Anlieger können im Ausnahmefall noch bis September 2010 ohne Plakette in die Umweltzone. foto: dpa

Stadtrat beschließt Ausnahmen für Umweltzone

München - Sonderregelung für Anlieger und Gewerbetreibende werden um ein Jahr verlängert. Das Ministerium signalisiert Zustimmung.

Der Münchner Stadtrat hat gestern die Richtlinien für die Umweltzone gelockert. Damit will man ihr ruinöse Nebenwirkungen für Firmen nehmen und Anwohnern Erleichterung verschaffen. Formal ist zwar noch die Zustimmung des bayerischen Umweltministeriums nötig, doch dieses hatte bereits im Vorfeld sein Einverständnis signalisiert.

Die Autobesitzer innerhalb des Mittleren Rings bekommen damit mehr Spielraum – immer vorausgesetzt, ihr Fahrzeug ist nicht nachrüstbar. Stadtrat Marian Offman (CSU) hatte den Anstoß für Ausnahmen gegeben, weil vor allem kleine und mittlere Unternehmen kurzfristig nicht in der Lage seien, neue und feinstaubarme Lieferfahrzeuge anzuschaffen.

Das Echo des Stadtrats darauf zeugt von Einsicht in die problematische Situation in der Umweltzone. Demnach dürfen Fahrzeuge von Anliegern und Firmen ohne Plakette noch bis Ende September 2010 durch das Sperrgebiet gesteuert werden.

Autos mit roter Plakette haben noch bis Ende September 2012 eine Zonen-Zulassung. Die Gelben dürfen sich sogar bis Ende September 2014 in der City frei bewegen. Die Verlängerung der Ausnahme-Genehmigung lässt sich die Stadt von Privatleuten mit 50 Euro, von Firmen mit bis zu 120 Euro vergüten. Für alle Fragen in diesem Zusammenhang ist das Kreisverwaltungsreferat zuständig (Tel. 233 233 79, Reisingerstraße 10).

Für Autos, die nicht in der Umweltzone angemeldet sind, gelten abweichende Regeln. Fahrzeuge ohne Plakette müssen draußen bleiben. Mit einer roten Plakette ist die Zufahrt ins Herz der Stadt bis Ende September 2010 möglich. Inhaber einer gelben Plakette dürfen noch bis Ende September 2012 in die Zone einfahren.

Ganz ohne Beschränkung dürfen lediglich Fahrzeuge in die Umweltzone vorrücken, die für die Versorgung mit lebenswichtigen Diensten oder Gütern gebraucht werden. Hier sind die Regeln sehr eng gefasst. Der Stadtrat billigte die Neufassung der Bedingungen für Zonen-Bewohner und Unternehmen fast einmütig. Lediglich Gabriele Neff (FDP) stimmt nicht zu: „Wir wollen die Umweltzone überhaupt nicht.“

ege

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