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Kreisjugendring und Flühtlingshelfer

Sozialreferat: Helfer beklagen Meiers Rückzug

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München - Bei der Ausschreibung der Sozialreferentenstelle drückt die SPD aufs Tempo, indessen bedauern viele noch immer, den Rückzug von Brigitte Meier. 

Die Rathaus-SPD will die Stelle des Sozialreferenten öffentlich ausschreiben – und drückt aufs Tempo: Bewerbungsschluss ist am 8. April, und die Vorstellungsrunde hätte sie gerne schon Anfang Juni. Fraktionschef Alexander Reissl sagte, der SPD sei „sehr daran gelegen, keine längere Vakanz“ entstehen zu lassen. Am Donnerstag berät der Stadtrat.

Unterdessen reißen die Reaktionen auf die Ankündigung der Noch-Referentin Brigitte Meier (SPD), nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten, nicht ab. Der Kreisjugendring bedauerte gestern, dass Meier „aufgrund machtpolitischer Ränkespiele zum Aufgeben gezwungen“ werde. Er lobte sie für ihre Flüchtlingspolitik, bezeichnete sie als „zuverlässig und couragiert“. Die Versäumnisse, die dem Jugendamt bei den finanziellen Rückforderungen sicher anzulasten seien, müssten im „Licht der Begleitumstände“ bewertet werden: hohe Flüchtlingszahlen, komplizierte Abrechnungsverfahren. Zudem habe Meier selbst mit dafür gesorgt, dass es zu der Gesetzesänderung und Entlastung Münchens bei jungen Flüchtlingen kam.

Auch die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer beklagen ihren Rückzug. Sie sei ihnen stets „vertrauensvoll und unbürokratisch“ begegnet, sagte Sprecherin Marina Lessig. Ehrenamtliche Arbeit habe sie anpackend unterstützt. „Ihr pragmatisches Denken und die Bereitschaft, Verantwortung für Schutzbedürftige zu übernehmen“, hätten dazu geführt, dass die Krisen sicher gemeistert wurden. Nun seien die Helfer in Sorge, dass ein Wechsel der Referatsleitung womöglich ein größeres Problem mit sich bringe. Meiers Nachfolger „wird es nicht einfach haben“.

Reaktionen gab es auch darauf, dass OB Dieter Reiter (SPD) bei der Flüchtlingspolitik veränderte Töne anschlägt und eine „Reduzierung der Flüchtlingszahlen“ anmahnte (wir berichteten). Lessig sagte, es sei gut, dass Reiter den Bund kritisiere. Es könne aber nicht um Obergrenzen gehen, „sondern es muss eine europäische Lösung forciert werden“. 

In Helfergruppen auf Facebook wurde differenziert diskutiert. Einige nannten Reiter verantwortungsvoll angesichts der Integrationsaufgabe. Andere meinten, man könne nicht regulieren, wie viele Menschen flüchteten. Teilnehmer der Initiative „Wohnraum für alle“ posteten: „Bitte keinen Kurswechsel in München. Wir Münchner schaffen das und packen’s an!“

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