Der Feind lauert im Boden : Für Damen mit Absatzschuhen, aber zum Beispiel auch Gehbehinderte sind die Kleinpflaster-Bänder gefährlich. Foto: Klaus Haag

Stadt will Pflaster in der Fußgängerzone sanieren

München - Das Pflaster in der Fußgängerzone wird erneuert. Die Fugen zwischen den verlegten Steinwürfel sind so ausgewaschen, dass sie zunehmend zu Stolperfallen werden.

Schon seit einigen Jahren ist das Innenstadt-Pflaster ein wachsendes Problem: „Die Bürgerbeschwerden häufen sich“, erklärte Wolfgang Püschel (SPD), Vorsitzender des Bezirksausschuss Altstadt-Lehel, kürzlich. „Der Zustand der Fußgängerzone wird immer häufiger beklagt.“

Besonders ältere Personen hätten Schwierigkeiten mit dem teils unebenen Geläuf und kämen dadurch ins Straucheln. Auch Behindertenverbände sind bereits bei der Stadt vorstellig geworden. Eine weitere Problemgruppe: Frauen mit Absatzschuhen. Die ausgewaschenen Fugen zwischen den Kleinstein-Bändern sind tückische Fallen für spitze Hacken. Neben Schuh-Schäden drohen den Damen Bänderverletzungen.

Die zwischen den großen Platten quer und längs eingesetzten Kleinstein-Bänder sind ein optisches Element. „Eine so riesige Pflasterfläche braucht eine Gliederung“, sagt Alexander Reissl, SPD-Fraktions-Chef im Rathaus. Zwar soll in Zukunft auf die kleinen Steinwürfel verzichtet werden, aber nicht auf eine Untergliederung. Geschnittene Natursteinplatten – größer als die derzeitigen Würfel, aber kleiner als die Trittplatten – könnten die Lösung sein. Das Baureferat hat laut Reissl bereits einige Muster verlegt, die derzeit von verschiedenen Beteiligten begutachtet werden: Behindertenbeirat, Bezirksausschuss, aber auch Vertreter der Innenstadt-Händler.

Fest steht: Großflächige Pflasterarbeiten wird es offenbar nicht geben: Nur vereinzelt sollen auch größere Platten ausgetauscht werden, wo diese gebrochen oder durch die schweren Lieferwagen krumm und schief geworden sind. Wolfgang Fischer von „CityPartner“, dem Marketingverband der Innenstadt-Händler, lässt dies aufatmen: „Für die Geschäfte werden die punktuellen Pflasterarbeiten kein größeres Problem.“

Vermutlich wird das Baureferat in der ersten Jahreshälfte 2010 dem Stadtrat eine Empfehlung geben. Bei einer schnellen Entscheidung könnte die Arbeiten vielleicht noch im kommenden Jahr beginnen.

Sven Rieber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Oktoberfest 2020 in München wegen Corona vor dem Aus? Gerüchte gibt es bereits
Noch ist es lange hin bis September. Doch schon jetzt stellt sich die Frage, ob angesichts der Corona-Pandemie das Oktoberfest 2020 stattfinden kann. Das größte …
Oktoberfest 2020 in München wegen Corona vor dem Aus? Gerüchte gibt es bereits
Coronavirus in München: Findet die Wiesn heuer statt? CSU-Politiker mit klarer Forderung an Stadt München
Zur Erforschung des Coronavirus werden ab Sonntag Mediziner und Wissenschaftler bei zufällig ausgewählten Menschen in München um Blutproben für eine breit angelegte …
Coronavirus in München: Findet die Wiesn heuer statt? CSU-Politiker mit klarer Forderung an Stadt München
„München hatte Glück“: Bekannter Virologe analysiert die Corona-Krise
Der erste Coronavirus-Fall in Deutschland wurde Ende Januar in München registriert. Das scheint lange her. Virologe Prof. Alexander Kekulé warnte schon damals vor einer …
„München hatte Glück“: Bekannter Virologe analysiert die Corona-Krise
Galeria Karstadt Kaufhof in Schieflage - Experte schätzt Folgen für München ein
Der wankende Handelsriese Galeria Karstadt Kaufhof hat zum Rettungsschirm gegriffen. Welche Folgen hätte ein Aus des Warenkonzerns für München? Ein Experte schätzt die …
Galeria Karstadt Kaufhof in Schieflage - Experte schätzt Folgen für München ein

Kommentare