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Hierher kommt, wer eine Sozialwohnung braucht: Das Amt für Wohnen und Migration in der Franziskanerstraße.

Zu wenige Sozialwohnungen

Stadt will 3000 Wohnungen für Bedürftige bauen

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München - Immer mehr Menschen brauchen eine Sozialwohnung, und die Situation verschärft sich durch die Flüchtlinge. Um der Not zu begegnen, will die Stadt nun rasant gegensteuern.

Bis 2019 will die Stadt München 3000 zusätzliche Wohnungen für Bedürftige bauen lassen. So sieht es eine Beschlussvorlage des Planungsreferats für das Stadtratsplenum am morgigen Mittwoch vor.

„Wohnen für Alle“ ist der Beschluss übertitelt. Soll heißen: Nicht nur anerkannte Asylbewerber, die aus ihren Unterkünften ausziehen müssen, sollen Wohnungen bekommen – sondern auch Münchner mit niedrigen Einkommen. 1500 Wohnungen will die Stadt über ihre eigenen Wohnbaugesellschaften errichten, 1500 über die private Wohnungswirtschaft.

Der Beschluss könne ein „wichtiger Schritt“ sein, sagte Grünen-Fraktionschefin Gülseren Demirel. Kritisch sieht sie, dass zu wenig soziale Mischung vorgesehen sei – und auch, dass Baustandards abgesenkt werden sollen. Es sei nur eine „kurzfristige Lösung“, insgesamt müsste die Stadt beim Wohnbau grundsätzlichere Maßnahmen ergreifen.

Auch die CSU will den Beschluss mittragen, „auch wenn wir nicht begeistert“ sind, sagte Stadtrat Michael Kuffer. Er kritisiert ebenfalls das Bauen im „Substandard“ und sagt, dies müsse eine „Übergangslösung“ sein, die später „beseitigt“ werde. Die CSU habe zudem durchgesetzt, dass die Finanzierung nicht aus zusätzlichen, sondern aus bestehenden Wohnbaumitteln erfolgt.

Vergangenes Jahr gab es 12 500 Bewerber für eine Sozialwohnung, 8500 davon in der höchsten Dringlichkeitsstufe – und die Stadt rechnet mit weiterem Zuwachs. Nur 3200 Wohnungen wurden neu vergeben. Zusätzlich dürften heuer mindestens 5000 Flüchtlinge Wohnungen brauchen. 

chu

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