Pssst! Auf Teilen der Moosacher Straße bringt die Stadt bald den neuen Belag namens DSH-V auf, der effektiver sein soll als der bisher benutzte Flüsterasphalt. Foto: klaus haag

Stadt testet Ersatz für Flüsterasphalt

München - Die Stadt München erprobt einen neuen lärmschluckenden Fahrbahnbelag. Vom bisherigen Flüsterasphalt hält man im Baureferat nichts mehr.

Bereits seit mehr als zwanzig Jahren wird der grobporige Flüsterasphalt in Müchen verbaut. Die vielen Hohlräumen in diesem absorbieren den Schall von Fahrgeräuschen und verhindern teils sogar durch Luftableitung deren Entstehung – daher der Name Flüsterasphalt. Besonders groß ist der Effekt auf Straßen, bei denen die Reifen die hauptsächliche Geräuschquelle sind, zum Beispiel auf Schnellstraßen.

In der Stadt entsteht jedoch viel Straßenlärm durch häufiges Anfahren und Bremsen. Zudem lässt die lärmmindernde Wirkung des Belags nach etwa sechs bis acht Jahren erheblich nach, da Schmutz und Reifenabrieb die Poren des Flüsterasphalts verstopfen. Da eine Reinigung der Poren nicht möglich ist, denkt die Stadt jetzt um. „Wir nehmen Abstand vom Flüsterasphalt“, sagt Maria Kastner, Abteilungsleiterin für Straßenbautechnik. Für das ständige Anfahren und Bremsen an Kreuzungen und Ampeln sei der „einfach nicht geeignet“.

Die städtischen Experten setzen in Zukunft lieber auf alternative, aber ebenfalls lärmreduzierende Straßenbeläge. Der neue Favorit heißt im Fachjargon „Dünne Schicht im Heißeinbau auf Versiegelung“ – kurz: DSH-V. Das Besondere dabei: Eine dünne Bitumen-Deckschicht wird heiß auf den eigentlichen Asphalt-Unterbau aufgetragen und versiegelt diesen gegen eindringendes Wasser. Diese Deckschicht verschleißt zwar auch mit den Jahren, kann aber erneuert werden, solange die Tragschicht darunter noch in gutem Zustand ist. Dabei soll die zunächst teurere Technik langfristig jedoch günstiger als der klassische Flüster-asphalt sein. Der einzige größere Nachteil bei DSH-V sei die längere Bauzeit, heißt es, da nach dem Asphaltieren auch die heiße Schicht erst völlig auskühlen muss, bevor die Straße befahren werden kann.

Ab August plant das Baureferat den Einbau und die Erprobung der DSH-V in München: Heuer wird an der Moosacher Straße zwischen Riesenfeldstraße und Lerchenauer Straße, an der Fürstenrieder Straße zwischen Waldfriedhofstraße und A96 sowie an der Chiemgaustraße zwischen Balanstraße und Rosenheimer Straße der neuartige Belag aufgetragen.

Derzeit laufen an diesen Streckenabschnitten bereits lärmtechnische Untersuchungen – sogenannte Vorhermessungen. Diese werden nach Bauende sowie im Jahr 2010, 2012 und 2014 wiederholt und die Ergebnisse verglichen. In den Sommerferien 2010 soll an weiteren drei Straßen testweise die neue Technik verbaut werden. Laut Baureferat an der Orleansstraße, der Wasserburger Landstraße sowie der Landsberger Straße. Auch dort werden die Veränderungen bei der Lärmbelastung bis 2014 untersucht. Dann erst soll über den Einsatz auf weiteren Straßen in München entschieden werden.

sri

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