Polizei warnt

Spendensammlerin zockt drei Münchner mit dreister Mitleidstour ab

Die Methode ist einfach, aber erfolgreich: Gleich drei Münchner Rentner sind jetzt auf eine betrügerische Spendensammlerin hereingefallen. Die Polizei warnt vor der sogenannten „Klemmbrett-Masche“. 

München - Um an das Geld von arglosen und großzügigen Passanten zu kommen, gehen die Betrüger meist immer nach dem selben Prinzip vor. Die Münchner Polizei warnt nun vor Abzockern, die gerade vor Weihnachten die Hilfsbereitschaft schamlos ausnutzen. 

So läuft die kriminelle Masche

Anlass dafür sind drei Fälle in München. Jedesmal hatte eine unbekannte Frau mit einer gefälschten Spendenliste in der Hand ihre Opfer angesprochen und behauptet Geld für gemeinnützige Zwecke zu sammeln. Obendrein umarmte die Betrügerin ihre Opfer. 

Ein 75-Jähriger Rentner ist, laut Polizei, am Dienstag, 28.11.2017, gegen 13.00 Uhr auf dem Parkplatz eines Gartencenters in der Ottobrunner Straße angesprochen worden. Die Betrügerin hatte eine Liste bezüglich Spenden für Rollstuhlfahrer in der Hand.   

Der Rentner gab der angeblichen Spendensammlerin daraufhin 10 Euro und trug sich in diese Liste ein. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat die unbekannte Frau bei dabei wohl gesehen, dass sich in der Geldbörse des 75-Jährigen noch mehr Geldscheine befanden. 

Sie umarmte den Rentner, wie bereits zuvor auch. Erst später stellte der Rentner fest, dass ihm insgesamt 500 Euro aus der Geldbörse gestohlen wurden. 

Vorsicht bei Umarmungen!

Ein weiterer Fall ereignete sich ebenfalls am Dienstag: Eine 79-jährige Rentnerin in Milbertshofen war gegen 13.30 Uhr auf dem Heimweg als  unterwegs als sie von einer Unbekannten angesprochen wurde. 

Die Frau hielt der alten Dame eine schwarze Mappe mit einer Liste entgegen. Dieses Mal war es, laut Polizei, eine Spendenliste für Taubstumme. 

Die betrügerische Spendensammlerin umarmte die 79-jährige Rentnerin und gab ihr links und rechts einen Kuss auf die Wange. Die Rentnerin trug sich in die Liste ein, holte ihre Geldbörse heraus und wollte zwei Euro spenden. Die unbekannte Frau war schon im Begriff sich zu entfernen, nahm jedoch noch die zwei Euro und lief dann ganz schnell in Richtung Schleißheimer Straße davon.

Der 79-Jährigen fiel erst später auf, dass ihr ein 50-Euro-Schein aus der Geldbörse entwendet wurde.

Rentner erkennt den miesen Spenden-Trick

Auf dem Parkplatz eines Supermarktes in der Osterfeldstraße in Ismaning wurde ein 76-jähriger Rentner am Mittwoch, 29.11.2017, gegen 13.15 Uhr angesprochen. Auch diesmal bat eine unbekannte Frau mit einem Klemmbrett in der Hand den Rentner um eine Spende.

Der Rentner wollte etwas spenden und holte seine Geldbörse heraus. Die Unbekannte legte daraufhin ihr Klemmbrett auf die Geldbörse und zog mit ihren Fingern mehrere Geldscheine aus dem Scheinfach. Der Rentner bemerkte dies jedoch und forderte die Frau auf, stehen zu bleiben, da sie versuchte sich zu entfernen. Der 76-Jährige konnte beobachten, wie sie in ein Fahrzeug mit einem Dortmunder Kennzeichen stieg, das mit einer männlichen Person besetzt war. 

Vorsicht auf Parkplätzen und in Einkaufzentren

Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Polizei davon aus, dass es bei den Taten jeweils um die gleiche Täterin handelt. 

Mit weiteren Auftreten, insbesondere auf größeren Kundenparkplätzen von Einkaufszentren und Geschäften ist zu rechnen. Der beschriebene Pkw mit einem Dortmunder Kennzeichen wurde bislang nur bei der Tat in Ismaning gesehen. 

Polizei sucht Zeugen

Die Täterin ist laut Beschreibung der Polizei zwischen 25 und 30 Jahre alt und etwa 1,60 Meter groß. Sie hat demnach eine schlanke Figur, schwarze Haare. Ihre Erscheinung sei osteuropäischslawisch und sie sprach gebrochen Deutsch. 

Die unbekannte Frau hatte dunkle Kleidung an. Sie trug einen dunklen Mantel, aber in einem Fall eine rötliche Jacke. 

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 65, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Vorsicht vor falschen Spendensammlern 

Die Münchner Polizei warnt mit folgenden Worten großherzige Spender zur Vorsicht: „Seien Sie stets kritisch, wenn man Sie um eine Spende bittet und welchem Zweck das Geld dienen soll. Im Zweifelsfall sehen Sie von einer Spende ab und verständigen umgehend die Polizei.“

Christkindlmarkt-Zeit ist die Zeit der Taschendiebe. Im dichten Gedränge kommen sie schnell und einfach zum Erfolg. Doch viele Diebe meiden München. Die Polizei erklärt, woran das liegt und wie Sie sich schützen können.

ml

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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