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Illustre Party: Im Jahr 2015 fand der „Prof-Treff“ im Luise-Kiesselbach-Tunnel statt.

Städtische Gelder

80.000 Euro Zuschuss für Wissenschaftler-Kongress: Zu  viel?

München - Die Stadt München gewährt 80.000 Euro Zuschuss, damit hochrangige Wissenschaftler beim „Prof-Treff“ München erleben können. Ein SPD-Stadtrat fragt nach, ob das angemessen ist.

München ist beliebt als Messe- und Kongress-Standort. Das weiß man. Um diesen Ruf zu nähren, ist das Wirtschaftsreferat stets um Eigenwerbung und Selbstvermarktung bemüht. Ein Beispiel: Der Europäische Kardiologenkongress (ESC) gilt mit rund 30.000 Teilnehmern als eine der größten medizinischen Veranstaltungen in Europa. 2018 kommt der ESC erneut nach München, die Landeshauptstadt wird zum Zentrum der europäischen Herzmedizin – und die Hotels sind voll gebucht.

Doch wie viel Geld aus dem Stadtsäckel ist angemessen, um beispielsweise einzelne Werbeveranstaltungen für Kongresse finanziell zu unterstützen? Vermutlich liegt das im Auge des Betrachters. Der SPD-Stadtrat Helmut Schmid hakte am Dienstag bei der Sitzung des Wirtschaftsausschusses im Falle des so genannten „Prof-Treffs“ nach, den die Stadt mit einem Zuschuss in Höhe von 80.000 Euro unterstützt.

Die Wissenschaftler sollen Kongresse nach München holen

Bei dem Kongress kommen jährlich zahlreiche hochkarätige Professoren und Wissenschaftler der Münchner Universitäten, Institute und Forschungseinrichtungen zusammen. 2015 traf sich die erlesene Runde im damals noch nicht fertiggestellten Luise-Kiesselbach-Tunnel zu einer gediegenen Feier mit Galadinner.

Ziel der festlichen Abendveranstaltung ist es, Kongresse und Tagungen für München zu gewinnen. Es handle sich um eine Plattform zum persönlichen Kontakt und Gedankenaustausch zwischen Wissenschaftlern und Kongressfachleuten, heißt es seitens des Wirtschaftsreferats. Den Gästen würden reizvolle Örtlichkeiten und neue kulturelle Facetten der Stadt aufgezeigt. Die Wissenschaftler, so das Wirtschaftsreferat, könnten sich dann in ihren Fachabteilungen sowie in ihren nationalen und internationalen Verbänden für den Kongressstandort München einsetzen. Und weiter heißt es: „Erst die gesamte Veranstaltung mit der Mischung aus Information, Catering, Erlebnis, Unterhaltung und Aktivität macht den Prof-Treff zum Gesamterlebnis.“

Schmid: Veranstaltung hat konkreten Nutzen

Für Schmid durchaus ein Anlass nachzufragen: „Also – 80.000 Euro für ein Gesamterlebnis, da möchte ich schon wissen, was dahinter steckt.“ Bürgermeister Josef Schmid (CSU), gleichzeitig Chef des Wirtschaftsreferats, beteuerte ein wenig süffisant, die Veranstaltung sei schon mehr als ein „Gesamterlebnis“. Der „Prof-Treff“ habe den konkreten Nutzen, in der Folge international renommierte Kongresse nach München holen zu können. Dies bestätigte Jörg Bauler, der Leiter des stadteigenen Münchner Kongressbüros: „Es ist eine Werbeveranstaltung für München als Standort, der ein Top-Netzwerk bietet.“ Die Stadt müsse hier auch am Ball bleiben. Denn: „Die Professoren sind sehr verwöhnt und bekommen massenweise Einladungen.“ Auch CSU-Sprecher Manuel Pretzl sprach von gut investiertem Geld. Kongresse seien wesentlich für die Tourismus-Wirtschaft. Und der Zuschuss der Stadt mache sich schon doppelt und dreifach bezahlt, wenn sich nur ein Folgekongress aus dem Prof-Treff generieren lasse.

Insgesamt kostet die Veranstaltung 120.000 Euro, wovon die Stadt zwei Drittel trägt. 30.000 Euro des Zuschusses sind für die Verpflegung vorgesehen, jeweils 25.000 Euro für die Anmietung der Räume und der Technik sowie für Rahmenprogramm und Moderation. Organisiert wird der Prof-Treff vom Verein „Munich Congress Alliance“, einem Netzwerk Münchner Veranstalter, das mit dem Tourismusamt kooperiert. Auf Betreiben von SPD-Stadtrat Schmid beschloss der Wirtschaftsausschuss, dass der Zuschuss künftig nicht automatisch vergeben wird, sondern Jahr für Jahr nach einem entsprechenden Erfahrungsbericht neu beschlossen werden soll.

Klaus Vick

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