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Bildung für die Kinder liegt der Stadt sehr am Herzen.

Wo die Stadt Geld investiert

Millionen für Bildung und Kultur

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München - Theater, Bibliotheken, Volkshochschule: Kaum eine deutsche Stadt leistet sich so ein umfangreiches und attraktives Angebot im Bereich Kultur und Bildung wie München. Wie hoch die Zuschüsse für die verschiedenen Einrichtungen sind, hat jetzt die Kämmerei vorgestellt.

Kultur kostet Geld, hat der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker einmal gesagt. Für München stimmt der Satz. Jahr für Jahr pumpt die Stadt Millionen in Theater, die Philharmonie oder das Stadtmuseum. Im Stadtrat herrscht Konsens darüber, dass der Zugang zu Kultur- und Bildungsangeboten nicht vom Geldbeutel der Bürger abhängen darf. Jeder soll in den Genuss kommen. Wie viel die Stadt für die zahlreichen Angebote zuschießt, hat jetzt Ernst Wolowicz vorgerechnet. „Es geht nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen“, versichert der Kämmerer. 

Das Deutsche Theater wirtschaftet gut und benötigt heuer einen Zuschuss von lediglich 1,5 Millionen Euro, was einem Deckungsgrad von 88,8 Prozent entspricht. Die Eintrittskarten kosten zwischen 20 und 95 Euro. Die Stadt schießt pro Ticket 5,34 Euro zu. Heuer rechnet das Deutsche Theater mit bis zu 290 000 Besuchern. 

Mit 14,9 Prozent ist der Deckungsgrad bei den Kammerspielen niedrig. Das bedeutet, dass das Theater ohne die rund 33 Millionen Euro Zuschuss für 2016 dichtmachen müsste – oder die Ticketpreise massiv anheben. Zwischen 7 und 44 Euro kostet der Besuch des Theaters. Heuer rechnen die Kammerspiele mit 130 000 Besuchern. Wie hoch der Zuschuss pro Ticket ist, kann die Stadt nicht angeben, da vom Zuschuss auch die Ausgaben für die Otto-Falckenbergschule bestritten werden. 

19 Millionen Euro überwies die Stadt im Jahr 2014 (neuere Zahlen liegen nicht vor) als Defizitausgleich an die Münchner Philharmoniker. 194 000 Menschen genossen die Auftritte des weltberühmten Orchesters. Ein Ticket kostet zwischen 8,40 und 343 Euro. Pro Karte schießt die Stadt 97,13 Euro zu. Der Deckungsgrad der Philharmoniker liegt bei knapp 30 Prozent.

München betreibt deutschlandweit das größte Netz an Stadtbibliotheken. Die Kommune ließ sich das riesige Angebot im Jahr 2014 fast 40 Millionen Euro kosten. Der Deckungsgrad liegt bei nur 8,9 Prozent, was aber politisch gewollt ist, da jeder Bürger preisgünstig in den Genuss von Büchern oder anderen Medien kommen soll. Rund 13 Millionen Ausleihen registrieren die Stadtbibliotheken jedes Jahr. Pro ausgeliehenem Medium zahlt die Stadt 2,99 Euro drauf.

Nur 5,3 Prozent beträgt der Deckungsgrad des Stadtmuseums. Dies bedeutet, dass die Kommune 2014 sage und schreibe 106 Euro pro Ticket zuschießen musste. Der Eintrittspreis beträgt zwischen 2 und 20 Euro. Insgesamt betrug der Zuschuss 2014 15 Millionen Euro. Die Zahl der Besucher brach dramatisch von 192 000 im Jahr 2013 auf 141 000 im Jahr 2014 ein.

Die Volkshochschule steht mit einem Deckungsgrad von 64 Prozent gut da. 2014 betrug der städtische Zuschuss 13 Millionen Euro. Pro Teilnehmerdoppelstunde musste die Kommune 4,31 Euro drauflegen. Insgesamt wurden gut drei Millionen Doppelstunden gebucht. Die Münchner VHS ist die größte in Deutschland.

Acht Millionen Euro Defizit häufte das Volkstheater 2014 an. Die Stadt sprang ein. Der Zuschuss pro Besucher lag bei 77 Euro. Gut 100 000 Bürger besuchten das Theater im Jahr 2014. Der Deckungsgrad lag bei 20 Prozent. Musikschulen 8707 Kinder und Erwachsene besuchten 2014 eine kommunale Musikschule. 4,9 Millionen Euro musste die Stadt zuschießen, um das Defizit auszugleichen. Pro Schüler lag die kommunale Förderung bei sage und schreibe 564 Euro.

Der Tierpark Hellabrunn hat eine Sonderstellung inne, denn 2014 erzielte er einen Überschuss – den Eisbär-Babys sei Dank. 2,2 Millionen Menschen bescherten dem Park einen Besucherrekord. Trotz des erzielten Gewinns überwies die Stadt einen Zuschuss von 2,1 Millionen Euro. Er floss in die Rücklagen des Tierparks und soll für Investitionen genutzt werden. Der Zuschuss pro Ticket betrug 2014 0,93 Euro. 

 Mit 18 Millionen Euro musste die Stadt 2014 die Olympiapark GmbH bezuschussen. 3,4 Millionen zahlende Besucher kamen in den Park. Der städtische Zuschuss betrug 5,32 Euro pro Besucher. Der Deckungsgrad lag bei 66 Prozent.

Ulrich Lobinger

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