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Warten unter Zeltdächern: Viele Flüchtlinge sind vorerst in Zelten am Internationalen Jugendübernachtungscamp am Kapuzinerhölzl in München untergebracht. In den Zelten schliefen während des Oktoberfestes Touristen.

Stadt prüft Festhallen als Notunterkünfte

Flüchtlinge in Wiesn-Zelte?

München – Die Münchner Stadt-Spitze prüft, Flüchtlinge vorübergehend in Wiesn-Zelten unterzubringen. Nach Angaben aus dem Krisenstab wird diese Notlösung derzeit geprüft.

Eine Sprecherin von Oberbürgermeister Dieter Reiter bestätigte, dass nun auch die Zelte auf der Theresienwiese als Unterkünfte in Frage kommen könnten.

„Das wird geprüft“, sagte sie. Der Chef des Krisenstabs, Wilfried Blume-Beyerle, sagte, es handle sich bei der Theresienwiese derzeit um eine Großbaustelle. „Das würde gegebenenfalls für ein Zelt am Rand wie das Schützenzelt sprechen.“ Allerdings seien sie im Winter nicht beheizbar, Böden, Toiletten und Küchen schon ausgebaut. Andererseits seien Gas-, Wasser- und Strom-Anschlüsse vorhanden.

Schützenzelt-Wirt Ludwig Reinbold sagte, er wisse nichts von einer entsprechenden Anfrage der Stadt. Wirtesprecher Toni Roiderer lehnt die Idee ab: „Kein Zelt hält Schnee aus, außerdem sind sie alle unbeheizt.“ Michael Schottenhamel bestätigt, dass die Regierung von Oberbayern während der Wiesn angefragt habe, ob man sein Zelt als Unterkunft nutzen könne. Nun sei der Abbau aber schon zu weit fortgeschritten. Schottenhamel bringt die Idee ins Spiel, die Zelte schon im Frühjahr wieder aufzubauen.

Auch über Notunterkünfte im Olympiastadion und im Radstadion wird nachgedacht. Es gehe dabei ausschließlich um Räume zum Beispiel im Ehrengastbereich der Stadien, sagte Sozialbürgermeisterin Christine Strobl (SPD). Die als Unterkunft geplante McGraw-Kaserne werde zudem doch nicht im November fertig, sondern erst 2015.

Die Innere Mission begrüßte die Idee, auch die Wiesn als Unterkunft zu prüfen. „Die Leute kommen nicht nur aus aller Welt zum Bier trinken und Hendl essen, sondern wir helfen ihnen auch in der Not“, sagte Sprecher Klaus Honigschnabel. Kritik kam hingegen von der CSU. Stadtrats-Fraktionschef Hans Podiuk sagte: „Die Theresienwiese kann nur ein absoluter Not-Notnagel sein.“ Die Anwohner seien durch die vielen Nutzungen ohnehin stark belastet. „Die Bilder von Flüchtlingen unter der Bavaria würden um die Welt gehen.“

Unterdessen spitzt sich auch in anderen Kommunen die Situation zu.

fm/pv

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