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Ehrgeiziges Projekt: Rund um Maria Ramersdorf soll es schöner werden.

Viele Bauprojekte angedacht

Gnadenfrist läuft ab: Stadt steht beim Ortskern Ramersdorf unter Druck

Die Pläne für den Ortskern Ramersdorf sind ehrgeizig. Doch schon hagelt es Kritik an einigen der Bauprojekte. Und die Zeit drängt.

München - Ramersdorf soll sein Herzstück wieder zurückbekommen. Die Stadt will den alten Ortskern zu einem attraktiven und lebendigen Mittelpunkt des Stadtteils machen. Dabei steht die Verwaltung unter Druck: Im Herbst läuft die Gnadenfrist ab, die der Landesdenkmalrat dem Viertel vor fünf Jahren eingeräumt hatte. 

Damals drohte das Gebiet rund um die Wallfahrtskirche Maria Ramersdorf und sieben weitere denkmalgeschützte Gebäude den Schutz als Gesamtensemble zu verlieren. Jetzt muss die Stadt Bericht erstatten, wie sie sich in der Zwischenzeit um den historischen Ortskern gekümmert hat.

Start der Baumaßnahmen erst in drei bis fünf Jahren

Doch von einer tatsächlichen Umgestaltung ist man noch immer weit entfernt. Dies wurde auf einem Informationstreff für Anwohner des Viertels deutlich: Erst in drei bis fünf Jahren könne man mit dem Start der Baumaßnahmen rechnen, gab ein Vertreter des Planungsreferats als realistisch an.

Das Projekt sei sehr komplex, zudem gebe es noch viele Grundstücksfragen zu klären. Schließlich wolle man nicht „in kleinen Briefmarken, sondern im großen Zusammenhang“ planen. „Wir tasten uns heran.“ Im kommenden Frühjahr muss sich erst mal der Stadtrat mit dem Aufstellungsbeschluss für die Bauplanung befassen.

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Verlegung von Stadteinwärts-Spuren könnten Platz für mehr Grün bescheren

Aufwendig ist das Ganze vor allem wegen der geplanten Verlegung der beiden Stadteinwärts-Spuren der Rosenheimer Straße zwischen Mittlerem Ring und Kirchseeoner Straße. Sie sollen künftig direkt neben den stadtauswärts führenden Fahrbahnen liegen. Damit könnte man den derzeit nutzlos zwischen den Richtungen liegenden Grünstreifen wieder an den alten Ortskern anbinden und Platz schaffen für mehr Grün und zusätzliche Bebauung.

Zudem soll die Aribonenstraße vor der Kirche Richtung neuer Rosenheimer Straße abbiegen. Die restliche Aribonenstraße wird an die Ramersdorfer Straße angebunden. Beide Straßen werden verkehrsberuhigt mit Tempo 20, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und Schleichverkehr abzuschrecken. Vor der Kirche könnte so ein verkehrsfreier Dorfplatz entstehen, auf dem Feste, aber auch Wochenmärkte stattfinden können. Die Erzdiözese will dort auch noch ein neues Pfarrheim mit Pilgertreffpunkt und Café bauen. Im neu entstehenden Grünzug soll der alte Wallfahrtsweg wieder aufleben, außerdem ist ein Mehrgenerationen-Spielplatz geplant.

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Jugendtreff oder Partykeller in stillgelegter Unterführung der Rosenheimer Straße?

Weitere Planung: Die derzeit stillgelegte Unterführung unter der Rosenheimer Straße soll saniert und als Jugendtreff, Partykeller oder Werkstätte genutzt werden. Zum Schutz der Mustersiedlung, die dann alle Fahrspuren vor ihrer Einfahrt hat, gibt es einen vier Meter hohen Lärmschutzwall, der auch als Rodelhügel und Spielplatz genutzt werden soll.

Der Bereich des früheren ADAC-Parkplatzes soll mit Wohnungen, einem 800 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt und einer großen Tiefgarage bebaut werden. An der Ecke Kirchseeoner Straße/Innsbrucker Ring sind weitere Wohnbauten samt Kindertagesstätte geplant. Insgesamt würde Ramersdorf hier rund 350 neue Einwohner aufnehmen können.

Einige Anlieger prophezeihen mit der geplanten neuen Straßengestaltung Rückstaus bis zum Karl-Preis-Platz. Schon heute stehe man hier zu Hauptverkehrszeiten. Mit nur zwei Spuren sei der Verkehr Richtung Autobahnzufahrt und Ring kaum abzuwickeln. Allerdings soll es an diesem Knotenpunkt zusätzliche Abbiegespuren geben, um möglichst viele Autos abfließen zu lassen.

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Carmen Ick-Dietl

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