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Früher war Tom Huber ein wohlhabender Mann. Heute hat er eine Mini-Rente.

Spendenaktion: Im Advent unterstützen wir bedürftige Rentner

„Ich weiß, wie es ist, wenn man in Not ist“

Tom Huber*, 76, verdiente als Unternehmensberater einst viel Geld – und freute sich auf seine Rente. Dann ging er pleite und musste lernen, von 470 Euro im Monat zu leben. Jammern möchte er aber nicht. Lieber hilft er anderen, die selbst in Not sind.

Früher verbrachte Tom Huber die meisten Sommernächte draußen. Über seiner Eigentumswohnung am Münchner Viktualienmarkt hatte er eine große Dachterrasse, auf der man unter freiem Himmel schlafen konnte. Huber liebte seine große Wohnung – hier wollte er seinen Lebensabend verbringen; auch das Haus, in dem sie sich befand, gehörte ihm. Doch neun Jahre vor dem Ruhestand platzte dieser Traum.

Während Huber große Unternehmen in Deutschland und Europa beriet, kümmerte sich seine damalige Frau um Hubers Finanzen und die Buchhaltung. Irgendwann hörte sie damit auf, die Tilgungsraten für einen Kredit der Bank zu überweisen. Die Bank reagierte sofort, ließ das Haus versteigern – zumal Huber eine Hypothek auf das Gebäude aufgenommen hatte.

Plötzlich war der Traum vom gemütlichen Lebensabend dahin

Von einem Tag auf den anderen war alles dahin: Hubers Ehe – und der Traum vom gemütlichen Lebensabend. Als Huber vor zehn Jahren aufhörte, zu arbeiten, bekam er eine kleine Rente und aufstockende Grundsicherung. Eigentlich wollte er seine Rente durch Mieteinnahmen finanzieren, deshalb hatte er das Haus am Viktualienmarkt gekauft – aber das war ja jetzt weg. Huber wusste schon damals: Als selbstständiger Unternehmensberater würde er keine hohe staatliche Rente bekommen.

Insgesamt lebt er nun von 470 Euro im Monat. Verdient er Geld dazu, wird es ihm von der Sozialhilfe wieder abgezogen. Resigniert sei er trotzdem nicht, sagt er: „Die meisten Leute glauben mir aber nicht, dass ich glücklich bin – vor allem nicht meine alten Bekannten, die wissen, in welchen Verhältnissen ich früher gelebt habe.“

Heute wohnt Huber in einer 45 Quadratmeter Wohnung in Haidhausen. „Es ist dort sehr gemütlich“, erzählt er. Er kommt gerade so über die Runden. Doch wenn etwas kaputt geht, reicht das Geld nicht. Als er etwa vor einiger Zeit eine neue Matratze brauchte, finanzierte ihm das der Verein „Lichtblick Seniorenhilfe“, der Rentner in Not unterstützt.

Huber schämt sich nicht für seine Armut – vielmehr versucht er die Hilfe, die er empfängt, auf andere Weise zurückzugeben. Vor rund sechs Jahren begann er, sich für ein Altenservice-Zentrum ehrenamtlich zu engagieren. „Ich weiß, wie es ist, wenn man in Not ist“, sagt er. „Deshalb möchte ich anderen helfen!“

Bis vor einem Jahr begleitete er auch ältere Menschen bei Behördengängen, erledigte ihre Einkäufe, half ihnen bei der Suche nach einer neuen Wohnung. Dann machte seine Gesundheit nicht mehr mit. Huber bekam ein Ödem am Bein, eine Wassereinlagerung, seitdem braucht er einen Rollator. „Ich hoffe, dass ich bald wieder fit bin und den anderen helfen kann“, sagt er. Denn sein Ehrenamt sei eine Aufgabe, die ihn einfach erfüllt.

* Name geändert

EMILY WILKE

Schenken auch Sie ein bisschen Würde, liebe Leserinnen und Leser!

Eine warme Mahlzeit pro Tag, etwas weniger Sorgen am Monatsende, ein erhobener Kopf im Supermarkt: Schon mit 35 Euro im Monat spenden Sie echte Lichtblicke für Rentner in Not. Unter dem Motto „Oberbayern gegen Altersarmut“ suchen der Münchner Merkur und die Sparda-Bank München Paten für bedürftige Senioren.

Eine Patenschaft kostet nur 35 Euro im Monat. Über die Laufzeit entscheiden die Spender. „2003 waren wir der erste Verein in Deutschland, der sich finanziell für bedürftige Rentner eingesetzt hat – und das tun wir bis heute“, sagt Vereinschefin Lydia Staltner. „Allein in den vergangenen drei Jahren haben wir rund rund 8400 Rentnern in Oberbayern geholfen. Nur, wenn wir alle zusammen helfen, können wir Altersarmut bekämpfen.“

Schenken auch Sie ein bisschen Würde, liebe Leserinnen und Leser: als Pate oder mit einer einmaligen Spende! Überweisungen bitte aufs Konto des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe (Schweigerstraße 15, 81541 München) bei der

Sparda-Bank München

IBAN: DE30 7009 0500 0004 9010 10

BIC: GENODEF1S04

(Für eine Spendenquittung geben Sie bitte Ihre Anschrift an.)

Oder spenden Sie online: www.seniorenhilfe-lichtblick.de/spendenformular-patenschaft/ Als gemeinnütziger Verein leitet dieser stets die Summe an die bedürftigen Senioren weiter. Weitere Informationen finden Sie unter www.seniorenhilfe-lichtblick.de.

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