+
Am liebsten ziehen die Menschen aus München nach Berlin.

Viele Menschen ziehen weg

Stadt-Umland-Wanderung: Wo es die Münchner hinzieht

  • schließen

Manchmal hat man ja das Gefühl, die ganze Welt will nach München. Ja, unsere Stadt wächst rasant. Erst Ende April gab das Planungsreferat bekannt, dass 2030 über 1,8 Millionen Bürger in der Isarmetropole wohnen werden (derzeit sind es 1,55 Millionen).

Aber halt – es gibt auch eine Menge Menschen, die München den Rücken kehren, wie eine neue Statistik der Stadt zeigt. So viele, dass manche Stadtteile sogar gegen das Umland voll verlieren.

Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2016 sind insgesamt 63.735 Personen aus München weggezogen. Diese „Flüchtenden“ gehen meist nicht weit. Rund 70 Prozent von ihnen sind im vergangenen Jahr nicht über die Grenze Bayerns gezogen – davon über die Hälfte in das direkte Umland von München. Die Gründe, das zeigen Umfragen, sind meist die gleichen: Die Mieten sind in der Stadt zu teuer, viele gründen zudem eine Familie und wollen ins Grüne raus. Zum Arbeiten wird dann in die Stadt gependelt.

Die meisten Menschen verließen im vergangenen Jahr übrigens Freimann in Richtung Umland, wie unsere Grafik zeigt. Hier wollten 1043 Münchner weg. In Obergiesing waren es 256, in Neuperlach 240, in Waldtrudering 224 und in Alt-Moosach 223 an sogenanntem Wanderungsdefizit. Die grün markierten Bezirkssteile unserer Grafik, die zum Großteil in der Innenstadt liegen, verzeichneten hingegen einen leicht positiven Wanderungssaldo. So sind hier beispielsweise die Gegenden Universität, Untergiesing und Maßmannbergl heiß begehrt. Warum auch Freiham und die Obere Isarau hohe Zuwächse zu verzeichnen haben? Weil dort viele Neubauprojekte realisiert wurden und viele Menschen neu zuzogen.

Stellt sich die Frage: Wo gehen die Menschen hin, die ins Umland wollen? Fakt ist: Bevorzugt werden von den Stadt-Fliehenden Gemeinden entlang der S-Bahn-Achsen gewählt, um so (nicht nur mit dem Auto) weiterhin zur Arbeit kommen zu können. Die Gemeinden mit der höchsten Zuwanderung an Münchnern waren daher Fürstenfeldbruck (1218 Weggezogene), Germering (1022), Unterhaching (975) und Karlsfeld (841). Parallel dazu erfreuen sich die Kreisstädte der jeweiligen Landkreise (außer Landkreis München) an großer Beliebtheit – darunter besonders Freising (hier zogen 791 Münchner hin), Dachau (781) und auch das teure Starnberg (470). Wer sich noch ein bisserl weiter rauswagte, ging oft nach Augsburg – und zwar 1173 Personen.Wer Bayern ganz den Rücken kehrte, den zog es übrigens meistens nach Berlin. Dort zu wohnen – dafür entschieden sich im vergangenen Jahr 2400 Münchner. Dafür kamen aber auch 1742 Hauptstädter zu uns an die Isar. Macht somit wieder ein Minus.

Es bewegt sich also gehörig was in unserer großen Stadt. Und die Statistik zeigt: Trotz der knapp 18 000 Zuwanderungen im Jahr 2016 verlor die Landeshauptstadt unter dem Strich 8304 Personen in das Umland; das höchste Wanderungsdefizit der letzten 22 Jahre. Warum unsere Stadt dennoch rasant wächst? Weil andere Faktoren diesen Wegzug auffangen. So beispielsweise die Tatsache, dass es natürlich auch viele Zuzüge aus dem Ausland an die Isarmetropole gibt. Und immerhin: Es gab auch im vergangenen Jahr mehr Neugeborene (18 107) als Verstorbene (11 197) in unserer Stadt. 

Gemeinden der meisten Zu- und Wegzüge nach bzw. von München

Platz

Herkunftsort

Zugezogene

Zielgemeinde

Weggezogene

1.

Berlin

1742

Berlin

2400

2.

Hamburg

1092

Fürstenfeldbruck

1218

3.

Augsburg

931

Augsburg

1173

4.

Stuttgart

876

Hamburg

1034

5.

Frankfurt/Main

850

Germering

1022

6.

Nürnberg

704

Unterhaching

975

7.

Germering

663

Karlsfeld

841

8.

Köln

625

Freising

791

9.

Dachau

595

Dachau

781

10.

Unterhaching

571

Frankfurt/Main

746

Quelle: Stadt München

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ticker: So erklärt der KVR-Chef die peinliche Wahlbeteiligungspanne
Wie sehen die Ergebnisse in der Stadt München aus? Was sagen die Kandidaten und Parteien? Alle Infos, Ergebnisse und Stimmen gibt es hier im Live-Ticker.
Ticker: So erklärt der KVR-Chef die peinliche Wahlbeteiligungspanne
So hat München gewählt: Grüne Inseln im schwarzen Meer
Grüne und FDP sind die großen Gewinner der Bundestagswahl in München. Die Öko-Partei wurde in drei der 25 Stadtbezirke sogar stärkste Kraft. Die restlichen 22 Bezirke …
So hat München gewählt: Grüne Inseln im schwarzen Meer
Aufstand der Viertelpolitiker: Pendler-Frust statt Parklizenz
Parklizenzgebiete haben in München eine steile Karriere hingelegt. Viele Viertel auch außerhalb des Mittleren Rings wünschen sich welche. Aber das ist nur unter …
Aufstand der Viertelpolitiker: Pendler-Frust statt Parklizenz
Pfleger soll Patientin missbraucht haben - nun schweigt er vor Gericht
Sie kam mit Herzprobleme ins Klinikum Großhadern und wurde betäubt. Das soll Pfleger Viktor S. ausgenutzt haben, um eine Patientin zweimal sexuell zu missbrauchen. Sein …
Pfleger soll Patientin missbraucht haben - nun schweigt er vor Gericht

Kommentare