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München will noch besser für die Bildung von Flüchtlingskindern sorgen.

Stadtratsbeschluss

München verbessert Bildung für Flüchtlingskinder

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München - Bildung ist der Schlüssel zur Integration, das bezweifelt wohl niemand. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge in München ist jünger als 25 Jahre. Die Stadt hat eine Strategie beschlossen.

Knapp 7000 von den 11 000 Flüchtlingen, die in München leben, sind jünger als 25 Jahre. Sie brauchen Plätze im Kindergarten, in Deutschkursen, in Schulen. Wie hält es die Willkommensstadt München mit der Bildung? Einen Überblick legte nun das Referat für Bildung und Sport vor: Die „Gesamtstrategie Bildung und Sport für Flüchtlinge/Neuzugewanderte“ hat gestern der Stadtrat abgesegnet. Diese zeigt, dass es viele Konzepte gibt, die teils aber noch unkoordiniert angeboten werden.

Die meisten geflüchteten Kinder leben mit ihren Eltern in Gemeinschaftsunterkünften und etwa 2000 unbegleitete Minderjährige in Jugendhilfe-Einrichtungen. 40 Prozent dürfen voraussichtlich hierbleiben, heißt es im Beschluss von Bildungsreferentin Beatrix Zurek (SPD). Bei 60 Prozent sei die Bleibeperspektive offen. Der neue Beschluss geht einher mit einem guten Dutzend neuer Stellen und entsprechenden Kosten. Was es gibt und wo es hakt:

0-6 Jahre: Kindertagesstätten

Rund zehn Prozent aller Asylbewerber sind Kinder unter sechs Jahren. Kinder ab einem Jahr haben Anspruch auf einen Kita-Platz. Ein Kita-Besuch fördert das Deutschlernen, bietet Normalität und Struktur. Laut Bildungsreferat sollen geflüchtete Kinder verstärkt in Kitas integriert werden. Eltern sollen besser beraten werden, um passende Angebote zu finden. Kitas, die Flüchtlingskinder aufnehmen, sollen mehr unterstützt werden. Zudem sollen „Brückenangebote“, bei denen Kitas mit Unterkünften zusammenarbeiten, ausgebaut werden.

6-15 Jahre: Allgemeine Schulen

Kinder sind drei Monate nach dem Zuzug schulpflichtig. Schon vorher werden Deutschkurse angeboten. Zuzeit gibt es 35 Übergangsklassen an Grund- und 77 an Mittelschulen. Dort lernen Kinder Deutsch, bis sie fit für eine Regelklasse sind. Laut Referat besuchen bisher kaum Geflüchtete Realschulen und Gymnasien: Nur sehr wenige davon bieten bereits Sprachförderprogramme an.

Mit einem „Bildungsclearing“ soll künftig systematisch herausgefunden werden, welche Vorbildung ein Kind mitbringt. Ein „Grundbildungskatalog in Deutsch“ und „individuelle Förderpläne“ sollen erstellt werden, Fachkräfte mehr Fortbildungen bekommen, an den Schulen mehr Sozialarbeiter und Dolmetscher eingesetzt werden.

„Großen Handlungsbedarf“ erkennt das Referat auch dabei, die sozialen Kompetenzen geflüchteter Jugendlicher zu stärken. Viele hätten traumatische Erfahrungen gemacht, aufgrund derer für einige „Gewalt das einzige Mittel ist, um Probleme zu lösen“. Zudem säßen in den Ü-Klassen Kinder mit unterschiedlichsten Hintergründen; auch die aktuelle Lebenssituation belaste viele stark. Schulen sollen stärker unterstützt werden, etwa durch Beratungen für Lehrer und mehr Sozialarbeit.

16-25 Jahre: Berufsschule

Rund 43 Prozent aller Flüchtlinge sind in der Altersklasse 16 bis 25 Jahre. Nach drei Monaten Aufenthalt sind sie berufsschulpflichtig. Sie können aber erst in die Schule, wenn sie das Sprachniveau A 1 erreicht haben. München hat das Deutschlern-Angebot stark ausgeweitet, etwa durch die Berufsintegrationsklassen, in denen Schüler vor der Ausbildung einen Schulabschluss nachholen können. Seit kurzem gibt es an der Balanstraße eine eigene Berufsschule zur Berufsintegration für Flüchtlinge. Rund 115 Klassen mit Sprachförderung gibt es insgesamt aktuell. Lehrer berichten, dass viele Azubis große Probleme hätten, sprachlich dem Fachunterricht zu folgen. Das Bildungsreferat will Förderkonzepte auflegen – und eine Strategie entwickeln, um möglichst allen Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen. Viele hätten einen „hohen Druck“, schnell eine Arbeit aufzunehmen, um die Familien in der Heimat finanziell zu unterstützen.

Sport

Das Referat will Flüchtlingskinder verstärkt an Sport heranführen. So sollen etwa Mädchen spezielle Angebote bekommen, Schwimmen und Radfahren soll vermittelt und der Zugang zu Sportkleidung erleichtert werden.

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