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Gerlinde Meier hat ihren Mann an den Krebs verloren - jetzt hilft die 59-Jährige mit ihrer Internetseite "Sprungtuch" Menschen, die plötzlich allein sind.

"Leitfaden in schwierigen Situationen"

Sie fängt Gefallene nach Tod eines Angehörigen auf

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München - Gerlinde Meier musste mit dem Tod ihres Mannes selbst einen Schicksalsschlag hinnehmen. Nun will sie andere Hinterbliebene unterstützen.

Als Gerlinde Meiers Mann an Krebs starb, stand die zweifache Mutter vor dem Nichts. Nicht nur, dass ein geliebter Mensch plötzlich nicht mehr da war - dieser Mensch hatte auch nichts hinterlassen: keinen Fahrplan, was nach seinem Tod geschehen soll. Kein Testament. Nichts. Gerlinde Meier (59) musste nicht nur ihre Trauer bewältigen, sondern auch einen ganzen Berg an Dingen, von denen sie keine Ahnung hatte: Versicherungssachen, Bankangelegenheiten, Erbe. "Ich habe mich dann eben durchgewurstelt", sagt Meier. Irgendwie habe sie es geschafft. "Aber ich war am Ende meiner Kräfte."

Jetzt will Gerlinde Meier Menschen helfen, die in einer ähnlichen Situation sind. "Plötzlich allein in München", so umreißt Meier ihre Zielgruppe: Verlassene, Hinterbliebene - sie alle will die 59-Jährige mit ihrer Internetseite Sprungtuch auffangen. Dort findet man die Kontaktdaten von Psychologen, Anwälten, Immobilienmaklern, Umzugsfirmen oder Trauerrednern.

Wer hilft beim Haus-Verkauf?

Nach dem Tod ihres Mannes, nach der Trauer kam die Frage: "Und was mache ich jetzt?" Bestatter? "Kriege ich noch hin!" Aber dann? "Ich wusste nicht, was zu tun war." Das Haus verkaufen? Wer hilft dabei? "Wollen da nicht alle nur mein Geld?", solche Gedanken plagten Meier. Rechnungen, Papierkram, Beerdigung - "von allen Seiten hagelt es auf dich ein!", sagt Meier. Gemeinsam mit ihren erwachsenen Kindern suchte sich Meier in mühevoller Arbeit Informationen und Kontaktdaten im Internet zusammen. Und dachte sich: Das muss einfacher gehen. Meiers Kinder sagten: "Versuch anderen zu helfen!2 Und Sprungtuch war geboren.

"Ich möchte Menschen in einer schwierigen Situation einen Leitfaden bieten", erklärt Meier. Auf der Internetseite finden Menschen Hilfe in drei Kategorien: Rechtliche und psychologische Hilfe sowie Unterstützung im Alltag. Alles kostenlos, eine Anmeldung mit Namen und ­E-Mail-Adresse reicht. Laut Meier gibt es deutschlandweit keine Stelle, die Trauernde umfassend berät. "Kirchen und Wohlfahrtsverbände decken das teilweise ab, nirgends aber bekommt man Hilfe so gebündelt wie bei uns."

Bei Sprungtuch gebe es nicht 500 verschiedene Therapeuten wie das bei den Gelben Seiten der Fall sei, sondern lediglich fünf pro Stadt. "Bei den Kooperationspartnern ist mir Qualität sehr wichtig", sagt Meier. Sie habe fast mit allen persönlich gesprochen oder zumindest Erkundigungen von Bekannten und Fachleuten eingeholt. "Die Vorschläge sind dann für den jeweiligen Menschen maßgeschneidert", verspricht Meier.

Ein maßgeschneidertes Sprungtuch für alle Gefallenen.

Tobias Scharnagl

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