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Bis zur Einigung bei der MVV-Tarifreform könnte es noch dauern. 

Deadline am 24. November

Streit um einheitliche Fahrpreise: MVV-Tarifreform verzögert sich

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Die Tarifreform des Münchner Verkehrsverbundes wird wohl nicht zum Fahrplanwechsel 2018 umgesetzt. Am 24. November müssten die Gesellschafter dem Preiskonzept zustimmen. Doch OB Dieter Reiter (SPD) hält den Zeitplan für schwierig, weil einige Punkte noch strittig sind.

München - Der Münchner Verkehrsverbund will Licht in den Tarifdschungel bringen. Nicht erst seit gestern: Räume, Zonen und Ringe beschäftigen Politik und Verkehrsunternehmen seit Jahren. Und es wird wohl auch noch ein weiteres Jahr ins Land gehen, wie gestern im Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft deutlich wurde. Eigentlich sollte die Reform zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 greifen. Doch OB Dieter Reiter (SPD) hält den Zeitplan insgesamt für schwierig. „Erst recht, wenn wir jetzt noch mal in die Grundsatzdiskussion um die Finanzierung einsteigen.“ Bis zur Gesellschafterversammlung am 24. November werde sich wohl keine Einigung erzielen lassen – was die Umsetzung bis ins Jahr 2019 verzögern könnte.

Bald soll die MVV-Flatrate kommen

Dabei gibt es zwei Hürden, zum einen die grundsätzliche: Je übersichtlicher das Tarifsystem, desto weniger gerecht ist es. Jüngstes Beispiel ist der im Rahmen der Reform geplante einheitliche Zeitkarten-Tarif für die Stadt. Aus den bisherigen vier Ringen soll ein Kreis werden, eine Flatrate, wie MVV-Chef Alexander Freitag es gestern im Ausschuss nannte. Dort teilte die Verwaltung den Stand der Verhandlungen mit. Fazit: Die Flatrate ist weiterhin gewünscht, aber zu teuer für all jene, die bisher nur ein Ticket für die Ringe 1 bis 2 brauchten. Für die Flatrate wird bisher mit 64,50 Euro kalkuliert, das Abo für die Ringe 1 bis 2 kostet zehn Euro weniger.

Freitag stellte im Ausschuss abermals klar, dass die Tarifreform erlösneutral geplant wird. Das heißt: Es sollen wegen der Reform keine zusätzlichen Kosten entstehen, die wiederum auf alle Fahrgäste umgelegt werden müssten. Daher sei klar, dass die Preisgestaltung eine heikle Aufgabe sei, denn es werde immer Kunden geben, die durch die Reform mehr für ihre Zeitkarten ausgeben müssen als bisher. Eine rasche Entscheidung für das Preiskonzept sei gleichwohl notwendig, zumal sich etwa die Ausbildungstarife oder das Seniorenticket danach richten werden. Außerdem brauche der Verkehrsverbund Zeit, um alle Ticketautomaten oder die Kassensysteme auf die neuen Preise und Tarife umzustellen. „Wir hätten schon einmal einen riesigen Schritt bei den Verhandlungen gemacht, wenn wir die Flatrate für München schaffen“, sagte Freitag.

Streit um Sozialticket: Werden die Kosten auf die Fahrgäste umgelegt? 

Die Verhandlungen sind diffizil, weil die Stadt nicht als Einzige entscheidet. Das zeigt sich etwa bei dem Sozialticket, der IsarCard S, für hilfeberechtigte Menschen. Das günstige Ticket gibt es bislang nur für die Stadt und den Landkreis, jeweils finanziert durch die Kommunen. Bis nach Ebersberg oder Freising können Kunden damit aber nicht fahren. Im Rahmen der Reform soll nun im gesamten Verbund ein Sozialticket eingeführt werden. Dem müssten aber alle acht Landkreise zustimmen, die Mitglied im Tarifverbund sind. Und dann stellt sich die Frage der Finanzierung: Entweder müssten die Kosten für das Sozialticket künftig über andere Tickets oder die Kommunen refinanziert werden. Alternativ durch den Freistaat. Simone Burger (SPD): „Ich halte es für den falschen Weg, wenn die Kosten auf die Fahrgäste umgelegt würden.“ OB Reiter: „Mit den Landkreisen wird es keine Einigung geben, wenn das Ticket nicht über die Fahrpreise finanziert wird.“

Alexander Freitag sagte, dass man das System immer nur im Gesamten betrachten könne, es sei schließlich ein Verbund. „Es ist das Ziel, einen Kompromiss zu finden.“ Innerhalb von 16 Tagen dürfte das schwer werden.

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