Stadtrat ab Juni im Internet

München - Bald werden Vollversammlungen live aus dem Rathaus übertragen - zunächst noch probeweise. Bis zu 1000 Zuschauer können jeweils dabei sein.

Bequem vom Sofa aus politische Debatten im Rathaus verfolgen - das soll ab Juni möglich sein. Wie berichtet, plant der Stadtrat eine Liveübertragung seiner Vollversammlungen im Internet. Wie das im Detail ablaufen soll, darüber entscheidet das Plenum am 2. Mai. Nach aktuellen Plänen soll es wie folgt geschehen:

Die Kamera wird auf der Besuchergalerie des großen Sitzungssaals aufgestellt und filmt von oben aus die beiden Rednerpulte sowie die Referentenbank. Der Ton wird direkt von den Mikrofonen an den Pulten abgegriffen. Ein sogenannter „Streaming Operator“ wird sich von der Galerie aus darum kümmern, dass die Namen der Redner und der jeweils aktuelle Tagesordnungspunkt eingeblendet werden.

Kameraschwenks auf andere Sitzungsteilnehmer oder Zuschauer sind aus Datenschutzgründen nicht erlaubt. Gefilmt werden darf nur die jeweils sprechende Person - und auch das nur, wenn sie vorab eine Einwilligung abgegeben hat.

Aufgrund von Kapazitäts-Grenzen wird die Live-Übertragung im Internet zunächst wohl nur von bis zu 1000 Nutzern gleichzeitig verfolgt werden können. Allerdings zweifeln viele Stadträte daran, dass diese Zahl auch nur annähernd erreicht wird. Wer den Live-Stream verpasst, kann sich später jederzeit eine Aufzeichnung anschauen. Die Videos werden je nach Tagesordnungspunkt geschnitten und auf muenchen.de/stadtrat eingestellt. Außerdem sollen Internet-Links zu den entsprechenden Seiten des Rats-Informations-Systems führen, auf denen man sich zusätzliche Informationen zu den jeweils behandelten Themen herunterladen kann. Sofern die Übertragung in den Regelbetrieb übergeht, ist ein „dauerhafter Zugriff“ auf die Dateien geplant.

Die Stadt möchte die erforderliche Dienstleistung „als Komplettpaket“ an einen externen Anbieter ausschreiben. Zunächst ist ein sechsmonatiger Probebetrieb geplant. Anschließend wird man Aufrufe, Nutzerzahl und Verweildauer mit den entstandenen Kosten vergleichen und dann entscheiden, ob man die Übertragungen fortsetzen will. Der Probebetrieb soll „möglichst bereits im Juni 2013“ starten.

Thomas Schmidt

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