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Altenpflege.

Satte Kopfprämie

Personalmangel: Stadtklinik lockt Pfleger mit 8000 Euro

Gute Pflegekräfte sind rar im teuren München. Mittlerweile müssen sogar Notaufnahmen schließen, weil es an Personal fehlt. Die städtischen Kliniken greifen nun tief in die Tasche, um an Krankenschwestern oder Pfleger zu kommen – mit einer Kopfprämie von satten 8000 Euro.

München - Am Donnerstag beschloss die Geschäftsleitung die neue Finanzspritze. Der Plan: Wer es als Angestellter der städtischen Kliniken (Schwabing, Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach oder Thalkirchner Straße) schafft, einen Pfleger anzuwerben und somit das Team zu verstärken, bekommt 4000 Euro – und der neue Mitarbeiter wird ebenso mit 4000 Euro belohnt. Zum Vergleich: Bisher gab’s 1000 Euro.

„Wir brauchen gutes und engagiertes Personal“, betont Klinik-Chef Dr. Axel Fischer immer wieder. Und diesen Mitarbeitern wolle er auch etwas bieten. Nicht nur beim Thema Geld (eine Fachkraft verdient rund 3200 Euro brutto im Monat) – sondern auch wenn es um bezahlbaren Wohnraum geht. Das Städtische Klinikum München hat, bei rund 7000 Mitarbeitern, derzeit Belegrechte für insgesamt gut 1000 Wohnungen in der Stadt. Hier wird eben auch mal für Angestellte eine Drei-Zimmer-Wohnung für 600 Euro Miete angeboten. „Jüngst haben wir uns auf dem Klinikgelände Harlaching Bezugsrechte für 77 Wohnungen unterschiedlicher Größe gesichert, und am Standort Schwabing sollen weitere Wohnungen für Mitarbeiter entstehen“, so die Klinikleitung.

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Die Jagd auf gutes Pflegepersonal

Die Jagd auf gutes Pflegepersonal ist nicht neu – auch die städtische Münchenstift zahlt teils 1000 Euro Prämie an Mitarbeiter, die neue Altenpflegefachkräfte anwerben. Übrigens ein Vorgehen, das nicht nur in München üblich ist: Auch in Stuttgart beispielsweise zahlt die Stadt 2500 Euro Prämie für gute Mitarbeiter, in Kiel blättert sogar die Uniklinik 2000 Euro hin. „Der Markt an gutem Personal ist wie leer gefegt“, sagt Experte Claus Fussek. „Deutschlandweit. Da muss nun schnell gehandelt werden.“ Klinik-Chef Axel Fischer weiß, dass er die Münchner ohne gutes Personal nicht gut versorgen kann. „Wir sehen es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, den Berufsstand Pflege attraktiv zu machen.“

In München sind die finanziellen Vorstöße fürs Finden von Pflegekräften freilich auch auf Kritik gestoßen. So hatte die Münchenstift GmbH und damit auch die Stadt 2016 die Tarife für junge Fachkräfte nach der Ausbildung deutlich angehoben – und zwar um rund 300 Euro. Die Arbeiterwohlfahrt kritisierte dies als Wettbewerbsverzerrung.

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Armin Geier

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