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Warten auf ein neues Herrchen: Jedes Jahr durchlaufen über eintausend Hunde das Riemer Tierheim.

Zuschuss genehmigt

Stadt gibt Millionen für Hundehaus aus - Bayernpartei kritisiert das als zu luxuriös

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Das Tierheim kann mit dem Bau des neuen Hundehauses loslegen. Der Stadtrat hat gestern einen Zuschuss von 2,7 Millionen Euro für insgesamt drei Projekte genehmigt.

München - Im Frühjahr noch war eine Art Katzenjammer in Riem zu hören. Bei der offiziellen Vorstellung der Jahresbilanz im Münchner Tierheim trübte eine Nachricht aus dem Rathaus deutlich die Freude. Der städtische Kreisverwaltungsausschuss hatte soeben entschieden, einer Finanzierung des neuen Hundehauses noch nicht zustimmen zu können. Von den Änderungen in den Planungen sei man überrascht worden. Zudem müsse die Verwaltung noch prüfen, ob die Pläne aus Sicht des Veterinäramts sinnvoll sind. Tierheim-Chefin Sandra Giltner verstand damals die Welt nicht mehr: „Wir haben bereits alles geplant und alles geliefert, was die Stadt verlangt hat.“

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Nun scheint die Welt wieder in Ordnung. Der Kreisverwaltungsausschuss hat gestern mehrheitlich einem Zuschusskonzept für die Projekte des Tierheims zugestimmt. Wie berichtet, plant der Tierschutzverein als Träger der Einrichtung den Neubau eines multifunktionalen Hundehauses mit integrierter Tollwut- und Eingangsquarantäne, Krankenstation und Verwahrtierbereich für 3,8 Millionen Euro. Ferner soll ein weiteres Hundehaus für die alten nicht sanierungsfähigen Hundetrakte mit ausschließlicher Vermittlungsfunktion errichtet werden. Mit dem Bau soll nach Fertigstellung des Multifunktionshauses begonnen werden. Zudem ist beabsichtigt, das bestehende Hunderondell für rund 270 000 Euro zu sanieren. Insgesamt wird die Kämmerei für alle drei Projekte 2,7 Millionen Euro überweisen.

Bayernpartei kritisiert Konzept als zu luxuriös

Stadtrat Richard Progl von der Bayernpartei wetterte im Ausschuss, dass es vor allem für den Neubau des weiteren Hundehauses noch keine konkreten Pläne gebe. Er sehe nicht ein, warum man einer Finanzierung zustimme, bevor das ausgereift sei. Generell erscheint ihm das Konzept zu luxuriös. „Ich weiß schon, das Tierheim ist sakrosankt. Aber die Vorlage schießt über das Ziel hinaus. Wofür brauchen Hunde eine Fußbodenheizung?“ Progl weiter: „Es gibt in München ein paar Rentner, die froh wären, so luxuriös untergebracht zu sein.“

Der Bayernpartei-Stadtrat stand jedoch alleine da. Christian Vorländer (SPD) sagte, er sehe die Finanzierung als einen „substanziellen Beitrag“ für den Tierschutz. Sebastian Schall (CSU) ergänzte: „Wir begrüßen die Vorlage.“ Und fügte mit Augenzwinkern an: „Ich würde da auch niemand anders unterbringen wollen.“ Gülseren Demirel (Grüne): „Der Neubau ist ein riesiger Fortschritt. Und es bringt nichts, jetzt einzelne Gruppen gegeneinander auszuspielen.“ Sie riet Progl, mal in den Sozialausschuss zu kommen. Dort sei Hilfe für Rentner immer ein Thema. Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) erklärte: „Die Gebäude im Tierheim sind aus den 50er- und 60er-Jahren, daher hat das Veterinäramt auch gesagt, dass wir was machen müssen. Derzeit sind die Verhältnisse schwierig, auch für die Mitarbeiter.“ Bei der Fußbodenheizung handle es sich um eine freiwillige Leistung des Vereins, die nicht gefördert wird.

Das Tierheim ist zwar für die Stadt München zuständig, aber auch für 29 Gemeinden aus umliegenden Landkreisen. In den Jahren 2014 bis 2016 waren im Schnitt 1089 Hunde hier untergebracht, 676 davon aus der Stadt. Mit dem Bau der neuen Hundehäuser soll die Kapazität von 109 auf dann 153 Tiere erweitert werden. Baubeginn wäre im April/Mai, Fertigstellung gegen Anfang 2019.

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