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Weil es in den Städten wärmer ist als auf dem Land, werden Bäume hier in kürzerer Zeit groß.

Studie der TU München

Darum wachsen Stadtbäume schneller als Bäume auf dem Land

Da wachsen die Bäume in den Himmel: In Großstädten wachsen Bäume schneller als auf dem Land - und zwar weltweit. Seit den 1960er-Jahren sei dieses Phänomen einer Studie der TU München zu beobachten. Doch warum ist das so?

München - Stadtbäume wachsen schneller als Landbäume. Das ist das Ergebnis einer Studie der Technischen Universität München (TUM). Die Hochschule untersuchte das Wachstum von Stadtbäumen in aller Welt auf Folgen von veränderten Umweltbedingungen. Für die Studie wurden Proben von Baumkernen aus den Metropolen Berlin, Brisbane, Hanoi, Houston, Kapstadt, München, Paris, Prince George, Sapporo und Santiago de Chile genommen und analysiert. Die Städte sind so ausgewählt, dass unterschiedliche Klimazonen abgedeckt werden. Insgesamt nahm das Forscherteam knapp 1400 meist ausgewachsene Bäume in ihren Fokus. In jeder Stadt wurde eine typische und vorherrschende Baumart ausgewählt und sowohl im Stadtzentrum als auch in der ländlichen Umgebung untersucht.

„Wir können zeigen, dass Stadtbäume bei gleichem Alter im Durchschnitt größer sind als ländliche Bäume, denn die Stadtbäume wachsen schneller“, sagt Hans Pretzsch vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde.

Die Ursache für die Wachstumsbeschleunigung der Stadtbäume sehen die Forscher im sogenannten Wärmeinseleffekt. Der führt in Stadtzentren zu einer stärkeren Aufheizung und somit höheren Temperaturen. Verglichen mit der ländlichen Umgebung kann diese Temperatursteigerung zwischen drei und zehn Grad Celsius ausmachen.

Die zunächst positiv erscheinende Wachstumssteigerung bedeutet aber auch, dass die Bäume schneller altern. Das könne dazu führen, dass Stadtverwaltungen künftig früher für Ersatz absterbender Bäume sorgen müssen, urteilt Pretzsch.

Ungeachtet des Vorsprungs der Stadtbäume konnte sein Team zeigen, dass sowohl städtische als auch ländliche Bäume durch den Klimawandel seit den 1960er Jahren schneller wachsen. Pretzsch spricht von einer Wachstumsbeschleunigung von rund 20 Prozent bei allen Bäumen. Dies könnte ein bald eintretendes Limit andeuten. „Wir vermuten das, weil Stadtbäume durch den Wärmeinseleffekt den Klimawandel quasi vorverlegt erleben“, sagt Pretzsch. „In einer derzeit laufenden Studie versuchen wir, solche Mechanismen aufzudecken, um rechtzeitig problematische Nebeneffekte zu erkennen.“

mm

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