Staatsanwaltschaft München klagt mutmaßliche Islamisten an

München - Eine Gruppe soll mit Hetzschriften und Videos zur Teilnahme am Tschetschenien-Krieg und zu Gewalttaten gegen "Ungläubige" aufgerufen haben.

Zwei Jahre nach dem Beginn der Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft München den mutmaßlichen Islamisten Reda Seyam beim Landgericht angeklagt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Focus in seiner heute erscheinenden Ausgabe. Dem 49-jährigen Deutsch-Ägypter und sieben weiteren Verdächtigen wird demnach die Bildung einer kriminellen Vereinigung und Volksverhetzung vorgeworfen. Staatsanwalt Anton Winkler bestätigte gegenüber der Deutschen Presseagentur, dass Anklage erhoben wurde. Bei einer Durchsuchung im vergangenen Jahr sollen Werbevideos für die Teilnahme am Tschetschenienkrieg und Hetzschriften gegen „Ungläubige“ gefunden worden sein. Damit sollen die Angeklagten für Gewaltaktionen geworben haben.

Kopf der Gruppe soll der Leipziger Imam Hassan Dabbagh sein, der die Vorwürfe allerdings vehement bestreitet. Die Angeklagten sollen laut Focus das Ziel verfolgt haben, vor allem deutsche Konvertiten zu radikalisieren. Wichtigstes Instrument dieser Missionierung seien deutschsprachige Islamseminare gewesen, die für viele Gläubige der erste Schritt in den Terrorismus gewesen seien. 2003 und 2004 soll nach Informationen des Magazins auch ein inzwischen abgetauchter Helfer der sogenannten Sauerlandgruppe ein solches Seminar besucht haben. Damals habe auch der spätere Al-Qaida-Kommandoführer Bekkay Harrach aus Bonn zu den Seminarleitern gehört.

Aber auch über zwei Verlage – As-Sunna und Al-Tamhid – sowie verschiedene Internetforen sollen die Angeklagten volksverhetzendes Gedankengut verbreitet haben. Unter anderem wurden bei der Razzia Focus zufolge Hetzschriften gefunden, nach denen Ungläubige, die den Koran leugnen, als Abtrünnige hingerichtet werden sollen. dpa/mm

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