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Otto Müller* schaut gern im Lichtblick-Büro vorbei – damit er nicht allein ist.

Spendenaktion: Im Advent unterstützen wir bedürftige Rentner – Helfen auch Sie mit!

„Ich bin froh, jemanden zum Reden zu haben“

Otto Müller*, 73, lebt allein. Seine Tochter und die Enkel sind weit weg, in Australien. Sie schreiben sich nur. Wären nicht die Ausflüge mit dem Verein Lichtblick Seniorenhilfe, hätte er nicht mal jemanden zum Reden.

Sein ältester Enkel müsste jetzt 26 Jahre alt sein, sagt Otto Müller. Ganz sicher ist sich der 73-Jährige aber nicht, denn er kennt weder seinen ältesten noch die beiden jüngeren Enkel persönlich. Otto Müllers Enkel leben, genau wie seine einzige Tochter, in Australien. 1987 sei sie in das Land gezogen, das mehr als 14 000 Kilometer von Otto Müllers Wohnort entfernt liegt. Seitdem verbinde sie nur noch der Postweg.

Wegen seiner Mini-Rente sei es unmöglich für den Senior, den Flug nach Australien zu bezahlen. Einmal habe er an Weihnachten mit seiner Familie telefoniert, doch als er danach eine Telefonrechnung von mehr als 50 Euro bekam, wurde ihm bewusst, dass er sich nicht mal das leisten könne.

Das Telefonieren mit der Familie in Australien kann er sich nicht leisten

Um den Kontakt zueinander nicht zu verlieren, schreibt sich die Familie Briefe und Postkarten. Immer, wenn Otto Müller Post mit Fotos von seinen Enkeln bekommt, macht er Bilder von seinem Zuhause und erzählt von seinem Leben. Abgesehen von dem Kontakt zu seiner Tochter lebt der Rentner zurückgezogen – und verbringt die meiste Zeit allein. Er ist nicht verheiratet und sagt, er kenne auch sonst nicht so viele Menschen. Einsam fühle er sich aber trotzdem nicht. „Ich war schon immer gern allein.“ Selbst sein Schlaganfall im vergangenen Jahr, ausgerechnet zu Weihnachten, habe seine Meinung diesbezüglich nicht geändert. Den Notruf habe er schließlich noch selbst tätigen können.

Ab und zu wünscht sich Otto Müller aber doch Gesellschaft. Dann nimmt er gern an Veranstaltungen des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe teil. Denn: „Ich bin froh, da schon mal jemanden zum Reden zu haben.“ Die Kegelabende und Wanderungen mit anderen bedürftigen Rentnern seien eine schöne Abwechslung vom Alltag.

Diesen Alltag verbringe er nämlich in der Regel damit, in Prospekten nach Sonderangeboten für Lebensmittel zu schauen. „Wenn man auf die Grundsicherung vom Staat angewiesen ist, bedeutet das, dass auch zehn Cent Preisnachlass einen Unterschied machen“, sagt er. Dann schweigt er. Es ist eine traurige Wahrheit.

*Name geändert

EMILY WILKE

Schenken auch Sie ein bisschen Würde, liebe Leserinnen und Leser!

Eine warme Mahlzeit pro Tag, etwas weniger Sorgen am Monatsende, ein erhobener Kopf im Supermarkt: Schon mit 35 Euro im Monat spenden Sie echte Lichtblicke für Rentner in Not. Unter dem Motto „Oberbayern gegen Altersarmut“ suchen der Münchner Merkur und die Sparda-Bank München Paten für bedürftige Senioren.

Eine Patenschaft kostet nur 35 Euro im Monat. Über die Laufzeit entscheiden die Spender. „2003 waren wir der erste Verein in Deutschland, der sich finanziell für bedürftige Rentner eingesetzt hat – und das tun wir bis heute“, sagt Vereinschefin Lydia Staltner. „Allein in den vergangenen drei Jahren haben wir rund rund 8400 Rentnern in Oberbayern geholfen. Nur, wenn wir alle zusammen helfen, können wir Altersarmut bekämpfen.“

Schenken auch Sie ein bisschen Würde, liebe Leserinnen und Leser: als Pate oder mit einer einmaligen Spende! Überweisungen bitte aufs Konto des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe (Schweigerstraße 15, 81541 München) bei der

Sparda-Bank München

IBAN: DE30 7009 0500 0004 9010 10

BIC: GENODEF1S04

(Für eine Spendenquittung geben Sie bitte Ihre Anschrift an.)

Oder spenden Sie online: www.seniorenhilfe-lichtblick.de/spendenformular-patenschaft/ Als gemeinnütziger Verein leitet dieser stets die Summe an die bedürftigen Senioren weiter. Weitere Informationen finden Sie unter www.seniorenhilfe-lichtblick.de.

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