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96 Prozent der Münchner Ampeln laufen bereits mit LED-Technik.

EU-Richtlinie umgesetzt

Stadt spart vorbildlich bei der Straßenbeleuchtung

München - Bei der energiesparenden Umstellung von Straßenlaternen und Ampeln gehört München zu den bundesweiten Vorreitern.

Die EU-Ökodesign-Richtlinie von 2007, der die Glühbirne zum Opfer gefallen ist, verlangt von den Kommunen, auch bei der öffentlichen Beleuchtung umzurüsten. Doch während man deswegen andernorts in Stress kommt, können sich die Verantwortlichen hier zurücklehnen.

Von den rund 1100 Ampelanlagen in der Landeshauptstadt sind bereits 96 Prozent durch moderne LED-Technik ersetzt worden. Dafür hat die Stadt tief in die Tasche gegriffen. Mehr als 12 Millionen Euro hat das 2007 beschlossene Projekt gekostet, wobei zur Umstellung auch die Auswechslung aufwendiger technischer Steuerungselemente gehört. LED-Lampen sparen gegenüber herkömmlichen Glühlampen 90 Prozent Energie ein.

Bei den 120 000 Straßenlaternen hat die Stadt das, was durch die Ökodesign-Richtlinie gefordert wird, bereits vor Jahren umgesetzt. So hat man in München 1999 begonnen, magnetische Vorschaltgeräte für Straßenlaternen aus dem Verkehr zu ziehen und durch moderne, elektronische zu ersetzen. Die Brenner für die energetisch ineffizienten Quecksilberdampflampen, erkennbar an dem signifikanten bläulich-weißen Licht, werden seit 2015 nicht mehr hergestellt. Für manch andere Kommune werden die Lagerbestände nun knapp. In München hat man diesen Lampentyp jedoch schon vor Jahren aus dem Verkehr gezogen.

Daneben setzt die Stadt auch auf kleine, effektive Einsparungsmöglichkeiten. Seit 2010 werden im Rahmen des städtischen Klimaschutzprogramms IHKM pro Jahr 2000 Lampen durch energetisch optimierte ersetzt. Energiesparpotenzial: 50 Prozent pro Leuchte. Mehr als 90 Prozent der Münchner Straßenbeleuchtung haben zudem fest eingebaute Hochleistungsreflektoren, die eine maximale Lichtausbeute bei geringer Wattzahl ermöglichen.

Komplett mit LED-Licht im öffentlichen Raum wird das Neubaugebiet Freiham Nord ausgestattet. Dort entsteht derzeit ein Stadtviertel für rund 20 000 Bewohner. Das Münchner Büro „Day & Light Lichtplanung“ hat dafür erstmals ein LED-basiertes Gesamtkonzept entwickelt. Ein Pilotprojekt, das Schule machen könnte. Nach Fertigstellung des Bauabschnitts Bodenseestraße wird 2018 eine Evaluierung stattfinden, die abklären soll, ob LED künftig im gesamten Stadtgebiet bei der Straßenbeleuchtung eingesetzt wird.

„Wir betrachten die Richtlinien der EU nicht als mühsame Vorschriften“, sagt eine Sprecherin des Baureferats. „Energiesparende Stadtbeleuchtung lag schon immer in unserem eigenen Interesse.“

Albert Meisl

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