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München will mehr Geld für Sportförderung ausgeben

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„Jump & Fly“: Auch 2013 trifft sich die Springer-Elite auf dem Odeonsplatz. Foto: Schlaf
„Jump & Fly“: Auch 2013 trifft sich die Springer-Elite auf dem Odeonsplatz. Foto: Schlaf

München - Mehr Geld, neue Initiativen, bessere Kooperation: So will München im Jahr 2013 sein Profil als Sportstadt weiter schärfen.

Die Zahlen sind beachtlich: 991 000 Münchner treiben Sport, viele bei einem der 660 Vereine und 170 kommerziellen Anbieter. Die Zahl der Sporthallen soll bis 2017 von 604 auf 648 wachsen. Es gibt 164 Freizeitsportanlagen, 18 öffentliche Schwimmbäder, vier Kunsteisbahnen und elf Sportparks. Deren Unterhalt kostet Geld. Im Oktober habe der Stadtrat den Infrastruktur-Etat für städtische Anlagen von fünf auf sechs und für Vereinsanlagen von drei auf vier Millionen Euro angehoben, sagte Sportbürgermeisterin Christine Strobl gestern bei einer Pressekonferenz. Großprojekte wie die Sanierung des Grünwalder Stadions (10,3 Millionen) und die Bezirkssportanlage an der Rudolf-Zorn-Straße (6,8 Millionen) gehen extra. „Wir geben für den Sport in München jährlich 50 Millionen Euro aus. Im ganzen Freistaat sind es nur 40 Millionen“, sagte Strobl stolz.

Als „eine der Hauptaufgaben für die Zukunft“ bezeichnete sie eine engere Kooperation zwischen Schule und Vereinen. Referent Rainer Schweppe will dazu den „Münchner Sportdialog“ ins Leben rufen. Der Trend zur Ganztagsschule stelle die Teilnehmer vor große Herausforderungen, eröffne aber auch neue Chancen. Zusammen mit den Vereinen könnten die Schulen im Ganztagsbetrieb auch Sportarten abseits des bisher üblichen Spektrums anbieten. Das Problem dabei: Die meisten Übungsleiter der Vereine sind berufstätig und haben nachmittags keine Zeit.

Verstärkt will das Referat für Bildung und Sport auf die wachsende Zahl junger Nichtschwimmer reagieren. Es sei „wichtig, dass die Kinder in der Schule an das Schwimmen herangeführt werden“, so Strobl. Der Einfluss der Stadt ist freilich gerade in der Grundschule, wo es am wichtigsten wäre, marginal: Ob und wie oft die Klassen zum Schwimmen gehen, entscheiden die staatlichen Lehrer. Die Stadt kann nur unterstützend tätig werden, etwa mit 35 speziell ausgebildeten Schulbadewärterinnen, die die Lehrkräfte unterstützen. Zusammen mit den Stadtwerken plant die Stadt ein Wassersportfestival. Das, so Sportamtsleiter Thomas Urban, solle zeigen: „Schwimmen ist eine tolle Sache.“

Neben Schul- und Breitensport will Schweppe verstärkt den Spitzensport in München fördern. Dazu soll ein „Leistungssportkoordinator“ Konzepte für bestimmte Sportarten entwickeln, für die dann auch die Infrastruktur geschaffen wird. Bis 2015/16 soll etwa beim Münchner Sportclub (MSC) in der Lerchenau ein Hockeyleistungszentrum entstehen. All diese Bemühungen werden auch im Jahr 2013 wieder durch ein ganzes Bündel hochkarätiger Sportveranstaltungen dokumentiert werden.

Das Spektrum reicht von Breitensport-Angeboten wie der Blade Night (Mai bis September), dem Sport Scheck Lauf (23. Juni) und dem München Marathon (13. Oktober) bis zu Spitzensport-Events quer durch die Disziplinen: Das Tennisturnier BMW Open im April/Mai, das Internationale Leichtathletik-Pfingstfest am 18. Mai und der Eishockey-Deutschland-Cup im November sind nur einige Termine im Jahreskalender.

Zum Publikumsmagneten versprechen die „X-Games“ zu werden, laut Schweppe so etwas wie die Olympischen Spiele für Trend- und Extremsportarten. Sie finden erstmals in Deutschland statt und werden vom 27. bis 30. Juni im Olympiapark unter anderem mit waghalsigen Sprüngen locken. Auf dem Odeonsplatz wird sich am 4. Juni zur „Jump & Fly“ wieder die Elite der Weit- und Stabhochspringer treffen. Und schließlich wird es am 7. Juli auf dem Königsplatz wieder das Münchner Sportfestival geben, das alle Besucher einlädt, ihren Sport zu entdecken.

Die Idee dahinter klingt wie ein gemeinsames Grundsatzprogramm von Sportreferent und Sportbürgermeisterin: „Wir wollen die Münchner für Sport und Bewegung begeistern“, sagt Rainer Schweppe. „Denn wer sich nicht bewegt, bewegt nichts.“

Peter T. Schmidt

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