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Er schämt sich für seine Armut: Werner Paul* will nicht erkannt werden.

Im Advent unterstützen wir bedürftige Rentner

Spendenaktion: „Wer nichts macht, gibt sich auf“

Vor zehn Jahren hatte Werner Paul*, 79, einen Schlaganfall und konnte von einem Tag auf den anderen nicht mehr sprechen. Mit seinem Ehrgeiz und mit der Unterstützung des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe kämpfte er sich zurück.

Werner Paul* erinnert sich noch gut an einen Sommertag vor rund zehn Jahren. Es war kurz nach seinem Schlaganfall, er war auf Reha. Er saß gerade am See, unter einem Baum, aß einen Apfel und schaute aufs Wasser. Am Abend wollte er der Nachtschwester davon erzählen – doch als er anfing, sich seinen Satz vorzusagen, fiel ihm das Wort „Baum“ nicht mehr ein. Er musste abbrechen – und sei sehr frustriert gewesen, erzählt der 79-Jährige heute. Damals habe er alles neu lernen müssen. Alles.

In der Philharmonie hat Werner Paul sein Gehör trainiert 

Inzwischen spricht Werner Paul wieder ganz flüssig und baut gern mal den einen oder anderen Witz ein. Ohne seinen Ehrgeiz wäre er aber nie soweit gekommen. „Ich konnte ja nicht sagen, was ich gedacht habe – und wusste deshalb: So kann es nicht weitergehen, ich muss mich zurück kämpfen!“ Und: „Wenn man nichts macht, hat man sich aufgegeben.“ Und weil er sich nicht aufgeben wollte, ging Werner Paul kurz nach seinem Reha-Aufenthalt ins Theater, so wie im Leben davor. Sein erstes Stück sei „Der Schein trügt“ im Residenztheater gewesen. Doch anstatt die Aufführung zu genießen, habe er den Schauspielern „ganz genau auf den Mund geschaut“. Damit er sehen konnte, „wie dieses Reden funktioniert“. Seit dem habe er immer wieder Stücke angeschaut und sich auch für die Philharmonie Karten gekauft – „die ganz billigen, für die Plätze, auf denen man nichts sehen kann“. Doch ums Sehen ging es Werner Paul ja nicht, er wollte sein Gehör trainieren, wollte lernen, das Schlagzeug wieder von einer Orgel zu unterscheiden – Musik hatte er in der Zeit vor dem Schlaganfall geliebt.

Mit Erfolg: Jahr für Jahr wurde es besser, der Rentner musste nur noch selten zu seinen Freunden sagen „woast scho’“,wenn ihm ein Wort nicht gleich einfiel. Nur bei hohen Tönen oder wenn in einer großen Gruppe von Menschen alle durcheinander sprachen, da hatte Werner Paul Schwierigkeiten. Hier konnte nur ein Hörgerät helfen. Doch das konnte er sich mit seiner Mini-Rente nicht leisten.

Als er zufällig mitbekam, dass der Verein Lichtblick Seniorenhilfe ältere Menschen in Not unterstützt, wagte er sich ins Büro und fragte vorsichtig nach. Und siehe da – es klappte. „Ich bin vor Glück fast rückwärts vom Stuhl gekippt“, erzählt Werner Paul und lacht. Das Hörgerät habe sein Leben enorm verbessert. „Sie glauben gar nicht, wie riesig der Unterschied jetzt ist“, sagt er. Werner Paul ist dankbar.

*Name geändert

EMILY WILKE

Schenken auch Sie ein bisschen Würde, liebe Leserinnen und Leser!

Eine warme Mahlzeit pro Tag, etwas weniger Sorgen am Monatsende, ein erhobener Kopf im Supermarkt: Schon mit 35 Euro im Monat spenden Sie echte Lichtblicke für Rentner in Not. Unter dem Motto „Oberbayern gegen Altersarmut“ suchen der Münchner Merkur und die Sparda-Bank München Paten für bedürftige Senioren.

Eine Patenschaft kostet nur 35 Euro im Monat. Über die Laufzeit entscheiden die Spender. „2003 waren wir der erste Verein in Deutschland, der sich finanziell für bedürftige Rentner eingesetzt hat – und das tun wir bis heute“, sagt Vereinschefin Lydia Staltner. „Allein in den vergangenen drei Jahren haben wir rund rund 8400 Rentnern in Oberbayern geholfen. Nur, wenn wir alle zusammen helfen, können wir Altersarmut bekämpfen.“

Schenken auch Sie ein bisschen Würde, liebe Leserinnen und Leser: als Pate oder mit einer einmaligen Spende! Überweisungen bitte aufs Konto des Vereins Lichtblick Seniorenhilfe (Schweigerstraße 15, 81541 München) bei der

Sparda-Bank München

IBAN: DE30 7009 0500 0004 9010 10

BIC: GENODEF1S04

(Für eine Spendenquittung geben Sie bitte Ihre Anschrift an.)

Oder spenden Sie online: www.seniorenhilfe-lichtblick.de/spendenformular-patenschaft/ Als gemeinnütziger Verein leitet dieser stets die Summe an die bedürftigen Senioren weiter. Weitere Informationen finden Sie unter www.seniorenhilfe-lichtblick.de.

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