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Ein Münchner Student steht vor Gericht.

Student als Spanner angeklagt

Perfide Masche: Er bespitzelte jahrelang Frauen unter der Dusche

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München - Ein Münchner Student bespitzelte Frauen beim Toilettengang und unter der Dusche. Seine Masche war besonders hinterlistig. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten.

Hätte dieser Münchner lieber mal seine Energie in die Schule gesteckt – dann wäre ihm dieser Prozess erspart geblieben. Seit Mittwoch muss sich Sebastian P. (23, Name geändert) vor dem Münchner Amtsgericht verantworten. Mit Hilfe einer Schadsoftware hat er über eine Webcam Frauen bespitzelt und von ihnen über 16.000 intime Fotos gemacht. Er soll sie unter anderem beim Toilettengang, in der Dusche und beim Umziehen heimlich gefilmt haben.

„Mein Mandant gesteht die Vorwürfe vollumfänglich“, sagt sein Anwalt Jürgen Hadinger vor Prozessbeginn zur tz. Der heutige Student ging mit einer besonders perfiden Masche vor. Im Internet hatte er sich einen Trojaner für gerade einmal 50 Dollar gekauft. Damit hatte er in den Jahren 2010 bis 2014 bis zu 30 Computer seiner Opfer infiziert. So hatte er auch Zugriff auf die Webcams und Mikrofone der PCs.

Bei dem sichergestellten Material wurden hauptsächlich Bilder von nackten Frauen gefunden. Außerdem konnte Sebastian P. mit Hilfe des Trojaners alles protokollieren und rekonstruieren, was seine Opfer in die Tastaturen ihres Computers getippt haben.

Deshalb stand er nun wegen des Ausspähens von Daten und der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen vor Gericht. Das Urteil steht noch nicht fest. Sebastian P. drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe. Da der Münchner zum Zeitpunkt der Taten aber noch minderjährig war, wird er nach Jugendstrafrecht behandelt – und wohl glimpflicher davonkommen.

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