+
„Für Gerti“: Gerti Neumann besitzt so manche Autogrammkarte – von früher. Oliver Bodmer

Spendenaktion: Im Advent unterstützen wir bedürftige Rentner – Helfen auch Sie mit!

„Ich bin sehr dankbar“

Als Gerti Neumann*, 72, von ihrem Mann verlassen wird, verliert sie fast alles: ihre Wohnung, die Möbel, einen großen Teil der Rente. Es dauert lange, bis sie wieder auf die Beine kommt. Bis heute lebt sie von einer schmalen Rente und braucht fremde Hilfe.

„Ich gehe kurz Semmeln holen. Setzt du schon mal den Kaffee auf?“ Das habe er zu ihr gesagt, erzählt Gerti Neumann. Dann sei ihr Mann durch die Haustür gegangen und nie wiedergekommen. Statt eines gemütlichen Frühstücks folgten die Scheidung – und schwere Jahre: Kurz nachdem ihr Mann sie verlassen hatte, forderte er sie auf, aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen. Gerti Neumann musste ihre Heimat aufgeben, ihr geliebtes Schwabing. „Dabei wollte ich da niemals weg!“

Die 72-Jährige ist in Schwabing aufgewachsen, in der Römerstraße. In ihrer Nachbarschaft wohnten Prominente wie die Schauspielerin Monika Dahlberg, der Schauspieler Helmut Fischer oder der Schlagersänger Rex Gildo. Beim Spielen, später beim Einkaufen, habe sie die Promis immer wieder gesehen. Ja, Gerti Neumann genoss den Glamour ihrer Nachbarschaft – und begann Autogrammkarten der Prominenten aus Schwabing und aus ganz Deutschland zu sammeln. Doch dann zerbrach ihre Welt.

2013 zerbrach ihre Welt - sie musste in eine Notunterkunft umziehen

2013 muss sie in eine Art Notunterkunft umziehen. Von nun an teilt sie sich eine 2-Zimmer-Wohnung mit zwei fremden Männern. Ihr Zimmer ist eine sieben Quadratmeter große Küche – in der kein Platz für eigene Möbel ist. Gerti Neumann bringt ihr Hab und Gut in einem Lager unter. Doch bald stellt sich heraus, dass die Notunterkunft nicht ihr einziges Problem ist. Gerti Neumann erfährt, dass ihr Mann sie jahrzehntelang belogen hat: Anstatt sie für ihre Arbeit als Buchhalterin in seiner Putzfirma anzustellen und Beiträge in die Rentenversicherung zu zahlen, habe er sie in Wirklichkeit schwarzarbeiten lassen. Nun ist sie auf eine Grundsicherung vom Staat angewiesen. „Männern kann man nicht trauen“, sagt sie. Sie klingt verbittert.

Und es kommt noch schlimmer: Als sie eines Tages im Lager vorbeigeht, merkt sie, dass einige ihrer Besitztümer verschwunden sind. „Da habe ich der Firma mit meinem Anwalt gedroht“, erzählt sie. Wenn sie eins über die Jahre gelernt habe, fügt sie hinzu, dann dass sie ihre Rechtsschutzversicherung um keinen Preis aufgeben möchte. Doch ihre Drohung verbessert die Lage nicht. Die Lagerfirma kündigt ihr Abteil – und droht selbst: Innerhalb einer Woche muss Gerti Neumann das Lager räumen. Da sie immer noch keine Wohnung hat, kann sie ihre persönlichen Gegenstände nicht retten – die Firma entsorgt alles.

Heute wohnt Gerti Neumann in einer kleinen Wohnung – in ihrem geliebten Schwabing. Mit der Unterstützung des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe konnte sie sich neue Möbel anschaffen. „Ich bin sehr dankbar“, sagt sie. Das Einzige, was ihr geblieben ist, ist die Autogrammkartensammlung – ein Überbleibsel aus ihrem alten Leben.

*Name geändert

EMILY WILKE

Schenken auch Sie ein bisschen Würde, liebe Leserinnen und Leser!

Eine warme Mahlzeit pro Tag, etwas weniger Sorgen am Monatsende, ein erhobener Kopf im Supermarkt: Schon mit 35 Euro im Monat spenden Sie echte Lichtblicke für Rentner in Not. Unter dem Motto „Oberbayern gegen Altersarmut“ suchen der Münchner Merkur und die Sparda-Bank München Paten für bedürftige Senioren.

Eine Patenschaft kostet nur 35 Euro im Monat. Über die Laufzeit entscheiden die Spender. „2003 waren wir der erste Verein in Deutschland, der sich finanziell für bedürftige Rentner eingesetzt hat – und das tun wir bis heute“, sagt Vereinschefin Lydia Staltner. „Allein in den vergangenen drei Jahren haben wir rund rund 8400 Rentnern in Oberbayern geholfen. Nur, wenn wir alle zusammen helfen, können wir Altersarmut bekämpfen.“

Schenken auch Sie ein bisschen Würde, liebe Leserinnen und Leser: als Pate oder mit einer einmaligen Spende! Überweisungen bitte aufs Konto des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe (Schweigerstraße 15, 81541 München) bei der

Sparda-Bank München

IBAN: DE30 7009 0500 0004 9010 10

BIC: GENODEF1S04

(Für eine Spendenquittung geben Sie bitte Ihre Anschrift an.)

Oder spenden Sie online: www.seniorenhilfe-lichtblick.de/spendenformular-patenschaft/ Als gemeinnütziger Verein leitet dieser stets die Summe an die bedürftigen Senioren weiter. Weitere Informationen finden Sie unter www.seniorenhilfe-lichtblick.de.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Motorradfahrer mischen München auf: Nächste Mega-Demo schon geplant? Verantwortlicher „warnt“ Söder
Tausende Motorradfahrer machten in München einen „Höllenlärm“, als sie gegen drohende Fahrverbote demonstrierten. Folgt bald der nächste Mega-Protest?
Motorradfahrer mischen München auf: Nächste Mega-Demo schon geplant? Verantwortlicher „warnt“ Söder
Oktoberfest-Beben: Kult-Wirte ziehen sich überraschend zurück - OB Reiter lässt emotionales Statement folgen
Die Nachricht, dass Wirtsfamilie Heide das Wiesnzelt Bräurosl aufgibt, ist taufrisch, da schießen die Spekulationen über den Nachfolger ins Kraut. Es gibt Gerüchte über …
Oktoberfest-Beben: Kult-Wirte ziehen sich überraschend zurück - OB Reiter lässt emotionales Statement folgen
Keine Wiesn 2020 in München: Wir erklären den spektakulären Ersatzplan für den „Sommer in der Stadt“
Auf das Oktoberfest in München müssen Fans aus aller Welt in diesem Jahr verzichten. Die Stadt reagiert jedoch mit einem Plan B: Wird dieses abwechslungsreiche Konzept …
Keine Wiesn 2020 in München: Wir erklären den spektakulären Ersatzplan für den „Sommer in der Stadt“
Groß-Alarm an der Isar: Retterin berichtet von dramatischen Szenen - „so einen Einsatz noch nie erlebt“
Etliche Schlauchboote sind am Samstag innerhalb weniger Stunden auf der Isar gekentert und haben eine Reihe von gefährlichen Großeinsätzen ausgelöst. 
Groß-Alarm an der Isar: Retterin berichtet von dramatischen Szenen - „so einen Einsatz noch nie erlebt“

Kommentare