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Trotz vieler Schicksalsschläge blickt Gerda Herter positiv in die Zukunft.

Spendenaktion: Im Advent unterstützen wir bedürftige Rentner

„Das war so ungerecht“ - Seniorin musste alle ihre Möbel wegschmeißen

Gerda Herter*, 77, liebte ihre Möbel – sie waren ein Stück Zuhause. Als sie aus ihrer verschimmelten Wohnung auszog, durfte sie diese nicht mitnehmen. Ein Schock. Ohne die Hilfe des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe würde sie im neuen Appartement nur aus Kartons leben.

Eigentlich sei sie ein lebensfroher Mensch, sagt Gerda Herter. Doch wenn sie an den Vorfall vor vier Jahren denke, kommen ihr noch immer die Tränen. Damals zog sie in ein Appartement, das Teil einer Einrichtung für betreutes Wohnen ist. Bei ihrem Einzug ordnete die Leiterin der Einrichtung an, dass alle Möbel der 77-Jährigen entsorgt werden müssen. „Das war so ungerecht“, sagt Gerda Herter. Sie verlor Erbstücke, lieb gewonnene Einrichtungsgegenstände – und damit ein Zuhause-Gefühl.

Dank des Vereins „Lichtblick“ konnte sie sich neue Möbel kaufen

Der Grund für diese Entscheidung war: In Gerda Herters alten Wohnung gab es Schimmel. Viel Schimmel. Als die Rentnerin endlich ein neues Zuhause gefunden hatte, stellte besagte Leiterin eine Bedingung für den Einzug: Die Möbel dürfen nicht mit. „Dabei haben sie überhaupt nicht geschimmelt – sie haben nur etwas gerochen“, erzählt Gerda Herter. Aber es half nichts, und so sah die ältere Dame kurz darauf dabei zu, wie ihre Möbel zum Entsorgen abgeholt wurden. Was sollte sie denn machen? Sie konnte nicht länger in ihrer alten Wohnung bleiben – die Schimmelflecken wurden immer größer. „Der Vermieter warf mir aber nur vor, nicht richtig zu lüften“, erzählt sie. Dass die Wohnung offenbar schon lange ein Schimmelproblem hatte, erfuhr sie irgendwann vom Sohn ihrer Vormieterin. Als selbst Gerda Herters Anwalt nicht erreichen konnte, dass der Vermieter etwas gegen den Schimmel unternimmt, musste sich die Rentnerin auf die Suche nach einer neuen Bleibe machen. Mithilfe der Stadt fand sie schließlich das Appartement, in dem sie bis heute wohnt. Doch nach dem Einzug musste sie erst mal rund zehn Wochen zwischen Kartons hausen: Ihr Bett, ihr Kleiderschrank, ein weißes Sofa, das Gerda Herter vor einigen Jahren von der Mutter geschenkt bekommen hatte – es war ja alles weg.

„Wie konnten die mir alles wegschmeißen?“, sagt sie heute mit zitternder Stimme. Erst durch die Unterstützung des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe konnte sich die Rentnerin neue Möbel kaufen – sonst wäre es finanziell nicht gegangen. Den Schmerz über den Verlust ihrer geliebten Einrichtung hat Gerda Herter aber bis heute noch nicht verkraftet.

„Ich hatte mich vorher so schön eingerichtet“, erzählt sie. Viele ihrer Möbel seien Einzelstücke gewesen – mit einer eigenen Geschichte: So wie die handgedrechselten Küchenstühle, die sie vor Jahren auf einem Flohmarkt gefunden hatte. Wohl fühle sie sich in ihrem neuen Appartement nicht; in der Einrichtung lebten hauptsächlich demente Senioren – Gerda Herter sei sehr einsam. Am liebsten würde sie in ein Mehrgenerationenhaus ziehen. „Ich habe fast 20 Jahre lang Kinder gehütet“, erzählt sie. „Ich liebe es, unter Menschen zu sein“ .

*Name geändert

EMILY WILKE

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Eine Patenschaft kostet nur 35 Euro im Monat. Über die Laufzeit entscheiden die Spender. „2003 waren wir der erste Verein in Deutschland, der sich finanziell für bedürftige Rentner eingesetzt hat – und das tun wir bis heute“, sagt Vereinschefin Lydia Staltner. „Allein in den vergangenen drei Jahren haben wir rund rund 8400 Rentnern in Oberbayern geholfen. Nur, wenn wir alle zusammen helfen, können wir Altersarmut bekämpfen.“

Schenken auch Sie ein bisschen Würde, liebe Leserinnen und Leser: als Pate oder mit einer einmaligen Spende! Überweisungen bitte aufs Konto des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe (Schweigerstraße 15, 81541 München) bei der

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