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Trauriger Blick: Hiltrud Ganser* fühlt sich vor allem an Weihnachten einsam.

Im Advent unterstützen wir bedürftige Rentner

Spendenaktion: „Du musst stark sein!“

Hiltrud Ganser*, 79, ist eine Kämpferin – und das muss sie auch sein. Denn sie ist arm und allein. Eine Geschichte, die traurig und nachdenklich macht.

An Weihnachten ist es besonders schlimm. Dann fühlt sich Hiltrud Ganser* einsamer als jemals zuvor. Sie steht dann oft am Fenster – und blickt auf der anderen Straßenseite in Fenster, hinter denen Familien beim Essen zusammensitzen, gemeinsam lachen, ihre Geschenke auspacken. Irgendwann muss Hiltrud Ganser wegschauen. Sonst wird der Schmerz unerträglich. „Die Decke fällt einem auf den Kopf, wenn man den ganzen Tag niemandem zum Reden hat“, sagt sie.

Ein Sohn starb viel zu früh, der andere will von der Mutter nichts mehr wissen

Schon als Kind sei sie „nur traurig“ gewesen: Die Mutter wollte sie nicht, der Vater starb, als die kleine Hiltrud gerade mal zwei Jahre alt war. Später bekam sie selbst Kinder. Doch ein Sohn sei viel zu früh gestorben – und der andere, der habe nichts mehr von ihr wissen wollen, seitdem sie sich von ihrem alkoholkranken Ehemann scheiden ließ. „Meine Devise war immer: Du musst stark sein!“, sagt Hiltrud Ganser. Auch wenn es wehtut.

Vor allem in der Vorweihnachtszeit denkt sie an ihren Sohn, der den Kontakt abgebrochen hat – und an ihre Enkelin. Die ist heute 20 Jahre alt. „Würde ich sie jetzt auf der Straße sehen – ich würde sie nicht erkennen.“ Wie auch? Die beiden sind wie Fremde; das Einzige, was Hiltrud Ganser von ihrer Enkelin hat, ist ein Kinderfoto. Da ist die Kleine drei Jahre alt – seither ist viel Zeit vergangen. Der Kontaktabbruch schmerzt die 79-Jährige bis heute. Ein Schmerz, der kaum nachlässt.

Weil Hiltrud Ganser Kinder liebt, arbeitet sie hin und wieder als Babysitter-Oma. Das Geld kann sie gut gebrauchen. Denn nach Abzug aller Fixkosten bleiben ihr rund 200 Euro zum Leben im Monat. Dabei hat sie fast 40 Jahre als Büroangestellte gearbeitet. Und ja, Hiltrud Ganser fühlt sich wie eine Bittstellerin. Scheußlich sei das.

Damit dieses Gefühl wenigstens an Weihnachten in den Hintergrund rückt, hat der Verein Lichtblick Seniorenhilfe sie 2018 an Heiligabend in die Münchner Stubn eingeladen. „Es war wunderschön gedeckt – und das festliche Essen war so fein. Es gab sogar für jeden von uns ein Weihnachtspäckchen.“ Darin: kleine Gaben und ein Einkaufsgutschein. Ein besonderer Abend für Hiltrud Ganser – sie fühlte sich nicht mehr so allein.

*Name geändert

EMILY WILKE

Schenken auch Sie ein bisschen Würde, liebe Leserinnen und Leser!

Eine warme Mahlzeit pro Tag, etwas weniger Sorgen am Monatsende, ein erhobener Kopf im Supermarkt: Schon mit 35 Euro im Monat spenden Sie echte Lichtblicke für Rentner in Not. Unter dem Motto „Oberbayern gegen Altersarmut“ suchen der Münchner Merkur und die Sparda-Bank München Paten für bedürftige Senioren.

Eine Patenschaft kostet nur 35 Euro im Monat. Über die Laufzeit entscheiden die Spender. „2003 waren wir der erste Verein in Deutschland, der sich finanziell für bedürftige Rentner eingesetzt hat – und das tun wir bis heute“, sagt Vereinschefin Lydia Staltner. „Allein in den vergangenen drei Jahren haben wir rund rund 8400 Rentnern in Oberbayern geholfen. Nur, wenn wir alle zusammen helfen, können wir Altersarmut bekämpfen.“

Schenken auch Sie ein bisschen Würde, liebe Leserinnen und Leser: als Pate oder mit einer einmaligen Spende! Überweisungen bitte aufs Konto des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe (Schweigerstraße 15, 81541 München) bei der

Sparda-Bank München

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(Für eine Spendenquittung geben Sie bitte Ihre Anschrift an.)

Oder spenden Sie online: www.seniorenhilfe-lichtblick.de/spendenformular-patenschaft/ Als gemeinnütziger Verein leitet dieser stets die Summe an die bedürftigen Senioren weiter. Weitere Informationen finden Sie unter www.seniorenhilfe-lichtblick.de.


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