So sieht städtischer Grund aus: Das Gestüt Isarland bei Percha am Starnberger See. foto: Ralf Kruse

Die Stadt als Pferdezüchter

München - Streit um Isarland: Die FDP fordert, das Gestüt am Starnberger See zu verkaufen und die Einnahmen in Kinderbetreuung zu investieren.

Die Stadt soll das Gestüt Isarland am Starnberger See verkaufen: Das fordert die Stadtratsfraktion der FDP mit Nachdruck. „Pferdezucht war und ist keine kommunale Aufgabe“, sagt Fraktionschef Michael Mattar - und wettert gegen „die Verschwendung von Steuergeldern“. Er sieht das Geld besser beim Ausbau von Krippenplätzen angelegt.

Doch das dauerhaft umstrittene Erbstück der Stadt hat sich schon mehrfach als resistent gegen Demontageversuche erwiesen - zuletzt 2007.

Isarland, ein idyllischer, 70 Hektar großer Flecken im Moos bei Percha, war einst als Nazi-Heim für edle Rösser mit Beschlag belegt worden. Der vormalige Fuhrknecht und NS-Stadtrat Christian Weber betrachtete das Gestüt als sein Privateigentum. Nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs ging Isarland in die Hand der Stadt über. Mittlerweile führt der „Münchner Verein zur Förderung der Pferdezucht“ die Aufsicht. Das Gestüt fiel ihm als Pachtanlage nebst Weideland zu. Dem eingetragenen Verein sitzt nach alter Tradition ein Stadtrat vor, derzeit Oliver Belik (SPD).

In den letzten Jahrzehnten verging keine Amtsperiode des Stadtrats, in der nicht wenigstens einer das Ende des kommunalen Engagements verlangte - und damit kläglich scheiterte. Seit der Betrieb unter der Gestütsleiterin Ulrike Castle kostendeckend operiert, ist es nur vordergründig ruhiger um die Einrichtung geworden.

Aus dem Kommunalreferat der Stadt, das den städtischen Grundbesitz betreut, ließ Sprecherin Silke Pesik am Freitag verlauten, es liege ein unterschriftsreifer Vertrag vor, der die Fortführung des Betriebs durch den Verein sichert. Die FDP geht indes davon aus, dass der Stadt keine Pacht zufließt. Pesik versichert, es sei festgeschrieben, dass das Gestüt mit allen Rechten und Pflichten einschließlich der fälligen Renovierung auf den Verein übergehe.

Eberhard Geiger

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