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Schon im Haus: Dorothee Schiwy, Vize-Sozialreferentin (li.). Noch im Jobcenter: Anette Farrenkopf (re.).

Nachfolge von Brigitte Meier

Sozialreferentin: Noch zwei Kandidatinnen

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München - In der SPD ist von zwei möglichen Nachfolgerinnen für Brigitte Meier die Rede – eine ist ihre neue Stellvertreterin.

Wenn Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß öffentlich auftaucht, ist das Interesse riesig. Doch Donnerstag, bei der Einweihung des neuen Ankunftszentrums für junge Flüchtlinge, wurde Dorothee Schiwy für wichtiger befunden. Natürlich nicht von den Fotografen und Kamerateams – aber die frisch gebackene Vize-Chefin des Sozialreferats wurde offiziell namentlich begrüßt. Der weltbekannte Uli Hoeneß, der als Privatmann erschienen war, aber nicht.

Im neuen „Young Refugee Center“ an der Marsstraße vertrat Schiwy die Leiterin des Sozialreferats, Brigitte Meier, SPD. Und vieles deutet darauf hin, dass sie bald häufiger statt Meier im Mittelpunkt stehen könnte – falls sie ihre Nachfolgerin wird. Am Freitag lief die Bewerbungsfrist für den Sozialreferats-Posten aus. Die Entscheidung fällt die SPD. Und parteiintern ist es ein offenes Geheimnis, dass nur noch zwei Bewerberinnen im Rennen sind: eben Schiwy – und Anette Farrenkopf, die Leiterin des Münchner Jobcenters.

Brigitte Meier hört am 1. Juli auf. Ihr waren Schlampereien in ihrem Haus bei der Abrechnung von Flüchtlingskosten zum Verhängnis geworden. Bis zur Aufklärung der Vorwürfe war ihre Wahl zunächst verschoben worden, am zweiten Termin erklärte die CSU, es sei immer noch nicht alles ausgeräumt. Man könne Meier nicht wählen. Schließlich schmiss die in der SPD beliebte Referentin hin.

Wie es weitergeht, darüber entscheiden die Sozialdemokraten. Sie haben für den Posten laut Koalitionsvertrag das Vorschlagsrecht. Nach Meiers Rückzug erklärte man umgehend, den Posten bundesweit ausschreiben zu wollen – wohl auch, weil die CSU in der Vergangenheit oft über rot-grünes Gemauschel und angebliche Parteibuchbesetzungen in der Ära Ude gelästert hatte. Nun aber ist die SPD offenbar doch wieder im eigenen Umfeld fündig geworden.

Dorothee Schiwy, 43, zumindest hat wie Brigitte Meier ein SPD-Parteibuch, war Büro-Leiterin von Alt-OB Christian Ude – und gilt nun als eine der beiden Favoritinnen auf die Nachfolge Meiers. Dafür könnte auch sprechen, wie demonstrativ sie am Donnerstag bei der Einweihung des Ankunftszentrums öffentlich positioniert wurde. Oder war es Zufall? Die Juristin Schiwy, zuletzt Verwaltungschefin im Bildungsreferat, hatte noch zuletzt Ambitionen auf den Chefposten im Sozialreferat als Spekulation bezeichnet. Spekulationen, an denen, wie sich jetzt zeigt, offenbar etwas dran war. Nach der Pensionierung von Angelika Simeth ist Schiwy seit 1. April Stellvertreterin von Brigitte Meier.

Die SPD hatte eigens eine Findungskommission gegründet. Ihr gehören OB Dieter Reiter, Bürgermeisterin Christine Strobl, Stadtrats-Fraktionschef Alexander Reissl, Parteichefin Claudia Tausend und die Stadträtin Verena Dietl an. Die fünf haben aber noch eine zweite Kandidatin auf dem Zettel: Anette Farrenkopf ist seit Sommer 2015 die Leiterin des Jobcenters München. Die 50-Jährige war davor Chefin der Arbeitsagenturen in Weilheim und Traunstein. Im schwäbischen Esslingen war sie am Aufbau eines der ersten Job-Center in Deutschland beteiligt.

Dem Vernehmen nach haben die SPD-Vorderen auch bundesweit Fachleute angesprochen. Am meisten überzeugten aber die beiden Münchnerinnen. Dass die Favoriten keine Männer sind, ist auf jeden Fall kein Zufall. Die SPD-Frauen drängen darauf, den Posten in weiblicher Hand zu belassen. Auch OB Reiter soll intern die Marschrichtung ausgegeben haben, in seiner Amtszeit möglichst viele Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Jetzt sollen SPD-Parteivorstand und Fraktion entscheiden, wer die nächste Sozialreferentin wird.

Klaus Vick, Felix Müller

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