeht, beginnt der Neumond, sich vor die Sonnenscheibe zu schieben. Um 9.18 Uhr erreicht die Finsternis ihren Höhepunkt: In München bedeckt der Mond dann fast 70 Prozent der Sonnenscheibe! Sie wird als nach oben geöffnete Sichel über der Stadt schweben.

Eine Sonnenfinsternis am frühen Morgen ist also außergewöhnlich schön?

Ja. So haben die Menschen die Chance, die Sonnensichel zusammen mit der Landschaft oder der Stadtsilhouette zu betrachten. Das ist eines der eindrucksvollsten Dinge, die man am Himmel sehen kann! Erst 2026 wird es hier wieder eine ähnlich schöne Sonnenfinsternis geben.

Auf welches Wetter hoffen Sie?

Am besten wäre diesiges Wetter! Denn dann kann man - wenn die Sonne tief steht und nicht so hell strahlt - die Finsternis mit bloßem Auge betrachten. Sobald einen die Sonne aber blendet, sollte man eine Spezialbrille aufsetzen, um die Augen zu schützen. Auf keinen Fall darf man vor die Brille ein Fernglas halten - das könnte die Augen verletzen!

Wo kann man die Finsternis gut beobachten?

OB Christian Ude und seine Frau Edith von Welser-Ude verfolgten 1999 die totale Sonnenfinsternis.

Sie wird in ganz Bayern zu sehen sein. Man muss beachten: Zur Zeit geht die Sonne nicht im Osten auf, sondern im Südosten. Wer die Finsternis beobachten will, sollte also einen freien Blick auf den Horizont im Südosten haben. In der Stadt sind sicher erhöhte Standorte gut geeignet, wenn dort nichts die Sicht versperrt. Unsere Volkssternwarte hat am 4. Januar ab 7.30 Uhr geöffnet - und die Aussichtsplattform bietet eine perfekte Horizontsicht! Wir bieten auch Fernrohre mit Spezialfiltern. Und übrigens: Es lohnt sich, gleich die Nacht vor der Finsternis durchzumachen!

Warum das?

Weil in dieser Nacht vermutlich zahlreiche Sternschnuppen zu bewundern sind.

Das kann man jetzt schon vorhersehen?

Ja. Berechnungen zufolge könnten sogar um die 100 Schnuppen pro Stunde fallen. Freilich sieht der Beobachter längst nicht alle davon - aber sicher einige. Am Abend des 3. Januar sollten schon welche zu sehen sein. Der Höhepunkt kommt aber in der zweiten Nachthälfte.

Wie entstehen eigentlich Sternschnuppen?

Das sind winzige Gesteinsteilchen aus dem Weltall. Auch wenn sie so hell leuchten wie die hellsten Sterne am Himmel, sind sie nicht größer als ein Fünf-Cent-Stück. Aber sie schießen mit bis zu 150 000 Stundenkilometern auf die Erde nieder – so dass sie die Atmosphäre zum Leuchten bringen. Sie verglühen meist vor dem Aufprall.

Mal ehrlich: Wünschen Sie sich was, wenn Sie eine Sternschnuppe sehen?

Wenn ich eine sehe, bin ich meistens so gebannt, dass ich gar nicht dazu komme, mir was zu wünschen!

Interview: Johannes Patzig

Die Volkssternwarte an der Rosenheimerstraße 145h öffnet wegen der Finsternis am 4. Januar von 7.30 Uhr bis 11 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro/erm. 3 Euro. Kinder mit Münchner Ferienpass haben kostenlosen Zutritt. Spezielle Finsternisbrillen kann man dort für zwei Euro erwerben. Wer seine Brille schon vorher in der Sternwarte kaufen möchte, kann das an zwei Abenden tun: am heutigen Donnerstag und am Montag, 3. Januar, jeweils von 20 bis 21 Uhr. Ansonsten kann man Brillen bei manchen Optikern, etwa bei Apollo Optik, bestellen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das ist „Schnitzel-Pia“ aus München: Sie will Germany‘s Next Topmodel werden
Am 8. Februar startet die 13. Staffel von Germany‘s Next Topmodel mit Heidi Klum auf ProSieben. Im Kampf um die begehrten Fotos ist auch eine junge Frau aus München …
Das ist „Schnitzel-Pia“ aus München: Sie will Germany‘s Next Topmodel werden
Schickimicki, Mia san mia: Typisch München? Klischees im Check
München muss mit vielen Vorurteilen kämpfen. Welche wirklich stimmen und welche nicht, dass erfahren Sie hier. Die tz hat die gängigsten Vorurteile über die Münchner …
Schickimicki, Mia san mia: Typisch München? Klischees im Check
Breitner: „Armut ist ein unaufhaltsamer ICE“
Hildegard und Paul Breitner erlebten Armut in ihrer Kindheit hautnah. Ein Gespräch über Armut in der reichen Stadt München.
Breitner: „Armut ist ein unaufhaltsamer ICE“
„Die Münchner Luftreinhaltepolitik ist bankrott“
Ein Jahr nach dem Bürgerbegehren für eine Verkehrswende starten die Grünen einen Frontalangriff auf die Rathaus-Regierung. 
„Die Münchner Luftreinhaltepolitik ist bankrott“

Kommentare