Messer-Mann ersticht Frau mitten auf der Straße - Täter auf der Flucht

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Müll und Lärm: Am Gärtnerplatz geht’s oft heiß her.

Immer öfter an öffentlichen Plätzen

So will die Stadt das Feiervolk bremsen

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Wenn einige Münchner zu Bett gehen, legen andere erst richtig los. Das kann zu Konflikten führen. Doch wie soll man diesen begegnen? Darüber macht sich die Stadt Gedanken.

München - Die einen wollen Party machen, die anderen ihre Ruhe haben. Nächtliche Konflikte sind nichts Neues. Doch das Feierverhalten hat sich verändert: Weg von größeren Discos, hin zu kleineren Clubs und Bars. Zudem wird immer öfter an öffentlichen Plätzen oder an der Isar gefeiert. Die Stadt will deshalb eine Arbeitsgruppe gründen mit dem Ziel, das Münchner Nachtleben für alle Interessen attraktiv und verträglich zu gestalten.

Es sei eine übergreifende, stadtweite Strategie erforderlich, heißt es in einer Vorlage des Sozialreferats, die in der kommenden Woche im Stadtrat behandelt wird. An der Arbeitsgruppe sollen sich Vertreter der Stadtverwaltung und betroffener Stadtviertel, von Polizei und Verbänden sowie Gastronomen beteiligen.

Gärtnerplatz: Streit um Toiletten fürs Feier-Volk geht weiter

Anlaufstelle für Konflikte im öffentlichen Raum vorhanden

Im Sozialreferat gibt es mit AKIM (Allparteiliches Konfliktmanagement in München) bereits eine zentrale Anlaufstelle für Konflikte im öffentlichen Raum. Deren Mitarbeiter waren in den vergangenen beiden Jahren vor allem am Gärtnerplatz und an der Müllerstraße im Glockenbachviertel tätig. Dort hätten sich die nächtlichen Feier-Exzesse einigermaßen beruhigt. Allerdings seien weitere Anstrengungen notwendig. Denn insgesamt nähmen in der Stadt die Konflikte mit dem nächtlichen Feiern zu, so der Eindruck von AKIM. Dabei spielten nicht nur der Lärm und Saufgelage eine Rolle, auch der viele Müll sei großes Problem.

Die zentrale Frage: Wie kann man eine Balance zwischen dem Lebensgefühl der Feiernden und der Lebensqualität der Anwohner herstellen? Ein weiteres Problem: Frauen fühlten sich im Nachtleben zunehmend unsicher. All diesen Trends gelte es entgegenzuwirken.

250.000 Einwohner mehr bis 2030

Das wird nicht einfach. Denn nach München kommen immer mehr Touristen - und die Stadt wächst bis 2030 vermutlich um etwa 250.000 Einwohner. Party-Zentren wie die Kultfabrik, die bis zu 250.000 Menschen pro Monat besuchten, gibt es nicht mehr.

So verteilt sich alles dezentral auf die Stadt - und dabei vor allem auf das Glockenbachviertel und die „Feierbanane“ entlang der Sonnenstraße. Häufig wurde schon von Ballermann-ähnlichen Zuständen gesprochen. Dabei gibt es nach Einschätzung des Sozialreferats zwei wesentliche Phänomene: Einerseits ist München wohlhabend und hat den höchsten Pro-Kopf-Umsatz aller deutschen Großstädte in der Nachtgastronomie. Andererseits gibt es viele Jugendliche, Arbeitsmigranten und junge Flüchtlinge, die mangels Geld auf den nicht-kommerzialisierten öffentlichen Raum ausweichen.

Bei der Konfliktbewältigung sollte nach Dafürhalten des Sozialreferats vor allem auf kommunikative Ansätze, auf mehr Streetworker und auf die Einbindung der Gastronomen gesetzt werden. Aber auch mehr öffentliche Toiletten und neue Abfallkonzepte seien notwendig. Konkrete Handlungsstrategien soll die Arbeitsgruppe erarbeiten. Dafür – und für eine Bestandsaufnahme der Feier-Szene – darf sich die Gruppe eineinhalb Jahre Zeit nehmen. Erst dann werden dem Stadtrat Ergebnisse zur weiteren Beschlussfassung vorgelegt.

Party-Lärm: Konfliktlöser sind wieder am Gärtnerplatz unterwegs

kv

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